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Cannabis-Prozess

Plantage im Keller: Zeuge belastet Musikprofessor

DORTMUND War ein renommierter und weltweit geachteter Musikprofessor aus Kamen tatsächlich der heimliche Chef mehrerer Cannabis-Plantagen in Derne und Dorstfeld? Im Prozess vor dem Landgericht hat sich dieser Verdacht der Staatsanwaltschaft am Mittwoch noch einmal erhärtet.

Plantage im Keller: Zeuge belastet Musikprofessor

Das Landgericht in der Kaiserstraße.

Gegen den 50-Jährigen spricht ab sofort nicht mehr allein der Umstand, dass bei einer Durchsuchung seiner repräsentativen Kamener Villa im Oktober 2011 eine gewaltige Keller-Plantage mit über 1000 Pflanzen gefunden wurde.

Darüber hinaus vernahmen die Richter am Mittwoch einen langjährigen Weggefährten des Professors als Zeuge. Und was dieser zu berichten hatte, könnte dem Akkordeon-Genie unter Umständen sogar eine Haftstrafe im zweistelligen Bereich einbringen.Vor dem Betrieb der Plantage in der Villa soll der Angeklagte auch bei mehreren Cannabis-Aufzuchtversuchen in Derne und Dorstfeld seiner Finger im Spiel gehabt haben. "Der Angeklagte hat die Container besorgt - das weiß ich sicher", sagte der Zeuge zum Beispiel. Und: "Ich habe auch mal in seinem Auftrag vier Kilo Marihuana verkauft."

Insgesamt sollen mehrere hundert Kilo Rauschgift durch die filigranen Hände des Professors gegangen sein. Hauptabsatzmarkt war angeblich die italienische Lagunenstadt Venedig. Auch dazu wusste der Belastungszeuge Interessantes zu erzählen: "Er hat mich mal mitgenommen nach Italien. In Venedig wurde ich dann für 45 Minuten in ein Café gesetzt. Anschließend kam der Profesor wieder, und wir sind nach Hause gefahren." Er sei sicher, dass der Musiker sich dort nicht mit anderen Künstlern, sondern weitaus zwielichtigeren Gestalten getroffen habe.

Der Angeklagte bestreitet dagegen weiter, etwas mit Rauschgiftgeschäften zu tun gehabt zu haben. Vielmehr habe er sich in den vergangenen Jahren fast ständig auf Reisen befunden. Mit anderen Worten: Was seine Bekannten in dieser Zeit in der Villa veranstaltet hätten, habe er nicht zu verantworten.

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