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Nicht auf Sand geb(r)aut

6400 Menschen verdienen in Dortmund ihr Geld in der Kultur- und Kreativwirtschaft. Einige dieser "kreativen Köpfe" stellen wir in unserer Serie vor. Heute: Werner W. Jaing von JaingConsult.

Nicht auf Sand geb(r)aut

<p>Werner Jaing mit seinem Volmetaler in der hellen und dunklen Version. Reminghorst</p>

Wie kommt ein Mann dazu, nach über 20 Jahren Tätigkeit in der Getränkeindustrie auf einmal Sandskulpturen bauen zu lassen? "Im Getränkebereich hatte ich die Region abgegrast", meint Werner W. Jaing und der Biermarkt sei schon lange ein schrumpfender Markt. "Bereits in den 80er Jahren war absehbar, dass in Dortmund höchstens zwei Brauereien übrig bleiben werden." Geblieben ist nur eine. So kam ihm Anfang des neuen Jahrtausends immer häufiger der Gedanke, sich selbstständig zu machen. Mit der Umbenennung der Union/Ritter Brauerei in Lütgendortmund in Brinkhoff's sowie der Markenneuentwicklung für Brinkhoff's im Jahr 2003 tat der heute 51-Jährige den ersten Schritt in diese Richtung. Und so kam es letztlich dazu, dass Jaing in diesem Sommer das Sandfestival Ruhr, das 58 000 Besucher zum Freizeitzentrum Kemnade in Bochum zog, initiierte und mitveranstaltete. "Vor dem Hintergrund des schlechten Wetters war das ein Riesenerfolg", meint der Diplom-Kaufmann.

In Lübeck hatte er eine ähnliche Veranstaltung im Jahr 2002 gesehen, "da habe ich gleich gedacht, das müsste es hier auch geben". Gedacht, getan. Es habe auch die Überlegung gegeben, das Festival auf Phoenix-West laufen zu lassen, geklappt hat es nicht. Doch auch wenn das Festival nicht in Dortmund stattfand, arbeitete Jaing u.a. mit dem heimischen Getränkehändler Weidlich oder dem Caterer Vreriksen zusammen.

Marke neu entwickelt

Frei nach dem Sprichwort "Die Katze lässt das Mausen nicht" hat Werner Jaing dem Bier nicht ganz abgeschworen - mal davon abgesehen, dass davon auch beim Sandfestival jede Menge floss. Mit der Hagener Vormann-Brauerei, bei der übrigens auch das Dortmunder Bergmann Bier gebraut wird, konzipierte der Unternehmensberater das "Volmetaler", eine völlige Markenneuentwicklung. Auch auf einem rückläufigen Biermarkt ließen sich mit neuen Produkten und einem entsprechenden Marketing immer noch Nischen erobern, ist Jaing überzeugt. Das Volmetaler biete regionale Identität, "das Volmetal und die Volmetalbahn kennen viele, ohne dass man den Namen bewerben muss."

Handwerkliche Braukunst sei aufgrund der geringen Menge möglich, so könne etwa natürlicher Doldenhopfen eingesetzt werden und die Brauerei habe ihr eigenes Quellwasser aus dem Rumbachtal. Daraus wird ein relativ mildes Pils gebraut, das es auch in einer dunklen Variante gibt. "Die ist für den Handel sehr interessant." Noch werde das Volmetaler zu wenig verkauft, insbesondere den Dortmunder Süden habe er noch im Visier.

Für eine Bäckerei oder den TV Einigkeit Barop hat Jaing schon neue Auftritte entwickelt. Bei vielen Handelsmarken im Lebensmittelbereich sieht er großen Nachholbedarf in Sachen Marketing. Und das Konzept fürs Sandfestival ist nicht auf Sand gebaut, sondern ausbaufähig.

kiwi www.jaingconsult.com

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