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Mit Lebenskrise zum Erfolg

Die Erfolgsgeschichte von Gerda Klingenfuß nahm ihren Anfang mit einer Lebenskrise.

Mit Lebenskrise zum Erfolg

<p>Beim 3rd Wednesday dabei: e-port-Geschäftsführer Alexander Rupprecht, Unternehmerin Gerda Klingenfuß, die e-port-pitch-Teilnehmer Ayse Özdemir, Arne Schulenberg und Eric Wünsche sowie der Künstler Jens Sundheim, der zurzeit die Ausstellung "Licht" im e-port zeigt. Kiwitt</p>

"Ich hatte gerade ein kleines Kind, da bekamen wir die Nachricht, dass mein Mann nur noch sechs Monate zu leben hat", erzählte die heute 64-Jährige bei der 40. Kontaktbörse "3rd Wednesday" am Mittwochabend im e-port-dortmund. In kürzester Zeit sei sie damals erwachsen geworden, habe sich geschworen, "nie mehr von jemanden abhängig zu sein". Ihr Mann sei geheilt worden, "er lebt heute noch, aber wir nicht mehr zusammen", so die Unternehmerin, die vor 36 Jahren aus der Lebenskrise heraus das Busunternehmen Gerda Klingenfuß in Velbert aufbaute, für das heute 75 Busse fahren und 215 Menschen arbeiten.

Alles fing 1971 mit einem PKW an, den sie von ihrem Vater übernommen hatte. Von Jahr zu Jahr sei das Unternehmen gewachsen, "bis heute". Dabei habe gerade sie als Frau stark sein müssen in geschäftlichen Auseinandersetzungen, denn Nachgiebigkeit wäre ihr als Schwäche ausgelegt worden. So sei es einmal um 1000 für eine Busfahrt gegangen, der Kunde wollte 950 zahlen. "Da habe ich ihn gefragt, ob er sich nicht schäme, um einen Euro zu feilschen." "Einen Euro? 50 Euro sind's", meinte der. "Pro Fahrgast ist es ein Euro", konterte Klingenfuß. Der Kunde gab nach und bucht sie heute noch. "Finde deine eigene Richtung und behalte sie bei", empfahl die Referentin ihren Zuhörern.

Engagement

Als sie mit ihrem Unternehmen auf der Erfolgsspur war, habe sie irgendwann gemeint, sie müsse nun auch was für die Gemeinschaft tun. So fuhr sie Kinder aus einem Kinderheim kostenlos zu Veranstaltungen, war zwölf Jahre Vorsitzende der Werbevereinigung Velbert, wo sie die Mitgliederzahl von 100 auf 150 steigerte. Sie ist Mentorin von Jungunternehmerinnen in der Käthe-Ahlmann-Stiftung, Ratsfrau in der selbst initiierten Partei "Stadtteile VORAN" und, und, und...

Als sie vor sechs Jahren zwar viele Aufträge hatte, ihr aber die Fahrer fehlten, gründete sie kurzerhand eine Fahrschule. Mit einem Arzt, der einen Busführerschein hat, rief sie die "Trau dich"-Firma ins Leben, mit der körperlich nicht ganz fitte Kunden angesprochen werden. "Wenn jemand im Bus krank wird, hat man den Arzt sofort dabei, weil der den Bus fährt."

Da ihre Tochter kein Interesse an dem Busunternehmen hat, hat Gerda Klingenfuß es zum 1. Januar 2008 verkauft und zwar so, "dass alle Arbeitsplätze erhalten bleiben".

Beim e-port-pitch stellten anschließend fünf junge Gründer in zwei Minuten ihre Ideen vor. Zum Beispiel Eric Wünsche und Arne Schulenberg "Die Union der Helden", einen Online-Comic, in dem Unternehmen ihre Produkte platzieren können. kiwi

Initiatoren des 3rd Wednesday waren die Rhenus AG & Co. KG, die IHK und die Ruhr Nachrichten. www.3rd-wednesday.de

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