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Totschlagsverdacht

Mutter des toten Babys muss in Untersuchungshaft

DORTMUND Untersuchungshaft und Totschlagsverdacht: Nachdem am Dienstag in Kirchlinde ein totes Baby gefunden worden war, muss die 22-jährige Mutter des Mädchens in Untersuchungshaft. Das ordnete ein Richter wegen des dringenden Verdachts eines Totschlags an. Die Frau gab zu, das Baby allein im Keller gelassen zu haben.

Mutter des toten Babys muss in Untersuchungshaft

Der Fundort der Babyleiche am Mittwochmorgen.

  • Einen Tag nach dem Fund einer Babyleiche in Kirchlinde laufen die Ermittlungen auf Hochtouren
  • Ein Ermittlungsrichter ordnete am Nachmittag die Untersuchungshaft an
  • DNA-Analyse: Die junge Frau ist eindeutig die Mutter des toten Babys
  • Die 22-Jährige leugnete ihre Schwangerschaft
  • Den Ermittlern berichtete sie, dass sie das Baby nicht haben wollte
  • An der Fundstelle der Leiche trauern zahlreiche Passanten um das Kind
  • Staatsanwaltschaft: kein Versagen der Behörden

Wir haben bei der Staatsanwaltschaft nachgefragt, warum der Haftbefehl wegen Totschlags und nicht wegen Mordes ausgestellt wurde – zumal die Mutter wusste, dass ihr im Keller liegengelassenes Baby sterben werde. Staatsanwältin Sandra Lücke erklärte, dass für den schwerer wiegenden Mordvorwurf die typischen Mordmerkmale fehlen, darunter auch die „Arg- und Wehrlosigkeit“ des Opfers. Die Rechtsprechung geht davon aus, dass ein neugeborener Säugling keinen Argwohn empfinden kann. Abschließend bewerten wird dies später ein Gericht.   Hätten Behörden den Tod des Babys verhindern können? Laut Staatsanwaltschaft: nein. Aus den Ermittlungen seien keine Hinweise auf ein Behörden-Versagen hervorgegangen.  Da die Obduktion der Leiche abgeschlossen ist, wird das Mädchen zur Bestattung freigegeben. Darum müssen sich jetzt die Angehörigen kümmern.

Polizei und Staatsanwaltschaft informieren soeben: Ein Richter hat auf Antrag der Staatsanwaltschaft die Untersuchungshaft angeordnet. Die Ermittlungen gegen die nicht vorbestrafte 22-jährige Frau aus Kirchlinde zielen aktuell auf Totschlag ab. Die Frau wurde in das Frauengefängnis nach Gelsenkirchen gebracht.

DORTMUND Da war selbst Sorgentelefon-Experte Domian geschockt: Die Schwester der Mutter des toten Babys von Kirchlinde hat in der Nacht zu Mittwoch in der gleichnamigen TV-Show angerufen. Joline (31) schüttete Domian ihr Herz aus - und gab verstörende Einblicke in das Seelenleben ihrer Schwester.mehr...

Die junge Frau räumte ein, das Baby im Keller des Hauses an der Hangeneystraße 67 zur Welt gebracht und es "im Keller liegen gelassen zu haben". Sie gab an, "das Kind nicht haben zu wollen". Gegenüber ihrem Lebensgefährten, dem Jugendamt und Bekannten habe sie die Schwangerschaft geleugnet. Ergebnisse einer DNA-Analyse haben ergeben, dass die Beschuldigte die Mutter des toten Säuglings ist.

Wir haben kurz mit der Staatsanwaltschaft telefoniert und gehen davon aus, dass Polizei und Justiz in etwa einer Stunde weitere Informationen über die Hintergründe veröffentlichen. Dann geht es darum, ob die Frau in Untersuchungshaft oder eine Psychiatrie muss oder wieder auf freien Fuß gesetzt wird. Ämter hatten den verdacht, dass die von der Stadt bereits betreute Frau schwanger war. Ein Sprecher des Amtsgerichts hat heute erklärt, dass die Justiz eine gynäkologische Untersuchung zur Überprüfung einer Schwangerschaft nicht anordnen und durchsetzen kann. Gleiches gilt für eine Geburt. Laut Gericht fehlt die gesetzliche Grundlage dafür, eine ordnungsgemäße Geburt anzuordnen.

Für schwangere Mütter in einer besonderen Notlage gibt es seit dem 15. Mai 2014 ein neues Angebot, das eine medizinisch gesicherte Geburt garantiert - die "vertrauliche Geburt". Unser Reporter Peter Bandermann hat darüber mit Andrea Steffen von der Beratungsstelle "donum vitae" geführt. Hier das Interview:

DORTMUND Mütter in Notlagen können in Dortmund nach einer Geburt ihr Kind hinter der "Babyklappe" der Kinderlinik an der Humboldtstraße ablegen. Seit dem 1. Mai 2014 gibt es per Gesetz auch das Angebot der "vertraulichen Geburt". Ein Interview mit Andrea Steffen von der Beratungsstelle "donum vitae".mehr...

Wir waren einen Tag nach dem Fund der Babyleiche am Fundort in Kirchlinde. Dort ist sofort ersichtlich: Viele Menschen sind schockiert von dem Fall und trauern um das Kind. 

Gedenkstätte vor dem Haus an der Hangeneystraße

Blick auf die Gedenkstätte vor dem Haus an der Hangeneystraße 67.
Blick auf die Gedenkstätte.
"Ruhe in Frieden Kleiner Engel" - Holzkreuz an der Hauswand
Blick auf die Gedenkstätte vor dem Haus an der Hangeneystraße.
Kerzen, ein kleiner Eisbär, ein Schild mit der Frage "Warum?" - Der Tod des Säuglings beschäftigt die Menschen sehr, die Anteilnahme ist groß.
Ein schnell angefertigtes Kreuz mit der Aufschrift "Ruhe in Frieden Kleiner Engel". Das Kreuz lehnt an der Hauswand, neben einem Kellerfenster.
Stoff- und Kunststoff-Tiere, eine Rassel - typische Baby- und Kinderspielzeuge, abgelegt an der Gedenkstätte.
Ein kleines Lichtermeer am Straßenrand. Bürger entzündeten die Lichter, um ein Zeichen zu setzen.
Auf der Treppe, die in das Haus der Mutter an der Hangeneystraße 67 führt, liegt ein "schlafendes" Stofftier. Im Hintergrund ein Kreuz mit der Aufschrift "Ruhe in Frieden".
Eine Englesfigur zwischen Kerzen, Blumen und Stofftieren.
Qurtiertkümmerer sind im Auftrag der Stadt Dortmund auf der Hangeneystraße stehen. Sie halten inne und passen bei Streifengängen auf, dass die Gedenkstätte in Ordnung bleibt.
Die Gedenkstätte vor dem Haus an der Hangeneystraße. Die Mutter brachte den später tot aufgefundenen Säugling im Keller des Hauses zur Welt.
Blick auf die Fassade des Hauses an der Hangeneystraße. Bürger haben eine Gedenkstätte errichtet.
Das Haus mit der Nummer 67 an der Hangeneystraße in Kirchlinde - hier entzog das Jugendamt der Stadt Dortmund einer 22-Jährigen das Sorgerecht für drei Kinder, bevor die Mutter im Keller ein viertes Kind zur Welt brachte und den Säuging sterben ließ.

An der Fundstelle der Babyleiche spielen sich nach Angaben unseres Reporters bewegende Szenen ab. Passanten bleiben stehen, Autofahrer halten an, andere kommen gezielt in die Straße, um ihre Trauer auszudrücken. Gerade hat ein Passant ein Gebet gesprochen.

Zahlreiche Grablichter stehen vor dem Haus. Trauernde die etwas zurücktreten unterhalten sich nur über ein Thema: Warum musste das Baby in Kirchlinde sterben?Aktualisierung 9.41 Uhr:

Die Mutter des toten Babys ist nach der Festnahme durch die Polizei inzwischen gynäkologisch untersucht und versorgt worden, um Komplikationen zu vermeiden und die Gesundheit der jungen Frau zu schützen. Die Untersuchungen wurden in einer Klinik vorgenommen. Dabei befand sich die Frau in der Obhut der Polizei. Ein Ermittlungsrichter entscheidet am Mittwoch Nachmittag auf Antrag der Staatsanwaltschaft, ob die Untersuchungshaft angeordnet wird.

Totes Neugeborenes gefunden

In diesem Haus in Kirchlinde wurde das tote Baby gefunden.
Die Spurensicherung der Dortmunder Kripo am Tatort.
Hinter dieser Tür wohnte die 22-jährige Mutter des toten Kindes.
Die Spurensicherung der Dortmunder Kripo am Tatort.
Eine Mitarbeiterin der Spurensicherung betritt am Dienstag in Kirchlinde das Mehrfamilienhaus, in dessen Keller in der Nacht eine Babyleiche gefunden worden war.
Die Polizei hat drei Türen im Haus versiegelt.
Eine Mordkommission der Polizei ermittelt, warum ein totes Neugeborenes hinter dieser Kellertür lag.
Ein Anwohner hat das tote Kind gefunden. Jetzt gibt der Mann ein TV-Interview.
Hinter diesem Kellerfenster wurde das tote Baby gefunden.
Eine Mitarbeiterin der Spurensicherung betritt am Dienstag in Kirchlinde das Mehrfamilienhaus, in dessen Keller in der Nacht eine Babyleiche gefunden worden war.
Ein Bewohner hatte im Keller eine größere Menge Blut entdeckt und die Polizei alarmiert. Bei der Durchsuchung der Kellerräume fanden Beamten die Leiche. Eine Mordkommission hat die Ermittlungen aufgenommen.
Die 22-jährige Mutter des Babys wurde noch in der Nacht festgenommen.
Die 22-jährige Mutter des Babys wurde noch in der Nacht festgenommen.
Ein Bewohner hatte im Keller eine größere Menge Blut entdeckt und die Polizei alarmiert. Bei der Durchsuchung der Kellerräume fanden Beamten die Leiche. Eine Mordkommission hat die Ermittlungen aufgenommen.

Eine wichtige Frage ist auch, ob der Lebensgefährte der Frau den Tod des Säuglings hätte verhindern können, sofern er von der Schwangerschaft und der bevor stehenden Geburt wusste. "Das müssen weitere Ermittlungen ergeben", berichtete Staatsanwältin Sandra Lücke am Mittwochmorgen.

DORTMUND Schrecklicher Fund in einem Wohnhaus in Kirchlinde: Anwohner haben in der Nacht zu Dienstag die Leiche eines Babys im Keller entdeckt. Die Polizei hat die 22 Jahre alte Mutter des toten Mädchens festgenommen. Am Mittwoch wird die Frau einem Ermittlungsrichter vorgeführt.mehr...

Die Mordkommission wird weitere Gespräche mit Zeugen und die zurzeit vorliegenden Ermittlungsergebnisse auswerten.

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