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Erdbauarbeiten

Ökologische Aufwertung der Emscher bis September abgeschlossen

HUCKARDE Vier Kilometer der Emscher wurden seit 2011 ökologisch und optisch aufgewertet. Im September sollen die Arbeiten beendet sein. Dabei musste wesentlich mehr Sondermüll abtransportiert werden, als die Emschergenossenschaft erwartet hatte.

Ökologische Aufwertung der Emscher bis September abgeschlossen

Franz-Josef Rüller (l.) und Michael Wulf von der Emschergenossenschaft am Emscherufer in Huckarde.

 „Erdbauarbeiten ohne Probleme gibt es nicht“, sagt Franz-Josef Rüller, Projektleiter der Emschergenossenschaft. „Doch im Bereich Huckarde lief eigentlich alles glatt“, freut er sich. Die Arbeiten am einstigen Abwasserfluss sind für die Huckarder und Dorstfelder im September beendet. Dann sind auch die Kilometer 58,327 bis 62,272 der Emscher, also die Strecke von der Brücke an der Franziusstraße bis zur Schnettgerbrücke, ökologisch aufgewertet. Begonnen haben die Arbeiten an dem vier Kilometer langen Abschnitt im Januar 2011. Die Kosten belaufen sich auf zirka 5,4 Millionen Euro. Ein Teil des Geldes ging für die Entsorgung alter Spundbohlen drauf. Insgesamt wurden bei den Arbeiten nämlich rund 75 000 Kubikmeter Boden bewegt. Und zirka 42 000 Kubikmeter davon wurden abtransportiert: als Sondermüll. „Das war mehr, als wir ursprünglich erwartet haben“, berichtet Franz-Josef-Rüller.

Neben der optischen und ökologischen Aufwertung wurde im Zuge der Arbeiten noch eine wichtige Verbesserung erreicht: Der alte Düker (Emscher-Durchlass unter der Huckarder Straße) wurde wegen seines sehr engen Profils abgerissen, der neue Düker lässt der Emscher deutlich mehr Raum, so dass nun ein besserer Hochwasserschutz geboten wird. Die Emscher kann im Starkregenfall einfacher abfließen, es kommt im Bereich der Brücke zu keinem Rückstau bzw. keiner Überschwemmung mehr. In Dorstfeld waren die Arbeiten zur Verbesserung des Hochwasserschutzes bereits vor der ökologischen Aufwertung abgeschlossen. Die Brücke „Am Mühlenberg“ wurde abgerissen. Die neue ist deutlich höher. Auch dort kann die Emscher nun auch im Starkregenfall problemlos die Brücke unterqueren, ohne dass es zu einer Überschwemmung kommt. Außerdem wurden die Deiche zum Negerdorf erhöht.  

Bilder von der ökologischen Aufwertung der Emscher

Am Emscherufer in Huckarde berichteten Franz-Josef Rüller (links) und Michael Wulf von der Emschergenossenschaft über die Arbeiten.
Zur Befestigung es Ufers werden Steinkörbe (Gabionen) eingebaut.
Bei den Arbeiten wurden seit Januar 2011 75.000 Kubikmeter Boden bewegt.
Die ehemaligen Stützpfeiler der großen Gasleitung zwischen Huckarde und Dorstfeld bleiben stehen. In ein paar Jahren werden sie hinter der Vegetation verschwunden sein.
Ein Stück der alten Gasleitung.
Die Emscher im Bereich der Huckarder Allee Richtung Dorstfeld. Rechts wird später ein Fahrradweg angelegt. Außerdem stehen noch Pflanzarbeiten an.
Auf dem  vier  Kilometer langen Bauabschnitt  gibt es auch enge Stellen, wo eine Verbreiterung des Flussbettes nicht möglich war.
Im Bereich der Dorstfelder Brücken laufen die Arbeiten auf Hochtouren.

Diese Arbeiten sollten ursprünglich eigentlich erst im Zuge der Aufwertung ausgeführt werden. Doch nach dem Starkregen 2008, der das Negerdorf unter Wasser setzte, zog die Emschergenossenschaft sie vor, um den Bewohnern der alten Bergarbeiter-Siedlung bereits schneller einen besseren Schutz zu bieten.

Abwasserfrei ist die Emscher in Dorstfeld und Huckarde übrigens bereits seit Anfang 2010. Nun ist auch der Umbau im Bereich des Flussbettes deutlich sichtbar. Nur an den Dorstfelder Brücken und unterhalb der Huckarder Straße wird momentan noch das Ufer mit Gabionen, also Steinkörben, gesichert. Für die Huckarder und Dorstfelder verändert aber nicht nur der Fluss sein Gesicht. Für sie entsteht noch ganz nebenbei ein reizvoller Radweg von der Franziusstraße bis zur Schnettkerbrücke. Denn neben der Emscher verlaufen die neuen Abwasserrohre. Für ihre Wartung und Pflege entsteht ein Wirtschaftsweg, der dann auch als Radweg genutzt werden kann. Und das dürfte nicht nur jeden, der einmal über die Emscherallee mit dem Rad von Huckarde nach Dorstfeld gefahren ist, in größte Vorfreude versetzen.

Verschönert wird der Weg noch durch Pflanzungen, die als letzte Maßnahme im Herbst oder im kommenden Frühjahr vorgenommen werden. Bäume und Büsche entlang der Emscherallee sind geplant. „Aber einiges überlassen wir auch der Natur. Wasserpflanzen pflanzen wir zum Beispiel nicht“, erklärt Michael Wulf, der die Erdarbeiten begleitet. „Aber wie auch momentan in der Bolmke, wird sich die Natur Stück für Stück den Fluss zurückholen.“ In ein paar Jahren entsteht so für Radler und Wanderer aus Huckarde und Dorstfeld ein Weg, der trotz benachbarter Schnellstraße ideal für Ausflüge ist und die Lebensqualität der beiden Orte erhöht.

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