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Mit Blüten zum Bäcker

Die Blüten tauchten in Bäckereien auf, in Lotto-Läden und auf dem Straßenstrich. Monatelang bezahlte ein Fälscherpärchen Rechnungen mit falschen Fünfzigern.

Ein hohes Risiko, wie sich gestern vor dem Landgericht herausstellte.

Zweieinhalb Jahre Gefängnis für ihn, zwei Jahre Haft auf Bewährung für sie. Und mit diesen Strafen waren die beiden sogar noch gut bedient. Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich noch viel härtere Verurteilungen angestrebt. Ankläger Peter Conrad hatte es in seinem Plädoyer so formuliert: "Wer Geld fälscht, kommt in den Knast. So hat es sich der Gesetzgeber vorgestellt."

Die 42 und 37 Jahre alten Angeklagten hatten in ihrer Wohnung eine kleine Fälscherwerkstatt eingerichtet. Die wichtigsten Utensilien: ein Scanner, ein Fotodrucker und extra dünnes Papier. Die fertigen Scheine haben sie anschließend mit Nagellack und Haarspray präpariert. Damit sie nicht mehr so neu aussahen. Insgesamt stellten sie im Jahr 2006 Fünfziger-Blüten mit einem Nennwert von 2500 Euro her.

Und der Trick hat funktioniert. Die Angeklagten tauschten die Blüten durch Mini-Einkäufe gegen echtes Wechselgeld ein. Und zwar immer dort, wo die Scheine nicht so genau überprüft wurden. Der 42-Jährige soll sein Falschgeld aber auch auf dem Dortmunder Straßenstrich losgeworden sein.

Vor Gericht legten er und seine Partnerin umfassende Geständnisse ab. Als Motiv gaben sie finanzielle Not an. Die 38-Jährige vergoss sogar bittere Tränen. Bis vor ein paar Jahren war die gebürtige Dortmunderin nämlich noch vermögend, hatte zwei Häuser in Unna. Doch dann kam die Scheidung von ihrem Ehemann. Außerdem verlor sie ihren Job. Sogar der Strom soll ihr schon abgestellt worden sein.

Aufgefallen sind die Fälscher übrigens durch Zufall. Die Polizei hatte ihr aufgebrochenes Auto kontrolliert und dabei eine Tüte mit Bargeld gefunden.

Jörn Hartwich

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