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Drei Fälle in einer Woche

Mieterverein Dortmund warnt vor gefälschten Wohnungsanzeigen

DORTMUND Es klingt zu gut, um wahr zu sein - und es ist auch nicht wahr: Eine 4-Zimmer-Wohnung in Hörde, möbliert und 149 Quadratmeter groß, soll nur 635 Euro im Monat kosten. Die Anzeige bei Immobilienscout24 war ein Fake - eine von dreien, die dem Mieterverein auffielen. Der erklärt, woran man die Betrugsanzeigen erkennt.

Mieterverein Dortmund warnt vor gefälschten Wohnungsanzeigen

Unter anderem wurde in dieser Woche diese Fake-Wohnung in Dortmund-Hörde angepriesen.

Herr Bernd macht ein traumhaftes Angebot: Eine 4-Zimmer-Wohnung in Dortmund-Hörde, üppige 149m² groß, "VOLL möbliert" mit "europäischen Designer-Möbeln" und "ferngesteuertem Gas-Kamin". Sie soll samt Neben- und Heizkosten nur 635 Euro im Monat kosten. Scheinbar ein Schnäppchen. Aber eben auch: zu schön, um wahr zu sein.

Bekannte Betrugsmasche - nun auch Fälle in Dortmund

Die Wohnung existiert nicht, ihr Anbieter "Herr Bernd" wohl auch nicht. Es handelt sich laut Tobias Scholz vom Mieterverein Dortmund um eine nicht neue Betrugsmasche. In der Vergangenheit hat beispielsweise Die "Welt" ausführlich darüber berichtet. Ganoven stellen auf Online-Portalen Wohnungsanzeigen ein, die sie mit aus anderen Anzeigen zusammenkopierten Texten füllen. Die Angebote peppen sie mit schmucken Fotos auf. 

Wer den vermeintlichen Vermieter einer solchen Schein-Wohnung anschreibt, erfährt in einer Antwort auf Englisch, dass dieser im Ausland weile. Wenn man aber eine Kaution überweise, könne man den Schlüssel erhalten und die Wohnung besichtigen. Wer darauf eingeht, sieht weder Schlüssel noch Wohnung – verliert aber sein Geld.

Betrüger bieten solche Wohnungen vor allem für Berlin, Köln, Hamburg, München an. Je umkämpfter der Markt, je größer die Wohnungsnot – desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass sich jemand blenden lässt. Nun hat Tobias Scholz jedoch diese Woche gleich drei solcher Angebot für Dortmund bei Immobilienscout24.de entdeckt. Die Wohnung von Herrn Bernd, eine weitere in Hörde und eine in Lücklemberg. Geboten wurden stets 149m² für 635 Euro. 

Die Betreiber der Seite Wohnungsbetrug.blogspot.de sammeln viele der Betrugsanzeigen. Wer sich dort umsieht, findet weitere Schein-Anzeigen für Dortmunder Wohnungen aus den letzten Monaten. 

An diesen Anzeichen erkennt man Fake-Wohnungsanzeigen

Tobias Scholz vom Mieterverein Dortmund nennt folgende Anzeichen, an denen man Betrugs-Wohnungsanzeigen häufig erkennt: 

  • Der Preis ist in Relation zur Wohnungsgröße und zur Ausstattung sehr günstig. Wie bei Herrn Bernds großer Wohnung, in der sich "europäische Designer-Möbel (Minotti, Moroso, Poltrona Frau, Zanotta, Knoll)" tummeln sollen. 
  • Im beschreibenden Text der Anzeige finden sich Tippfehler, ungelenke Formulierungen und englische Wörter.
  • Teilweise kommen auch bei den Fotos Ungereimtheiten auf. Eine der Dortmunder Wohnungen, die Scholz aufgefallen sind, sollte einen Blick auf den Phoenix-See bieten. Tatsächlich habe er, so Scholz, auf den Fotos durchs Fenster Pariser Altbauten erkannt.
  • Wo immer Anbieter von Wohnungen um Vorkasse für die Besichtigung/Schlüsselübergabe bitten, ist Vorsicht geboten. "Nicht in Vorkasse gehen", rät Scholz. 

Beim Mieterverein Dortmund hätten sich aktuell noch keine Geschädigten gemeldet, sagte Scholz. Die Polizei Dortmund konnte auf Anfrage nichts zu solchen Fällen oder möglichen Geschädigten sagen. Sie zählt solche Maschen wie viele andere Delikte unter der Rubrik "Betrug". Diese könne man aber nicht ad hoc aufschlüsseln, so eine Polizei-Sprecherin. 

Bei Immobilienscout24 ist das Problem bekannt

Von Immobilienscout24 heißt es auf Anfrage, das Thema "Betrugsobjekte" sei leider bekannt. Rund 40 Mitarbeiter arbeiteten dagegen. Es gebe Filter, um "Fake"-Anzeigen zu erkennen oder möglichst schnell zu löschen. Die drei Dortmunder Anzeigen waren kaum einen Tag online.

"Pro Woche identifizieren und deaktivieren wir knapp 800 Objekte bundesweit", teilt eine Immobilienscout-Sprecherin mit. Die Fallzahl sinke. Insgesamt stünden im Monat 510.000 Angebote auf dem Portal. Wie oft jemand auf eine Fake-Anzeige hereinfällt, könne sie nicht sagen. Man arbeite eng mit der Polizei zusammen, "nach unserem Kenntnisstand konnte leider bislang kein Täter ermittelt werden".

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