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Stadt räumt illegale Unterkunft im Dortmunder Westen

Mutmaßliches „Matratzenlager“ war von Kakerlaken befallen

Dortmund Viel zu viele Menschen auf engem Raum. Dazu Müll und Schrottautos. Lange herrschten chaotische Zustände in einer illegalen Unterkunft an der Westerfilder Straße. Nun zog die Stadt Dortmund die Reißleine und räumte das Gelände.

Mutmaßliches „Matratzenlager“ war von Kakerlaken befallen

Der Flachbau hinter der Tankstelle wurde geräumt und anschließend vom Bauordnungsamt versiegelt. Foto: Nils Heimann

Und plötzlich ging alles ganz schnell. Nachdem von Anwohnern schon länger beobachtet wurde, dass sich auf dem Gelände einer ehemaligen Tankstelle und eines ehemaligen Bordells an der Westerfilder Straße eine große Anzahl von Menschen aus Osteuropa angesiedelt hatte, hat die Stadt – wie jetzt bekannt wurde – am vergangenen Donnerstag das Gelände räumen lassen.

Das bestätigte Stadtsprecher Maximilian Löchter auf Anfrage. Aufgrund bauordnungsrechtlicher Mängel sei gegenüber der Hausverwalterin per Ordnungsverfügung eine Nutzungsuntersagung für das Objekt an der Westerfilder Straße 108 und 111 angeordnet worden. „Da die Nutzung aber nicht eingestellt worden ist, wurde das Objekt nun geräumt“, erklärte Löchter.

Das Objekt war massiv von Kakerlaken befallen

Insgesamt habe sich das Objekt in einem desolaten Zustand befunden. So habe es beispielsweise massive Verstöße gegen den Brandschutz gegeben. Außerdem seien annähernd alle Wohneinheiten – zum Teil sogar massiv – mit Kakerlaken befallen gewesen.

Nach Informationen unserer Redaktion hat es sich bei der Unterkunft wohl um ein sogenanntes „Matratzenlager“ gehandelt. Dabei ziehen dubiose Vermieter den Bewohnern eine horrende Miete für meist völlig heruntergekommene Unterkünfte aus der Tasche.

Gelände im Laufe der Zeit immer mehr zugemüllt

„Endlich ist das passiert, was wir Mengeder Politiker schon länger angesprochen haben“, sagte Bezirksbürgermeister Wilhelm Tölch mit Blick auf die Räumung. Nach einem Ortstermin vor Monaten seien er und weitere Mengeder Politiker schon damals zu der Einschätzung gekommen, dass die Unterbringungsmöglichkeiten dort menschenunwürdig seien. Vor allem um die zahlreichen Kinder, die dort lebten, habe man sich Sorgen gemacht, so Tölch.

Dem entspricht auch die Beschreibung einer Nachbarin, die die Entwicklung auf dem Gelände in den vergangenen rund fünf Jahren verfolgt hat. „Angefangen hat es alles mit einer Familie. Doch dann sind immer mehr gekommen – und haben das gesamte Gelände immer mehr zugemüllt und mit Schrottautos vollgestellt.“

Wieviele Menschen sich dort aufgehalten haben, ist unklar.

Wie viele Personen sich dort zuletzt regelmäßig aufgehalten haben, könne sie nur schätzen. Sie glaubt aber, dass es mindestens 40 Erwachsene und 30 Kinder gewesen seien. Dass es sich dabei jedoch um immer dieselben Personen gehandelt hat, bezweifelt sie: „Mein Mann hat mehrfach beobachtet, wie nachts ein Bulli mit britischem Kennzeichen vorgefahren ist und einige Menschen gebracht und andere dafür mitgenommen hat.“

Ein Blick auf das Gelände der illegalen Unterkunft

Auf dem Gelände der illegalen Unterkunft fand die Stadt viel Müll und einige kaputte Autos. Die Gebäude weisen massive Baumängel auf.
Auf dem Gelände der illegalen Unterkunft fand die Stadt viel Müll und einige kaputte Autos. Die Gebäude weisen massive Baumängel auf.
Auf dem Gelände der illegalen Unterkunft fand die Stadt viel Müll und einige kaputte Autos. Die Gebäude weisen massive Baumängel auf.
Auf dem Gelände der illegalen Unterkunft fand die Stadt viel Müll und einige kaputte Autos. Die Gebäude weisen massive Baumängel auf.

Bei der Räumung hätten die Beamten des Bauordnungsamtes allerdings nur 25 bis 30 Personen angetroffen, teilte Maximilian Löchter mit. „Aufgrund der unklaren Meldesituation und Aufenthaltsstruktur kann jedoch die genaue Anzahl der dort lebenden Personen nur geschätzt werden“, so Löchter. Bis auf eine Familie, die über einen gültigen Mietvertrag verfügt und daher noch für einen befristeten Zeitraum dort bleiben dürfe, mussten alle das Gelände verlassen. Wohin sich diese Menschen begeben haben, ließ sich am Mittwochnachmittag nicht klären.

Immobilie hatte schon länger im Fokus der Bauaufsicht gestanden

Dirk Reddig, CDU-Politiker in der Mengeder Bezirksvertretung, wohnt in der unmittelbaren Nachbarschaft und ist froh, dass die Stadt endlich tätig geworden ist: „Wir als CDU haben schon vor einiger Zeit eine Anfrage an die Stadt gestellt und gebeten, die Nutzung dort zu überprüfen.“

Offenbar nicht ganz ohne Wirkung, denn Maximilian Löchter teilte mit, dass die Immobilie bereits seit längerer Zeit im Fokus der Bauaufsicht stehe. Unklare Eigentumsstrukturen und ständig wechselnde Nutzer hätten bislang eine Reaktion seitens der Stadt verhindert. „Insbesondere im Hinblick auf permanent erfolgende illegale bauliche Änderungen und Erweiterungen war am Ende diese Vorgehensweise alternativlos.“

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