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Tendenz steigend

Obdachlose übernachten häufig auf Spielplätzen

Dortmund Regelmäßig trifft Betreuerin Sonja Flocke auf Obdachlose, wenn sie mit ihrer Kindergruppe morgens Spielplätze am Rand des Kreuzviertels besucht. Einerseits hat sie Verständnis für die Menschen, die auf der Straße leben, andererseits zeichnet sie für das Kindeswohl verantwortlich. Die Erzieherin hat einen Vorschlag.

Obdachlose übernachten häufig auf Spielplätzen

Betreuerin Sonja Flocke trifft mit ihrer Kindergruppe auf Spielplätzen regelmäßig auf Obdachlose. Deshalb fordert sie, diesen Menschen mehr öffentlichen Raum für die Nächte zur Verfügung zu stellen. Foto: Michael Schuh

Sonja Flocke befindet sich in einer Zwickmühle. Regelmäßig besucht die Betreuerin des Kindernestes Bolmke mit kleinen Kindern und ihrer Kollegin Spielplätze, wo sie morgens ebenso regelmäßig auf Obdachlose trifft, die in oder unter Spielhäusern übernachtet haben. Die Erzieherin zeigt einerseits viel Verständnis für Menschen, die einen trockenen Schlafplatz suchen, sieht andererseits aber den Auftrag der Eltern, sich verantwortungsvoll um deren Nachwuchs zu kümmern.

„Die Obdachlosen sind stets freundlich, aber sie okkupieren leider Orte, die Kinder benutzen möchten. Und ich bin für deren Wohl verantwortlich“, sagt Flocke – und fordert deshalb mehr öffentliche Räume, in denen diese Menschen nachts ein Dach über dem Kopf haben.

Angst vor Diebstahl

Mit neun Mädchen und Jungen bis zu vier Jahren gehen die Erzieherin und ihre Kollegin auf die Spielplätze des Gartenvereins Ardeyblick oder am Südwest-Friedhof, sobald es das Wetter zulässt. Nunmehr im dritten Jahr beobachtet Sonja Flocke dabei, dass häufig Obdachlose dort übernachten: „Früher kam das viel seltener vor, aber die meist jungen Männer erzählen, dass in den öffentlichen Unterkünften oft kein Bett frei sei.“

Außerdem erfuhr sie, dass nicht selten Angst die Wahl des Schlafplatzes bestimme: „Einige von ihnen haben mir erzählt, dass sie befürchten, an anderen Orten beraubt zu werden. Teilweise haben sie wirklich Angst um ihr Leben.“

Hinterlassenschaften

Die Kinder würden den Männern meist offenherzig gegenübertreten, aber als Betreuerin könne sie nicht erlauben, dass die Mädchen und Jungen intensiven Kontakt zu Fremden aufbauten. Ein weiteres Problem: Dann und wann fänden sich auch Hinterlassenschaften der Obdachlosen auf dem Spielplatzgelände.

Mitarbeiter des Ordnungsamtes hätten Obdachlosen in der Vergangenheit zwar häufiger einen Platzverweis erteilt, „aber nach zwei Tagen sind sie meistens wieder da. Sie finden ja nichts anderes.“

„Es macht uns ärgerlich und stimmt mich traurig, dass öffentliche Einrichtungen und Kirchen diesen Menschen keine Übernachtungsmöglichkeiten bieten – denn genügend Platz gäbe es doch eigentlich,“ sagt Flocke und zählt Orte wie öffentliche Heime, Tiefgaragen, warme U-Bahn-Schächte oder auch kirchliche Gebäude auf.

Schlafsäcke reichen nicht

Dass für Bedürftige Schlafsäcke gesammelt würden, sei zwar positiv, „aber das Sammeln allein reicht nicht. Es muss dringend etwas freigegeben werden; und zwar jetzt, wenn der Winter kommt.“

Dabei hofft die Pädagogin auf Unterstützung aus vielen Teilen der Gesellschaft: „Sie muss Plätze in ihrer Mitte frei machen. Sonst wird alles nur noch prekärer.“

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