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Perfektionist für die Profis

5 vor 5 in Dortmund. Jeden Mittwoch porträtieren wir an dieser Stelle Menschen unserer Stadt.

Er hat das Zeug zum Perfektionisten, sorgt dafür, dass alles an seinem Platz ist. Frisch gewaschene Trikots am Haken, Schuhe vor der Bank, gekühlte Getränke auf dem Tisch. Frank Gräfen ist Zeugwart beim BVB. Bei den Profis. Ob im Trainingszentrum oder Stadion, bei Heim- oder Auswärtsspielen - der 42-Jährige erledigt seine Arbeit geräuschlos, kommt morgens um 8 Uhr mit als erster und geht oft zwölf Stunden später mit als letzter.

Der ehemalige Bergmechaniker hat 2004 sein Hobby zum Beruf gemacht. "Ich stelle die Jungs gern zufrieden", sagt er. Die Truppe sei in Ordnung. "Was ich von Kollegen in der Bundesliga höre, läuft es nicht überall so."

Vorbildlich seien Roman Weidenfeller und Sebastian Kehl. "Die ziehen ihre Sachen richtig aus. Über dem Kopf." Andere werfen sie auf links in den Wäschekorb. In dem Fall kommt das Trikot auch auf links wieder an den Haken. "Die Maschine dreht das nicht um", grinst Gräfen. Und er auch nicht. "Das müssen die Jungs selbst machen. Da sagt aber keiner was."

Tinga, verrät er, entkleidet sich in einem Rutsch. "Alles am Stück. Wie ein Overall". Einmal habe er versucht, die Wäsche des Brasilianers genauso zu waschen, "so rein wie raus". Hat aber nicht geklappt.

Um fünf vor Fünf wartet er meist, dass die Jungs Minuten später von der zweiten Trainingseinheit in die Kabine zurückkommen, um gleich die großen Waschmaschinen anzuwerfen. Wenn er Zeit hat, treibt Frank Gräfen gern selbst Sport. Joggt. "Um mich abzureagieren." Nach einem verlorenen Spiel.

Wo in der Tabelle steht seine Borussia am Ende der Saison? Er holt tief Luft, denkt nach, atmet aus: "Deutlich höher als jetzt." Gaby Kolle

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