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Musik-Zauberer schenkten eine Stunde Glück

Aplerbeck "Das sind Zauberer, ich hab' schon was gehört", flüstert der Mann an der Eingangstür zur Auferstehungskirche der LWL-Klinik an der Marsbruchstraße.

In der Kapelle saßen gestern Nachmittag rund 30 behinderte Menschen, denen Bertha zu Knyphausen und ihr Verein "Live Music Now Münstlerland" mit Studierenden der Musikhochschule Münster eine besondere Weihnachtsfreude gemacht hat. Die Percussionisten Audrey Guttierez-Lehrke, Thorsten Kock und Peter Nagy haben den Bewohnern Musik geschenkt - Musik, die mit zarten Marimbaphon-Klängen die Seelen gestreichelt hat und mit Trommeln Herzen hüpfen ließ. "Ich muss aufpassen, dass ich nicht aufhöre zu atmen, so ergreifend ist das", sagt der Mann vom Eingang nach dem zweiten Musikstück leise. Sonst ist um diese Zeit alle 14 Tage offenes Singen in der Kapelle.

Ganz still war es im Raum, als die Musiker den Tanz eines Mädchens auf dem afrikanischen Balafon und Trommeln anstimmten - eine archaische Musik, die die Menschen fröhlich macht. Und noch leiser wurde es, als Peter Nagy mit dem Marimbaphon in den Variationen über ein japanisches Kinderlied besondere Schwingungen in die Kapelle brachte.

Der Verein "Live Music now Münsterland" bringt Musik zu Menschen, die nicht mehr in Konzertsäle gehen können. Vorbild ist Yehudi Menuhin, der mit seiner Geige auch in Gefängnissen und für KZ-Insassen gespielt hat. Finanziert hat das Konzert in Aplerbeck der Rotary Club Dortmund-Westentor.

"Die Resonanz ist viel größer, wenn wir für Behinderte spielen. Man spürt die Freude direkter", sagt Thorsten Kock. Dass dieser Nachmittag etwas Besonderes war, haben alle gespürt: die Musiker, die Betreuer und die Bewohner. Und die sahen nach dem Konzert viel glücklicher aus. Am 16. Dezember ist der Verein mit einem Musiker-Duo im Gefängnis zu Gast. JG

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