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Nabucco auf der Seebühne: Prächtige Kostüme im Regen

DORTMUND Der Glaube versetzt bekanntlich Berge. Genau das, der Glaube an den Sieg der Gottesstreiter über den heidnischen Materialismus, hat Verdi am Libretto zu seiner Oper „Nabucco“ fasziniert. Auf der Seebühne gab es eine andere Glaubensfrage.

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In der Arena di Verona hätte es wohl Regenpausen gegeben ? Hochachtung vor den Sängern, die sich ohne Überdachung auf der Seebühne stimmlich verausgabten.

Die Zuschauer saßen vier Akte lang im Regen - und konnten ohne Opernglas nicht einmal viel vom Geschehen auf der Bühne erkennen.

Denn der Glaube daran, dass es nicht vier Akte wie aus Kübeln regnen würde, hat wohl die tapferen Solisten von der Staatsoper Prag und dem Classical Symphonic Orchestra am Donnerstag auf der Seebühne im Westfalenpark und das Publikum auf den gut gefüllten Bänken durchhalten lassen.

Bis die Seebühne zum Bregenz des Reviers wird, muss noch viel Wasser die Buschmühle herunter fließen. Aber Freiluft-Festspielstimmung war zu spüren. Da schmeckte die Bratwurst zur Ouvertüre, bei der auch zwei Kamele über die Bühne spazieren geführt wurden. Es gab Rotwein und Proviant aus dem Picknickkorb zum Gefangenchor, dem Mitsumm-Schlager der Oper. Zweieinhalb Stunden später, nach der Zugabe des berühmten „Flieg Gedanken“, flogen Feuerwerkskörper in den Himmel.

Debütanten neben Experten mit Reclam-Heft Da saßen Opern-Debütanten neben Experten, die das Reclam-Textheft im regenfesten Gefrierbeutel mitlasen und mit Opernglas von den Solisten mehr sahen als daumenkleine Figuren in der Ferne. Da schnatterten Gänse gegen Belcanto aus den Boxen an. Sie hätten wohl lieber „Schwanensee“ gesehen – ganz ohne Sänger. Und da kämpfte Dirigent Michael Kriegel in den beiden ersten Akten im Anorak vor seinem kleinen Orchester unterm weißen Zelt gegen den Regen.Prächtige Kostüme im Regen nicht zu sehenVon den prächtigen Kostümen sah man in den Regenakten nicht viel: Sie waren wie das Publikum unter der Taschen-Regenjacke Polli versteckt. In der Arena di Verona hätte es wohl Regenpausen gegeben – Hochachtung vor den Sängern, die sich ohne Überdachung da stimmlich verausgabten. Und die meisten Orchestermusiker hätten die Instrumente in der großen Luftfeuchtigkeit wohl erst gar nicht ausgepackt. Streichinstrumente verstimmen sich hörbar leicht.

Die Atmosphäre mit Spiegeleffekten im Wasser, Fackeln und Licht war faszinierend. Und der Sänger des Nabucco der herausragende Solist auf der Bühne.

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