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Ermittlungen gegen Steinewerfer

Polizei beendet Kirchen-Besetzung - Demo verläuft friedlich

DORTMUND Die Besetzung der Albertus-Magnus-Kirche in der Nordstadt ist Geschichte: Die Polizei hat am Freitag die entweihte Kirche durchsucht und zum Tatort erklärt. Es geht um die Steinwürfe aus dem Gebäude auf Polizisten und Demonstranten am Samstag. Eine Verdächtige wurde dabei festgenommen. Die Besetzter mussten gehen. Dagegen protestierte am Abend eine Solidaritäts-Demo in der Nordstadt.

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Der Demonstrationszug für das Avanti-Zentrum zog am Freitagabend durch die Nordstadt.

Bilder vom Polizeieinsatz in der Kirche

Polizeibeamte durchsuchen in der Dortmunder Nordstadt das Gebäude der ehemaligen Albertus-Magnus-Kirche. Die Enscheder Straße ist gesperrt.

  • Am Freitagmorgen lief ein Großeinsatz der Polizei in der besetzten Albertus-Magnus-Kirche
  • Die Staatsanwaltschaft wertet die Steinewürfe am Samstag als "versuchtes Tötungsdelikt"
  • Die Kirche ist als Tatort beschlagnahmt, die Besetzer haben das Gebäude verlassen
  • Polizei spricht Platzverweise bis Montag, 12 Uhr, aus: Damit ist die Besetzung faktisch beendet
  • Eine 29 Jahre alte Tatverdächtige aus Polizeigewahrsam entlassen
  • Die Kirche wurde im Laufe des Tages versiegelt
  • Kirche soll noch in diesem Jahr abgerissen werden
  • Pfarrer Ansgar Schocke kündigte Gespräche mit den Besetzern an
  • An der Katharinenstraße startete am Abend eine Soli-Demo für die Kirchen-Besetzer
  • Sie führte in die Nordstadt, alles blieb ruhig
  • Die Polizei hat Enscheder Straße weiterhin abgeriegelt

Alles ruhig rund um die alte Albertus-Magnus-Kirche, meldet unser Reporter. Die Polizei ist weiterhin mit starken Kräften vor Ort und hat die Enscheder Straße und die benachbarte Schmiedestraße gesperrt. Die Bewachung wird wohl auch die Nacht über weitergehen. Wir beenden damit für heute unseren Ticker zu den Ereignissen rund um die (ehemals) besetzte Albertus-Magnus-Kirche. 

Kundgebung und Demo sind jetzt offiziell beendet. Die Teilnehmer zerstreuen sich jetzt, einige bleiben vor Ort am Nordmarkt.

Auf dem Nordmarkt läuft jetzt die Abschlusskundgebung. Ein Motto lautet "Freiräume schaffen statt Hundertschaften". Man zeigt sich überzeugt, dass man "neue Freiräume" finden werde. Die Polizei ist weiterhin mit zahlreichen Kräften vor Ort. 

Nach einer weiteren Zwischenkundgebung an der Nordstraße geht es jetzt zum Nordmarkt. Die Mallinckrodtstraße sollten Autofahrer jetzt meiden. 

Vor der Polizeiwache Nord an der Münsterstraße gibt es eine Zwischenkundgebung - wie zu erwarten mit scharfer Kritik am Vorgehen der Polizei an der Albertus-Magnus-Kirche. Gefordert wird ein dauerhaftes "Autonomes Zentrum". Die Heilige-Garten-Straße ist für den Autoverkehr aktuell gesperrt. 

Der Demonstrationszug der Avanti-Sympathisanten hat sich mit rund 150 Teilnehmern, darunter auch einige mit Vermummung, in Bewegung gesetzt und zieht über die Schmiedingstraße und den Königswall in die Nordstadt. Dort ist mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen. 

In diesen Minuten beginnt an der Katharinenstraße die Solidaritätskundgebung für das "Avanti"-Zentrum. Die Enscheder Straße an der geräumten Albertus-Magnus-Kirche, die Endpunkt der Demo sein soll, hat die Polizei bereits gesperrt, um, wie es heißt "den Tatort zu sichern". Die ist wie am Morgen auch jetzt wieder mit starken Kräften in der Nordstadt unterwegs.

Auf ihrer Internetseite rufen die Aktivisten des Avanti-Zentrums zu einem Protestzug auf, der vom Hauptbahnhof bis zur Albertus-Magnus-Kirche führen soll. Außerdem ist von einer Abschlusskundgebung am Nordmarkt die Rede.

RT : +++ Info +++ Solidemo @AvantiZentrum ab 19 Uhr bestätigt. Sammeln an der Katharinentreppe ab 18:30Uhr #squatdo#enscheder15#dortmund

— AvantiZentrum (@AvantiZentrum)

Anmelder der Demo an der Katharinenstraße ist laut Polizei der Oberhausener Niema Movassat. Movassat ist Mitglied des Deutschen Bundestages für die Partei "Die Linke".

Die Staatsanwaltschaft hat die Angaben zu den sichergestellten gefährlichen Gegenständen konkretisiert: Die Einsatzkräfte hätten einen Dolch, Pfefferspray sowie einen Teleskopschlagstock gefunden. Die Gegenstände werden nun waffenrechtlich untersucht, dass heißt, es wird untersucht, ob es sich tatsächlich um Waffen handelt. 

Auf Twitter gibt es Aufrufe für eine Soli-Demo am Freitagabend, 19 Uhr an der Katharinenstraße.  

HEUTE ABEND DEMO "#AVANTI BLEIBT" 19 UHR KATHARINENSTRASSE #enscheder15#squatdo#AvantiLebt#AvantiKämpfthttps://t.co/uy41Vc9a5z

— AvantiZentrum (@AvantiZentrum)

Der Polizei ist eine dementsprechende Veranstaltungsanmeldung bekannt, wie eine Sprecherin mitteilte. Der Anmelder gehe von rund 100 Teilnehmern aus. Derzeit müssten aber noch Gespräche geführt werden, ob die Demo in der Art und Weise der Anmeldung stattfinden kann.

In einer aktuellen Pressemitteilung erklärt die Polizei, dass sich zu Beginn des Einsatzes 36 Menschen in der Albertus-Magnus-Kirche befanden, die sich alle kooperativ verhalten hätten. Die Einsatzkräfte hätten zahlreiche gefährliche Gegenstände, Spuren- und Datenträger sichergestellt. Im Verlauf der Aktion sei neben der 29 Jahre alten Tatverdächtigen noch eine weitere Person wegen des Verdachts eines ausländerrechtlichen Verstoßes festgenommen worden. Der Verdacht habe sich jedoch nicht bestätigt. Die mutmaßliche Steinewerferin lässt sich laut Polizei anwaltlich vertreten und hat sich bislang nicht geäußert. Mangels dringendem Tatverdacht habe man sie aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Dennoch wird die Frau weiter als Beschuldigte geführt, der Verdacht ist nicht vom Tisch. Anfang dieser Woche habe die Polizei das Strafverfahren an die Staatsanwaltschaft Dortmund übermittelt.  Ein zwischenzeitlich beauftragtes Gutachten des Institutes für Rechtsmedizin in Frankfurt habe ergeben, dass die Steinwürfe einem Menschen ein tödliches Schädel-Hirntrauma hätte zufügen können und daher als versuchtes Tötungsdelikt einzustufen seien Bei der Einsatzplanung sei sowohl die Sicherheit der Besetzer als auch der Einsatzkräfte ein zentraler Aspekt gewesen.

In einer gesonderten Pressemitteilung der katholische Kirche erklärte Pfarrer Ansgar Schocke, er zeige Verständnis für den Einsatz, hätte sich aber gefreut, wenn die Besetzung freiwillig beendet worden wäre. „Ich begrüße grundsätzlich das Engagement junger Menschen für ein soziales und kulturelles Projekt in der Nordstadt“, meinte Schocke zu den Plänen der Hausbesetzer, in der Kirche ein soziales Zentrum errichten zu wollen. Die Albertus-Magnus-Kirche sei seiner Meinung nach jedoch kein geeigneter Standort und eine Hausbesetzung kein geeigneter Weg. 

Bei der festgenommenen Tatverdächtigen handelt es sich um eine 29 Jahre alte Frau. Die Vernehmungen dauern laut Polizei an.

Die Landtagsabgeordnete Birgit Rydlewski von der Piratenpartei kritisiert, dass eine „parlamentarische Kontrolle“ beim Einsatz auf der Enscheder Straße durch die Polizei verhindert wurde. Wir haben darüber mit Hans Zinnkann, Pressesprecher des nordrhein-westfälischen Landtags, gesprochen. Ergebnis: Landtagsabgeordnete haben nicht das Recht, als „parlamentarische Kontrolleure“ oder „parlamentarische Beobachter“ – diese Begriffe gibt es offiziell nicht - die Arbeit der Polizei an einem Tatort zu kontrollieren. Sie können auch nicht darauf bestehen, sofort mit dem Einsatzleiter zu sprechen. Hans Zinnkann: „Abgeordnete haben andere Rechten und Pflichten. Sie müssen die Landesregierung und die Landesverwaltung kontrollieren und können Informations- und Fragerechte in Anspruch nehmen oder Untersuchungsausschüssse bilden.“ Eine „Kontrolle“ der laufenden Ermittlungen sei nicht vorgesehen. „Das hat auch etwas mit der Gewaltenteilung zu tun“, kommentierte eine Polizeisprecherin das Verhalten der Landtagsabgeordneten.

Nach Medienberichten, in denen es heißt, Pfarrer Ansgar Schocke, habe sich bei den Besetzern für den Einsatz entschuldigt, erklärte der 51-Jährige, dass dem nicht so sei. Er habe lediglich mitgeteilt, dass die Kirche die Ermittlungen nicht veranlasst oder gefordert habe. Der 51-Jährige hatte laut eigenen Aussagen den Eindruck, dass alles sehr friedlich ablief. "Die jungen Leute waren zwar erschrocken, aber gesprächsbereit." Er habe den Besetzern auch ein Gespräch für Anfang der kommenden Woche angeboten, um gemeinsam einen Weg zu finden, wie deren Vorstellungen möglicherweise umgesetzt werden können. Auch der derzeitige Besitzer habe signalisiert, daran Interesse zu haben.  

Pfarrer Ansgar Schocke vom Pastoralverbund verkündete Neuigkeiten zur Zukunft der entweihten Kirche. Man wolle die Verhandlungen mit dem derzeitigen Besitzer zügig fortführen. Denn: Das Gebäude soll noch in diesem Jahr abgerissen werden. Auf dem Gelände, so der Plan, soll dann eine interreligiöse Kindertagesstätte entstehen, die für die Nordstadt eine wichtige soziale Funktion erfüllen würde.  Teile des Bereiches werden gerade zugemauert. Der Zugang zur Kirche soll von mehreren Seiten verhindert werden. Schocke teilte mit: "Auch wir als Kirche haben noch keinen Zugang."  

Mehrere Polizeifahrzeuge sind aus der Enscheder Straße abgezogen, die Polizei ist noch mit einer Hundertschaft vor Ort. Insgesamt befinden sich aber deutlich weniger Einsatzkräfte an der Kirche. Das Gebäude soll im Laufe des Tages versiegelt werden, damit ist ein Betreten der Kirche, die dann von der Polizei gesichert wird, verboten. Die Besetzung ist somit faktisch beendet. Demonstranten befinden sich nicht mehr in der Enscheder Straße, die mittlerweile wieder frei befahrbar ist.   

Die Staatsanwaltschaft berichtet, dass eine Frau festgenommen worden ist. Sie wird beschuldigt, am Samstag (23.8.) einen Stein oder eine Steinplatte vom Dach der Albertus-Magnus-Kirche geworfen zu haben. Das Wurfgeschoss ist laut Zeugenaussagen in gefährlicher Nähe zu Menschen aufgeschlagen. Daher auch der Vorwurf der versuchten Tötung. Die Tatverdächtige befindet sich derzeit in Polizeigewahrsam. Derweil meldet die Polizei, dass sich zum Beginn des Einsatzes 40 Menschen in der Kirche aufhielten, von denen mittlerweile alle das Gebäude verlassen haben.

Die Polizei hat Stellung zu Birgit Rydlewskis Vorwürfen genommen und sagt: "Dies ist ein Tatort nach einem versuchten Tötungsdelikt. Außer den Ermittlern, die dort arbeiten müssen, darf niemand rein, auch keine Landtagsabgeordnete."

Polizei durchsucht besetzte Kirche

Auf dem Weg zur Arbeit: Die Zugänge zur Kirche werden zugemauert.
Ein Polizeifahrzeug mit Kamera auf dem Dach, im Hintergrund der Zugang zur Kirche.
Plakat auf der 2007 entweihten Kirche. Die Besetzer hinterfragen den Wohlstand in Dortmund.
Plakat auf der 2007 entweihten Kirche.
Plakat auf der Fassade der 2007 entweihten Kirche.
Die Enscheder Straße am Freitagmittag: Bereitschaftspolizei sichert den Eingang, während Arbeiter Steine in die Kirche schieben.
Die Enscheder Straße am Freitagmittag: Bereitschaftspolizei sichert den Eingang, während Arbeiter Steine in die Kirche schieben.
Die Enscheder Straße am Freitagmittag: Bereitschaftspolizei sichert den Eingang, während Arbeiter Steine in die Kirche schieben.
Blick in die Enscheder Straße.
Polizei auf der Enscheder Straße, nachdem die Kirche geöffnet wurde und erste Spuren gesichert wurden. Die Polizei will den Täter ermitteln, der am 23. August 2014 Steine vom Dach der Kirche geworfen hat.
Die Polizei sperrte die Enscheder Straße am frühen Morgen ab.
Polizeifahrzeuge vor der Kirche an der Enscheder Straße.
Polizeifahrzeuge auf der Enscheder Straße in der Nordstadt.
Blick auf der Enscheder Straße: Die Polizei am "Tatort" Kirche.
Die Polizei transportiert beschlagnahmtes Material ab, hier einen Computer.
Bereitschaftspolizei auf der Enscheder Straße.
Blick in die Enscheder Straße (aufgenommen auf der Oestermärsch).
Blick auf die gesperrte Enscheder Straße, während die Polizei die besetzte Kirche nach Spuren absucht.
Polizeieinsatz auf der Enscheder Straße.
In diesem LKW lagert die Polizei Werkzuege und Maschinen.
Polizei vor dem Hofeingang zur besetzten Kirche.
Polizei an der Ensscheder Straße.
Polizei vor der Kirche an der Enscheder Straße.
Tür zum Innenhof.
Die von innen verbretterte Tür, die zum Innenhof der Kirche führt.
Plakate an der Kirche.
Die Tür zum Innenhof der Kirche war verbrettert.
Werkzeugkoffer der Polizei.
Die Polizei war rund um den Borsigplatz mit Bereitschaftspolizei präsent.
Bereitschaftspolizei auf der Enscheder Straße.
Polizisten vor dem Hofeingang zur Kirche, die offiziell ein Tatort ist.
Polizisten der dem Hofeingang zur Kirche.
Die Polizei setzte Werkzeuge und Maschinen ein. Vermutlich waren Räume in der früheren Albertus-Magnus-Gemeinde verriegelt.
"Willkommen" - das war ein mal.
Ein Transparent an der Kirche, befestigt von den Besetzern.
Blick auf die Fassade der Kirche: Vom Dach warfen Unbekannte am Samstag (23.8.) auf die Straße, wo Polizisten und Rechtsextremisten standen.
Polizei vor der Kirche an der Enscheder Straße.
Die Polizei vor der Kirche in der Enscheder Straße.
Vom Dach der Kirche hatte am Samstagabend (23.8.) ein Unbekannter eine Steinplatte herab geworfen - die Staatsanwaltsschaft bewertet das als versuchtes Tötungsdelikt.
Die Polizei sperrte die Enscheder Straße am Freitagmorgen.
Bilder vom Polizeieinsatz an der Albertus-Magnus-Kirche
Bilder vom Polizeieinsatz an der Albertus-Magnus-Kirche
Die Kirche ist als Tatort beschlagnahmt.
Bilder vom Polizeieinsatz an der Albertus-Magnus-Kirche
Bilder vom Polizeieinsatz an der Albertus-Magnus-Kirche
Bilder vom Polizeieinsatz an der Albertus-Magnus-Kirche
Bilder vom Polizeieinsatz in der Kirche
Bilder vom Polizeieinsatz an der Albertus-Magnus-Kirche
Bilder vom Polizeieinsatz an der Albertus-Magnus-Kirche
Bilder vom Polizeieinsatz an der Albertus-Magnus-Kirche

Die Landtagsabgeordnete Birgit Rydlewski (Piraten) erhebt auf ihrer Internetseite Vorwürfe gegen die Polizei vor Ort. Man habe ihr verwehrt, die Kirche zu betreten - mit dem Hinweis, sie müsse zuerst mit der Einsatzleitung sprechen.   

Platzverweis für solidarische Menschen. #enscheder15pic.twitter.com/7G9JqnjQWC

— Birgit Rydlewski (@B_Rydlewski)

  Diese sei jedoch nicht zu sprechen gewesen. Nach Rydlewskis Meinung sei eine parlamentarische Beobachtung des Einsatz unerwünscht gewesen. Ihr sei mündlich ein Platzverweis erteilt worden, der später wieder aufgehoben worden sei. Man habe sie dann zur Straßenseite gegenüber der Kirche durchgelassen. "Das lief dann sehr korrekt und freundlich ab", schreibt Rydlewski.

Die Polizei hat eine Stellungnahme von Polizeipräsident Gregor Lange veröffentlicht: "Im Kampf gegen menschenverachtenden Rechtsextremismus müssen alle demokratischen Kräfte zusammenwirken, die Steinwürfe vom letzten Samstag sind dabei ein absolut inakzeptables Mittel! Es kann nicht hingenommen werden, dass einzelne Gewalttäter das demokratische Engagement der Dortmunder gegen Rechtsextremismus behindern." Gregor Lange weiter: "Ich stelle mich ausdrücklich hinter meine Polizeibeamten, deren Leben gefährdet wurde, obwohl sie zum Schutz aller Beteiligten an der Enscheder Straße eingesetzt waren. Alle Maßnahmen, die die Polizei derzeit durchführt, dienen zur Aufklärung des Kapitalverbrechens. Ich habe ein hohes Interesse daran, dass die Steinwerfer gefasst werden." Zur Situation in der ehemaligen Kirche betont der Polizeipräsident: "Die Polizei ist weit davon entfernt, die gesamte Gruppe aus diesem Haus unter Generalverdacht zu stellen. Ich gehe davon aus, dass sich der überwiegende Teil der dort befindlichen Gruppe deutlich von Steinewerfern und Gewalttätern distanziert."

Die Spurensicherung wird laut Polizei noch längere Zeit in Anspruch nehmen, da die Spurenaufnahme sehr intensiv betrieben wird. Das Bauordnungsamt ist vor Ort, um die Kirche möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt in Augenschein zu nehmen und die weitere Nutzbarkeit des Gebäudes zu überprüfen. Mit der katholischen Kirche, die die Besetzung bis duldete, soll es Abstimmungsgespräche geben.

Die Polizei hat die Albertus-Magnus-Kirche ist als Tatort beschlagnahmt. Das bedeutet, dass alle Personen, die nicht zum Ermittlerkreis gehören, die Kirche verlassen müssen. Platzverweise wurden ausgesprochen, die bis 12 Uhr am Montag (1.9.) gelten.  Einige Besetzer haben - bepackt mit Schlafsäcken und ihren Habseligkeiten - die Kirche laut unserem Reporter vor Ort schon geräumt. Ob sich noch weitere Besetzer in der Kirche befinden, ist derzeit unklar. Sobald die Polizei die Spurensuche in der Kirche beendet hat, wird die Kirche verschlossen. An der Ecke Enscheder Straße/Ecke Oestermärsch stehen noch einige Demonstranten. Die Lage vor Ort ist aber friedlich.

Nach neuestem Kenntnisstand waren die beiden Landtagsabgeordneten Daniela Schneckenburger (Grüne) und Birgit Rydlewski (Piraten) vor der Kirche und nicht, wie zuerst berichtet, darin. Die Polizei führte sie in den abgesperrten Bereich. Vor Ort gab Daniela Schneckenburger ein Interview für die Journalisten:

Die Polizei hat die Kirche als Tatort beschlagnahmt. Die beiden Landtagsabgeordneten Daniela Schneckenburger (Grüne) und Birgit Rydlewski (Piraten) dürfen die Kirche betreten und sich vor Ort ein Bild von der Lage machen. Die Abgeordnete der Piraten war auch am Samstagabend bei der Besetzung der Kirche vor Ort und kennt das Gebäude.

  In einer Pressemitteilung hat die Staatsanwaltschaft am Freitagmorgen bekanntgegeben, dass sie die Steinwürfe als "versuchtes Tötungsdelikt" bewertet und einen richterlichen Durchsuchungsbefehl erwirkt habe.  Die Beamten durchsuchen derzeit das Gebäude. Die Situation ist friedlich, berichten unsere Reporter vor Ort. Die Enscheder Straße ist bis auf weiteres für den Verkehr gesperrt. 

DORTMUND Die Hausbesetzer der ehemaligen Albertus-Magnus-Kirche in der Nordstadt müssen Gebäude und Gelände bis Samstagabend räumen. Der Kirchenvorstand hat am Dienstagabend beschlossen, die Duldung von einer Woche nicht zu verlängern. Wie die linken Aktivisten darauf reagieren werden, steht noch nicht fest.mehr...

Im Internet kursieren Solidarisierungsaufrufe. 20 Demonstranten haben sich bereits an der Ecke Enscheder Straße/Oestermärsch versammelt. Auch zwei Landtagsabgeordnete sind vor Ort. 

Nazis bei besetzter Kirche: Polizeieinsatz in der Nordstadt

Vermummte Hausbesetzer auf dem Dach der Kirche in der Enscheder Straße.
Auch das Blockade-Bündnis Blockado erklärte sich mit den Kirchen-Besetzern solidarisch.
"Besetzt": die Albertus-Magnus-Kirche in der Nordstadt im August 2014.
Zu den Feinden gehört auch die Polizei.
"Raum-Räuber": Transparten der Kirchen-Besetzer vor dem 2007 entweihten Gotteshaus.
Nazi-Gegner vor der Kirche in der Enscheder Straße.
Vermummte Kirchen-Besetzer auf dem Dach des 2007 entweihten Gotteshauses, das zurzeit leer steht. Die Besetzer wollen dort ein Stadtteilzentrum aufbauen.
Ein maskierter Kirchen-Besetzer auf dem Dach der besetzten Albertus-Magnus-Kirche in der Nordstadt.
Vermummte Kirchen-Besetzer in der Nordstadt.
Ein vermummter Hausbesetzer auf dem Dach der besetzten Kirche.
Polizisten auf der Ensscheder Straße.
Polizisten einer Einsatzhundertschaften stehen auf der Enscheder Straße. Zu ihren Füßen: Reste von zerschlagenen Steinen, mit denen sie beworfen worden sind.
Blockado-Blockierer sind nach dem Protest gegen Nazis in der Innenstadt in die Enscheder Straße gefahren, um auch hier gegen Rechtsextremisten auf die Straße zu begehen.
Antifaschisten besetzen die Treppe vor der Albertus-Magnus-Kirche, die 2007 entweiht wurde und leer steht.
Polizeieinsatz auf der Enscheder Straße.
Polizeieinsatz in der Enscheder Straße.
Polizeieinsatz auf der Enscheder Straße. In der Mitte sammeln Kriminalbeamte Steine ein, mit denen Polizisten beworfen worden sind.
Polizeieinsatz auf der Enscheder Straße.
Blick auf das Dach der besetzten Kirche.
Blick in die Enscheder Straße: Während Rechtsextremisten 100 Meter entfernt auf der Stahlwerkstraße eine Kundgebung halten, setzen sich Nazi-Gegner schützen auf die Treppe (hinten) der besetzten Albertus-Magnus-Kirche.
Ein maskierter Hausbesetzer auf dem Dach der besetzten Albertus-Magnus-Kirche.
"Nehmt euch die Häuser - Solidarität mit allen Freiräumen": Transparent, herab gelassen vom Dach der besetzten Kirche.
Eine schwarze Fahne weht von dem Kirchendach in der Enscheder Straße hinab.
Antifaschistische Initiativen erreichen die Enschedestraße, nur wenige Meter von einer Nazi-Kundgebung entfernt. Polizisten laufen entgegen und bilden eine Kette.
Antifaschistische Demonstranten auf der Treppe einer besetzten Kirche.

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Der Demonstrationszug für das Avanti-Zentrum zog am Freitagabend durch die Nordstadt.

Bilder vom Polizeieinsatz in der Kirche

Polizeibeamte durchsuchen in der Dortmunder Nordstadt das Gebäude der ehemaligen Albertus-Magnus-Kirche. Die Enscheder Straße ist gesperrt.

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