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Anwohner-Beschwerde

Party-Video: Wilde Feier im Polizeipräsidium

DORTMUND Es war in der Nacht zu Montag, da hatte Barbara F. die Nase gestrichen voll: Ihre Nachbarn feierten eine Party gegenüber und waren laut, doch die Polizei konnte sie nicht dort hinschicken. Die Beamten waren nämlich schon da: Die Feier fand im Polizeipräsidium statt. Wir zeigen das Party-Video - und haben mit der Polizei gesprochen.

Party-Video: Wilde Feier im Polizeipräsidium

Barbara F. an ihrem Schlafzimmerfenster. In der Nacht bevor dieses Foto entstand, nahm sie mit ihrem Handy ein Video von der Party auf. Zu sehen ist nicht viel – zu hören aber einiges.

Wenn der Nachbar zu laut feiert, kann man mitfeiern. Oder höflich nachfragen, ob das auch etwas leiser geht. Oder, wenn nichts mehr geht, die Polizei rufen. Was aber macht man, wenn der, der da feiert, selbst die Polizei ist? Und die Musik laut bleibt? Vor der Frage stand in der Nacht zu Montag auch die 29-jährige Barbara F. 

Partys findet sie selber nicht schlecht, aber in der Nacht auf einen Montag in der Nachbarschaft - das wollte sie nicht. Dass da in ihrer Nachbarschaft kräftig gefeiert wurde, kann sie belegen: Sie hat in der Nacht zu Montag ihr Handy herausgeholt und Videoaufnahmen aus ihrem Fenster heraus gemacht – darauf ist die Hohe Straße zu sehen, im Dunkeln liegt das Polizeipräsidium gegenüber.

Partymusik und johlende Menschen

Es gibt wenig zu sehen und viel zu hören. Partymusik, johlende Menschen, es klingt so, als hätten die Menschen gegenüber eine Menge Spaß. „Juhuu-Girls“ nennt Barbara F. die Frauen, die man da durch die Dunkelheit hören kann. Die 29-Jährige entschied sich, zum Telefon zu greifen.

Zehnmal, sagt sie, habe sie im Polizeipräsidium angerufen, sechsmal habe sie jemanden erreicht. Am Anfang habe es geheißen, man werde sich kümmern, später sei ihr empfohlen worden, ihr Fenster zu schließen. Letztlich habe man ihr erklärt, dass ihr Lärmempfinden subjektiv sei.

Als sie daraufhin den Polizisten, den sie am Telefon hatte, nach seinem Namen gefragt habe, habe er sie gefragt, ob sie keinen eigenen Namen habe. Eine „bodenlose Frechheit“ findet das Barbara F. Doch wer die Party-Meute war, blieb gestern unklar. Die Anwohnerin sagt, die Feier habe im Polizeipräsidium stattgefunden, es sei auch nicht die erste gewesen.

Polizei schweigt zur Party

Die Polizei hält sich am Montag zurück: Die Pressestelle will auch auf Nachfrage weder sagen, wer die Party veranstaltet hat, noch wie viele Menschen an ihr teilnahmen, und sie will auch nicht angeben, ob solche Veranstaltungen häufiger vorgekommen seien.

Da es sich um ein laufendes Beschwerdeverfahren handele, könne man keine Einzelheiten nennen. Man nehme den Hinweis aber in jedem Fall ernst. In einer schriftlichen Äußerung der Polizei gegenüber unserer Redaktion heißt es weiter: „Darüber hinaus ist es uns wichtig zu betonen, dass wir normalerweise jeden Einsatz wegen eines Hinweises auf Ruhestörung wahrnehmen, auch wenn wir selber als Verursacher benannt werden. Und normalerweise ist es auch nicht unser Ansinnen, unsere Nachbarn zur späten Stunde zu stören.“

Gegen 2.20 Uhr, sagt Barbara F., habe sie dann - trotz der Hitze - die Fenster geschlossen. Gegenüber sang, sagt die 29-Jährige, gerade Whitney Houston.

In eigener Sache: Auf Wunsch der Anwohnerin haben wir ihren Nachnamen nachträglich abgekürzt. Der vollständige Name ist der Redaktion bekannt.

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