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Die „Junge Bühne“ wird deutlich teurer

Politik wird extreme Kostenexplosion nicht mittragen

Dortmund Eine „Junge Bühne“ als gemeinsame Heimat für das Kinder- und Jugendtheater und die Kinderoper soll neben dem Schauspielhaus entstehen. Doch die Kostenschätzung dafür ist gewaltig gestiegen. So gewaltig, dass die Politik nicht mitspielt. Jetzt wird neu gerechnet.

Politik wird extreme Kostenexplosion nicht mittragen

Wo jetzt das kleine Gebäude der Kinderoper steht, soll in einigen Jahren ein neues Theater als „Junge Bühne“ gebaut werden. Foto: Dieter Menne

Eigentlich ist man sich im Kulturausschuss des Rates einig, dass die „Junge Bühne Westfalen“ als gemeinsames Haus für das Kinder- und Jugendtheater und die Kinderoper gebaut werden soll und muss. Den Wunsch gibt es schon seit 16 Jahren. 2008 und 2014 wurden erste Machbarkeitsstudien erarbeitet. Jetzt soll endlich auch ein Architektenwettbewerb gestartet werden.

Doch beim Lesen der Vorlage, mit der die Verwaltung den dafür nötigen Beschluss auf den Weg bringen will, fuhr den Politikern der Schreck in die Glieder: Statt wie zuletzt in der Machbarkeitsstudie von 17 Millionen Euro Baukosten ist nun von einem Kostenrahmen zwischen 49,4 und 69,2 Millionen Euro die Rede.

Umfangreiches Raumprogramm mit zwei Bühnen

Die Schätzung basiert auf dem gewünschten Raumprogramm des Theaters. Die Rede ist von einer Hauptbühne mit Platz für bis zu 310 Besuchern im Zuschauerraum und einer Studiobühne mit Platz für maximal 140 Zuschauer. Dazu sollen neben den nötigen Garderoben-, Sozial- und Technikräumen, Foyer und Büros auch Räume für Workshops und Seminare sowie mehrere Probenräume kommen. So ergibt sich ein Bruttoraum-Volumen von 33.000 Kubikmetern – das entspricht gut 30 Einfamilienhäusern.

Bei der Kostenberechnung hat das Theater immerhin große Vorsicht walten lassen – und Erhöhungen etwa durch steigende Baupreise und höhere Honorarkosten für die Planer mit Blick auf das geplante Fertigstellungsjahr 2023 berücksichtigt. Im günstigsten Fall kommt man so auf knapp 50 Millionen Euro, im ungünstigsten auf fast 70 Millionen.

Neuberechnung für abgespeckte Version

Im Kulturausschuss wurde am Dienstag hinter verschlossenen Türen bereits klar, dass die Politik die extreme Kostenexplosion nicht mittragen wird. Was bei Stadtdirektor und Kulturdezernent Jörg Stüdemann durchaus auf Verständnis stößt. Sein Signal: Man wolle das Raumprogramm wieder auf die ursprüngliche Planung reduzieren. Bis zur Sitzung des Finanzausschusses am 9. Mai soll eine neue Kostenschätzung auf Basis einer abgespeckten Bauvariante vorgelegt werden.

Klar sei aber, dass sich das Vorhaben auch gegenüber der Machbarkeitsstudie allein aufgrund der Kostensteigerungen im Baubereich in den vergangenen Jahren um rund 10 Millionen Euro verteuere. Am Ende werde man mit der Neuberechnung für ein Minimalprogramm wohl bei 30 bis 35 Millionen Euro landen, prognostiziert der Stadtdirektor.

Er will auf jeden Fall am Zeitplan festhalten. Ziel bleibt ein Ratsbeschluss zum Einstieg in die Planungen am 17. Mai, erklärte Stüdemann gegenüber unserer Redaktion. Weitere Verzögerungen soll es – auch mit Blick auf die weiter steigenden Kosten – nicht geben. „Wir müssen jetzt handeln“, sagte Stüdemann.

Wenn die Politik am 17. Mai zustimmt, kann im Herbst der Architektenwettbewerb gestartet werden.

Einen Bau- und Finanzierungsbeschluss soll der Rat Anfang 2020 auf Basis der Entwurfsplanung fassen können.

Baubeginn soll 2021, Fertigstellung der „Jungen Bühne Westfalen“ 2023 sein.

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