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Brackeler Hellweg

Polizei verabschiedet Wachleiter mit spektakulärer Eskorte

BRACKEL / KÖRNE Spektakulärer Anblick am Freitagmorgen auf dem Brackeler Hellweg: Polizeimotorräder eskortierten einen Dienst-Chevrolet des Los Angeles Police Departments. Darin saß der überraschte Körner Wachleiter Jürgen Ehrlichmann.

Polizei verabschiedet Wachleiter mit spektakulärer Eskorte

So eskortierten die Polizisten ihren Wachleiter über den Brackeler Hellweg.

Es hatte den Anschein einer international aufgezogenen Razzia: Polizeimotorräder eskortierten am Freitagmorgen einen wuchtigen Dienst-Chevrolet des Los Angeles Police Departments, der um 7.53 Uhr mit heulenden Sirenen vor einem weißen Haus am Brackeler Hellweg stoppte.

Polizei holte Wachleiter Zuhause ab

Sondereinsatz für den Chef: Dieses Team bereitete Jürgen Ehrlichmann einen besonderen Abschied.
Auf der Hannöverschen Straße.
Letzte Vorbereitungen an der Wache Körne, bevor die Kollegen ihren Chef Zuhause abholen werden.
Polizeikommissar André Hagemann in US-Uniform vor einem Streifenwagen der Polizei Los Angeles.
Auf der Hannöverschen Straße.
Imposante Eskorte auf dem Brackeler Hellweg.
Die Eskorte auf dem Wambeler Hellweg vor Ehrlichmanns Haus.
Jürgen Ehrlichmann hat in dem US-Streifenwagen Platz genommen.
Die Eskorte auf dem Wambeler Hellweg vor dem haus von Jürgen Ehrlichmann.
Die Eskorte auf dem Wambeler Hellweg.
Die Eskorte auf dem Hellweg.
Die Eskorte auf dem Wambeler Hellweg.
Die Eskorte auf dem Wambeler hellweg.
Die Eskorte fuhr über den Hellweg nach Körne. In Wambel standen Kollegen und auch Mitarbeiter des Ordnungsamtes am Wegesrand.
So wartete die Polizei auf ihren Körner Wachleiter.
Die Wache in Körne war mit Luftballons geschmückt.
Ankunft im US-Streifenwagen auf der Polizeiwache am Körner Hellweg. Hier arbeitete Jürgen Ehrlichmann seit 1978.
Viele Kolleginnen und Kollegen der Dortmunder Polizei waren zum Abschied gekommen.
Die ersten Sekunden nach der Ankunft auf der Wache in Körne. Ehrlich hat den US-Streifenwagen verlassen und wirkt ein wenig irritiert.
Jürgen Ehrlichmann verabschiedete sich von jedem Kollegen persönlich.
Ulrich Flüshöh hatte den Überraschungs-Abschied mit Kolleginnen und Kollegen der Wache Körne konspirativ vorbereitet.
Jürgen Ehrlichmann (links) und der frühere Leitstellen-Chef, Franz Kannenberg, der wie Ehrlichmann auch ein Brackeler ist.
Auch frühere Kollegen waren zu Ehrlichmanns Abschied gekommen.
Der "Aussteiger": Jürgen Ehrlchmann fuhr an seinem letzten Diensttag mit einer Polizeieskorte zur Wache am Körner Hellweg. Dafür musste er für ihn überraschend in einem Streifenwagen der Polizei Los Angeles Platz nehmen.
Polizeioberrat Frank Schulz war als Inspektionsleiter der Chef von Jürgen Ehrlichmann. Er betonte, dass der Ex-Wachleiter immer die richtigen Ratschläge parat hatte.
"Cooler Cop": Polizeikommissar André Hagemann war in einer US-Uniform zum Abschied erschienen.
Jürgen Ehrlichmann verabschiedete sich nach 45 Jahren und 88 Tagen aus dem Polizeidienst.
Polizeikommissar André Hagemann in der Uniform eines kalifornischen Polizisten.

Wie so viele Polizeieinsätze musste auch der „Einsatz Ehrlichmann“ die Zielperson überraschen – und dieser Ehrlichmann, nämlich Nordrhein-Westfalens dienstältester Wachleiter, Jürgen Ehrlichmann, staunte nicht schlecht. An seinem letzten Arbeitstag gaben ihm seine Kolleginnen und Kollegen auf dem Weg zur Polizeistation in Körne einen konspirativ vorbereiteten Geleitschutz.  

 Jürgen Ehrlichmann, 1. Polizeihauptkommissar, 64 Jahre alt, „Vater der Wache“, „der alte Mann“ und „die graue Eminenz“: Seine Kolleginnen und Kollegen von der Wache in Körne haben viele Namen für den Mann, der „70 Prozent seines Lebens der Polizei diente“, wie es Polizeioberrat Frank Schulz formulierte. Nach 45 Jahren und 88 Tagen „geht eine Ära zu Ende. So einen wie ihn gibt es nicht noch einmal. Er war bei wirklich allen sehr beliebt – und das muss sich ein Chef hart erarbeiten“, schwärmt eine Polizeikommissarin von Ehrlichmanns Boss-Qualitäten, dem der Aufwand „ein wenig peinlich war“, wie er gerührt gestehen musste.  „Harte Entscheidungen hat er so getroffen, dass sie jeder verstanden und deshalb mitgetragen hat“, begründete auch Polizeihauptkommissar Ulrich Flüshöh die Akzeptanz des Chefs.

 Ehrfürchtig stoppte immer wieder der Berufsverkehr, als die Eskorte über den Hellweg, die Seitenstraßen und die Hannöversche Straße bis zum Brackeler Zentrum vorstieß, um Jürgen Ehrlichmann in den 2008 in Los Angeles außer Dienst gestellten Chevrolet „Caprice“ zu setzen. Hinterm Steuer: Polizeikommissar André Hagemann, der den Chevrolet vor einem Jahr dem Los Angeles Police Department abgekauft hatte. Darin Platz zu nehmen rührte den mit allen Wassern gewaschenen 1. Polizeihauptkommissar Jürgen Ehrlichmann.

Dieser Abschied zählte fraglos zu den Höhepunkten seines Berufslebens. „Es gab aber auch viele Tiefpunkte“, blickte er am Freitag zurück, „dazu gehörte immer wieder, Angehörigen eine Todesnachricht zu übermitteln“.  Ehrlichmann sieht die Polizei auf einem guten Weg. Junge Kollegen würden gut ausgebildet in den Beruf starten. Sein Rat an die Polizei: „Mehr Personal einstellen.“ Vielleicht hört das Innenministerium ja darauf und nutzt die Erkenntnis von Ehrlichmanns Chef, Inspektionsleiter Frank Schulz: „Ihre Vorgesetzten haben sich sehr oft an ihre Ratschläge gehalten. Wenn nicht, ist etwas schief gegangen.“  

 Kommenden Montag übergibt Jürgen Ehrlichmann seinem Nachfolger Ralf Beuche die Dienstgeschäfte. Ab Dienstag widmet er sich dem Unruhestand: Er hat sich zum ehrenamtlichen Demenz-Betreuer ausbilden lassen.

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