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Pohlmann von CDU und FDP einstimmig zum OB-Kandidaten gekürt

DORTMUND Jeweils einstimmig haben die Kreisvorstände von CDU und FDP am Dienstagabend den parteilosen Verwaltungsjuristen Joachim Pohlmann (54) zu ihrem gemeinsamen OB-Kandidaten für die Kommunalwahl 2009 gekürt.

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Lässt sich nicht in Schubladen stecken: Joachim Pohlmann, gemeinsamer OB-Kandidat von CDU und FDP.

Joachim Pohlmann mit seiner jüngsten Tochter Anna.

Auf einen Nenner gebracht: FDP und CDU haben sich mit Joachim Pohlmann auf einen OB-Kandidaten geeinigt.

CDU-Parteichef Erich G. Fritz sprach am Mittwoch in einer gemeinsamen Pressekonferenz von Christdemokraten und Liberalen von einem wichtigen Tag: "Die USA haben einen neuen Präsidenten gewählt. Die Bürger in Dortmund bekommen einen neuen, frischen vom Rathausgetriebe weit entfernten Oberbürgermeister-Kandidaten." Pohlmann sei "qualifiziert, eine Persönlichkeit von eigener Statur, dialogfähig und bürgerorientiert". Der gemeinsame Kandidat  sei ein Angebot an die Dortmunder Bürger für einen Neubeginn im Rathaus und die ganze Stadt. "Diese Stadt braucht einen Wechsel", meinte auch der FDP-Kreisvorsitzende Michael Kauch, "und einen der fähig ist, den rot-grünen Filz aufzubrechen. Ich glaube, dass Joachim Pohlmann die Kompetenz dafür hat." Politik im Rathaus solle künftig von der Verwaltung nicht mehr  an den demokratischen Strukturen vorbei "durchgereicht werden".

Der Kandidat lief sich bei seinem ersten offiziellen Auftritt in der Öffentlichkeit warm für den Wahlkampf und schoss gegen die derzeitigen rot-grünen Akteure im Rathaus: "Selbstgerechtigkeit, Alleingang, Filz, Chaos  - das ist mit mir nicht zu machen." Er wolle einen "Neustart", die "Reset"-Taste drücken und "den Computer runter und wieder hoch fahren". Für Vorgänge wie die Dienstwagen-Affäre stehe er nicht: "Das ist ein Fehler im System". Pohlmann reicht's: "Die Arbeitslosigkeit, die mangelnde Infrastruktur, die steigende Verarmung in der Stadt  - wo ist da die soziale Politik? All' das mag ich als Bürger nicht mehr sehen und nicht mehr hören." Armenspeisungen seien ein "Armutszeugnis" für die Stadt , zumal sie von einem privaten Verein organisiert werden.

Rezepte, da bittet der Kandidat um Verständnis, die hat er noch nicht. Aber eine persönliche Meinung. Zurzeit sieht er keinen Sinn im Ausbau des Flughafens, eine Verlängerung der Start- und Landezeiten dagegen werde sich nicht vermeiden lassen. "Wir werden den Flughafen nicht zumachen können." Das  Klinikum werde ganz ohne private Beteiligung nicht zu retten sein. Pohlmann, der eine Privatisierung um jeden Preis nicht das Wort redet und in der Frage auch "gute Ansätze" bei der SPD sieht: "Ich möchte, dass darüber unbefangen gesprochen wird." Den ersten Hebel will Pohlmann bei den Finanzen der Stadt ansetzen, für mehr Arbeitsplätze den Mittelstand fördern und  die Wirtschaftsflächen ausweiten, eine Bildungsinitiative starten.Er lasse sich nicht in "Schubladen stecken", stellte Pohlmann klar, auch wenn er aus dem überparteilichen Bürgerforum Phoenix komme, "ich stehe nicht für erstarrtes Blockdenken", richtig und falsch sei heute sehr schwer zu qualifizieren: "Mein Fokus ist die Stadt, nicht die Verteilung von Posten." Als OB möchte er die gesamte Verwaltung, und auch  SPD und Grünen mit einbinden: "Ich bin einer für alle."  

Sobald auch die Wahlversammlungen von FDP (19.11.) und CDU (22.11.) formal grünes Licht für den gemeinsamen OB-Kandidaten gegeben haben, wird die Kampagne für die OB-Wahl vorbereitet. Fritz setzt dabei auf viel ehrenamtliche Unterstützung sowie Spendenhilfe und hofft dabei auf den Obama-Effekt: "Ja, da mache ich mit." Ansonsten werde man getrennte Kampagnen um die Mandate in Rat und Bezirksvertretung fahren, betonten Kauch und Fritz: "Da wird sich nichts geschenkt."

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