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Neue Sicht auf Elsy Ury

Vor 15 Jahren machte die Biografie einer Dortmunder Autorin Furore: Marianne Brentzel veröffentlichte als erste und bislang einzige Schriftstellerin die Lebensgeschichte der jüdischen "Nesthäkchen"-Autorin Else Ury. Sechzehn Auflagen erlebte das Buch, nun gibt es eine völlig überarbeitete Neuauflage.

Rund 30 000 Exemplare verkauften sich von der Biografie Elsy Urys, die 1943 in Auschwitz ermordet wurde. Marianne Brentzel schrieb anschließend weitere Frauen-Biografien, über Hilde Benjamin und Bertha Pappenheim etwa, doch Else Ury ließ sie nicht los. "Es gab noch so viele offene Fragen", sagt Brentzel, "außerdem hatte sich meine Sicht auf die Autorin inzwischen geändert".

Mehr und mehr habe sie erkannt, so Brentzel, dass Else Ury mit ihren 39 Romanen die deutsche und die jüdische Welt miteinander verbinden wollte. Ein Beispiel dafür: Die Rolle der Frau in Urys Romanen. "Die Mütter haben in ihren Büchern eine sehr starke Position, das ist eher typisch jüdisch und bildet einen Gegenpol zu den damals ebenfalls erschienenen Pucki-Bänden", so Brentzel.

Auch das genaue Todesdatum der Ury - der 13. Januar 1943 - kennt Brentzel erst seit einigen Jahren. Weitere Details erfuhr sie auf einer ihrer Lesereisen. "Einmal sprach mich ein Ehepaar an, das sie in der Deportationsstelle kennen gelernt hat", sagt Brentzel, "sie haben mir erzählt, dass Else Ury Mitgefangene getröstet habe".

Brentzel selbst hat "Nesthäkchen" als Kind verschlungen und sogar damit lesen gelernt. Heute betrachtet sie die Bücher ganz anders. "Im letzten Nesthäkchen-Band schildert Ury sehr distanziert, wie die Faschisten in Italien dem Duce zujubeln. So etwas habe ich als Kind gar nicht wahrgenommen."

Am 1. November wäre Else Ury 130 Jahre alt geworden. Katrin Pinetzki

Buchvorstellung am 7.11., 19.30 Uhr, Studio B, Königswall 18, Eintritt 2,50 . Wer das älteste Ury-Buch mitbringt, erhält einen Gutschein von HomBuch. "Mir kann doch nichts geschehen" erscheint in der edition ebersbach, Berlin.

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