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Dortmund im Ausnahmezustand

Protest gegen Neonazis bleibt weitgehend friedlich

DORTMUND Im Mai haben Neonazis eine Gewerkschaftskundgebung in Dortmund überfallen, am Samstag durften die Rechtsradikalen wieder aufmarschieren. 4000 Polizisten waren im Einsatz, 6000 Gegendemonstranten kamen in die Innenstadt. Bei vielen friedlichen Aktionen und Konzerten zeigten die Dortmunder Bürger Flagge gegen Rechts. Am späten Abend spielte sogar Weltstar Bob Geldof. Lesen Sie hier das Protokoll eines langen, aufregenden Tages <b>[mit Videos]</b>.

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Mitarbeiter der Ruhr Nachrichten zeigen Gesicht: In Dortmund ist kein Platz für Neonazis.

Mit einer starken Präsenz empfängt die Polizei am Hauptbahnhof ankommende Demonstranten.

Flagge zeigen gegen Rechts.

Eine junge Gegendemonstrantin wird auf dem Westenhellweg festgenommen.

Der Polizeieinsatz behindert Passanten auf dem Westenhellweg.

Am Mittag klickten die ersten Handschellen. Auf dem Westenhellweg nahm die Polizei einzelne Linksextremisten in Gewahrsam.

Chaoten auf dem Ostenhellweg.

Die Band Deichkind ließ sich von der guten Stimmung auf dem Gerichtsplatz förmlich tragen.

Die friedliche Gegendemonstration vor dem Hauptbahnhof.

Von der Polizei abgesperrt und isoliert: Die Neonazis auf einem Parkplatz in der Dortmunder Nordstadt.

Friedlicher und heiterer geht es nicht: Die Fahrrad-Demo am Nachmittag.

Reise nach Jerusalem: Linke Gegendemonstranten vertrieben sich die Zeit vor dem Hauptbahnhof mit einem Spiel.

Festnahme an der Schmiedingstraße .

Die Polizei hatte manche Gegendemonstranten besonders gut im Blick.

Auch den Haupteingang des Bahnhofs sicherte die Polizei mit einigen Hundertschaften.

Der Container auf dem Großmarktgelände brennt lichterloh.

Sir Bob Geldof macht Musik - auf dem Friedensplatz in Dortmund.

Bereits am Freitag haben die Mitarbeiter der Ruhr Nachrichten Gesicht gezeigt: Wir sind die größte Tageszeitung in Dortmund - in dieser Stadt ist kein Platz für Rechtsradikale!

: Die ersten Stimmen zum "Demo-Marathon" sind da.

: „Der Tag ist wesentlich ruhiger abgelaufen als befürchtet. Die polizeiliche Präsenz hat sich ausgezahlt. Besonders gut gefallen hat mir das Friedensfest. Dortmund hat eindeutig Gesicht gezeigt gegen Rechts.“

, Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie: „Es überwiegt deutlich die Freude darüber, dass in der ganzen Stadt so viele friedliche Aktionen gelaufen sind und dass wir als ganze Stadt ein gemeinsames, klares Zeichen gesetzt haben. Dortmund ist aufgestanden“

, ev. Pfarrer und Sprecher des Arbeitskreises gegen Rechts: „Das war ein großer Tag für Dortmund. Es haben sich viele, ungewöhnliche Bündnisse geschlossen. An zahlreichen Standorten waren die Dortmunder vertreten und haben so den Raum für Rechts erheblich eingeschränkt.“

Feuerwehr und Bundespolizei (mit deutlich verstärkten Kräften am Samstag) ziehen ebenfalls ein Fazit und können sich den weitestgehend positiven Meldung nur anschließen. Feuerwehrleute hatten es letzlich nur mit dem brennenden Container zu tun, die Bundespolizei vermeldet den störungsfreien Abzug der Demonstranten in den Zügen.

Die Polizei gibt mit einer neuen Pressemitteilung aktuelle Zahlen zum Demo-Geschehen raus:

wurde etwa durch Feuerwerkskörper, Steinwürfe oder tätliche Angriffe

. Gewalttätige Demonstranten

der Polizei. Insgesamt

zählte die Polizei. Davon ordnete sie zwölf der rechten und 286 der linken Szene zu. Die Dortmunder Polizei wird voraussichtlich am Montag noch ein

ziehen.

Das Ticker-Team der Ruhr Nachrichten verabschiedet sich. Es war ein langer, aufregender Tag für Dortmund - mit zwei guten Nachrichten: Die Neonazis waren weitgehend isoliert und haben ihren braunen Spuk unter Ausschluss der Öffentlichkeit veranstaltet. Und: Die Proteste gegen die Rechtsradikalen sind weitgehend friedlich verlaufen. Mit der Hoffnung, dass dies während der Nacht so bleibt, gehen wir ins Bett. Aktuelle Informationen gibt es am Sonntag wieder an dieser Stelle.

Bob Geldof und seine Band machen Stimmung. Und Dortmund macht klar: Wir sind gegen Rechts.

Es ist soweit.

, sehnlichst erwartet, steht auf der Bühne. Die Menge, mittlerweile über 5000 Menschen, jubelt und feiert. Noch immer kommen hier und da weitere Gruppen dazu. Das Friedensfest setzt ein glasklares Zeichen gegen Gewalt und Rechtsextremismus.

Aus Unna hören wir: Dort sollte am Nachmittag eine "Anschlussaktion" von Rechtsradikalen im Saal einer Gaststätte in der Innenstadt stattfinden. Die Polizei informierte den Wirt, der offenbar nicht wusste, wer sich bei ihm eingemietet hatte. Daraufhin kündigte er den Mietvertrag - und die Veranstaltung der Neonazis fand nicht statt.

Die Hip-Hop-Combo "Too Strong" hat den Friedensplatz eingeheizt und verlassen die Bühne. In etwa 40 Minuten soll

auftreten. Die Polizei meldet, dass mittlerweile rund 5000 Menschen auf dem Friedensplatz mitfeiern.

Neuer Alarm: Der Container ist zwar gelöscht, aber die Einsatzkräfte vermuten, dass das brennende Material asbesthaltig war. Die Dekontamination der Feuerwehrleute beginnt.

Auf dem Großmarkt in der östlichen Innenstadt brennt ein Container direkt an einer Lagerhalle. Das Feuer ist mittlerweile unter Kontrolle. Es ist gut möglich, dass Demo-Teilnehmer das Feuer gelegt haben. Klar ist: Von selbst brennt so ein Container nicht. Unser Reporter kommt erstmal wieder zurück ins Pressehaus.

Jetzt bricht etwas Hektik aus, weil es noch einen Brand auf dem Großmarkt-Gelände gibt. Die Feuerwehr ist unterwegs, wir auch. Wir wissen nicht, ob das Feuer etwas mit der Neonazi-Demo und den Auseinandersetzung zwischen Gegendemonstranten und Polizei zu tun hat. Gleich mehr.

Nach Rücksprache mit den Polizeisprechern ist die Lage in der Dortmunder Innenstadt weiter ruhig. Verkehrsbeeinträchtigungen treten nur noch vereinzelt auf. Und auf dem Friedensplatz sorgt "Ruhrcraft" für musikalische Unterhaltung.

Seit zehn Minuten singen die "German Tenors" auf dem Friedensplatz. Klassik mag im ersten Moment etwas befremdlich zum Anlass klingen, kommt trotzdem gut an. Das Trio macht Stimmung, die Feiernden freut's.

Jetzt zieht die Polizei eine erste Bilanz.

. Alleine an der Gegendemo am Busbahnhof nahmen 3000 Menschen teil. Auf dem Gerichtsplatz waren 2100 Demonstranten. Es kam zu "vereinzelten Steinwürfen gegen Polizeibeamte und Streifenfahrzeuge. Außerdem wurde Pyrotechnik gezündet".

wurden in Gewahrsam genommen.

wurden leicht verletzt.

kamen zur Neonazi-Kundgebung. Sie fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Der Dortmunder Grünen-Politiker Mario Krüger und eine couragierte Frau wurden verletzt. Wir hatten bereits am Mittag mit Krüger gesprochen. Was er über den Vorfall sagt, haben wir um 14.07 Uhr getickert.

Der Friedensplatz wird immer voller. Rund 1000 Menschen haben sich bislang eingefunden. Alle Generationen sind vertreten - vom Enkel bis zu den Großeltern. Der Noch-Oberbürgermeister Gerhard Langemeyer wurde zu Beginn seiner Rede ausgebuht, eine Nachwirkung des Haushalts-Eklats. Die Stimmung ist gut und - wie es sich für den Friedensplatz gehört - vor allem friedlich.

Die Bundespolizei ist schneller als die Polizei mit ihrer Pressemitteilung. Sie zieht ein erstes Fazit. Zitat: "Rund 750 Personen aus dem so genannten linken und rund 450 Personen aus dem so genannten rechten Spektrum nutzen nahezu störungsfrei die Züge der Deutschen Bahn AG. Es kam zu keinerlei Störungen im Betriebsablauf."

Verkehrsbehinderung in der Innenstadt: Der Königswall auf Höhe des Hauptbahnhofs ist für den Autoverkehr gesperrt. Zwischen Westentor und Burgtor rollt gar nichts. Die Schmiedingstraße ist auch abgeriegelt. Dort gibt es zwei oder drei Festnahmen.

Das Fest auf dem Friedensplatz hat begonnen! Vertreter der Stadt haben in kurzen Reden klar Stellung gegen Rechtsextremismus bezogen, nun geben sich regionale und internationale musikalische Größen die Klinke in die Hand. Absoluter Top-Act ist Bob Geldof, der um 22 Uhr auftreten soll. Noch ist der Platz nur wenig gefüllt.

Die Polizei bereitet jetzt eine Presseerklärung vor. Damit sollen die ersten offiziellen Zahlen - Demonstranten, Einsatzkräfte, Verletzte - kommuniziert werden. Wir sind gespannt.

In der Norstadt ist die Verkehrslage weitgehend entspannt. Man soll praktisch überall wieder problemlos durchkommen. Noch ist viel Polizei unterwegs, aber wohl nur vorsorglich.

Bei der Feuerwehr ist die Lage völlig entspannt. Bisher keinerlei Einsätze, die mit dem Demo-Geschehen zu tun haben. Um für mögliche Entwicklungen gerüstet zu sein, hat man aber aktuell 295 Leute im Dienst.

Letzte Meldung von der Polizei. Noch sind nicht alle Rechten aus dem Hauptbahnhof "expediert" worden. Die Lage dort ist aber relativ ruhig. Sehr ruhig, so meldet es unsere Reporterin, ist es auch noch auf dem Friedensplatz. Dort soll um 18 Uhr das große Friedensfest beginnen, bislang ist der Platz aber nur spärlich bevölkert. Die Musik läuft, Bier wird getrunken, man wartet auf das, was auf der Bühne passieren soll.

Der Fahrradcorso, der unter dem Motto "Demokratie stärken - Rechtsextremismus bekämpfen" mittags am Südbad gestartet war, ist am Ziel, dem Vinckeplatz im Kreuzviertel, eingetroffen. Offenbar hat es unterwegs keine Probleme gegeben. Ob es Platten gab, ist noch nicht geklärt.

Linke Demonstranten spielen vor dem Bahnhof "Reise nach Jerusalem", meldet unser Reporter.

Vor dem Haupteingang des Bahnhofs wird's nun ruhiger. Es dürfen wieder vereinzelt Passagiere in den Bahnhof. Vor dem Nordausgang stehen zwei Wasserwerfer.

Der Bahnhof ist für Reisende und Passanten praktisch gesperrt. Nur sporadisch werden Menschen nach der Personenkontrolle in den Bahnhof gelassen. Achtung Reisende, Sie benötigen einen Plan B! Der Zugverkehr läuft jedoch offenbar normal - größere Verspätung durch die Demo sind nicht bekannt.

Die Rechten treffen per U-Bahnen nach und nach am Hauptbahnhof ein. Die Polizei hat mehrere Hundertschaften vor Ort zusammen gezogen, um Auseinandersetzungen mit Linken möglichst zu vermeiden. Das klappt nicht immer.

Es ist bestätigt. Die Neonazi-Kundgebung ist beendet.

16.01 Uhr: Die Rechtsradikalen haben ihre Kundgebung offenbar gerade beendet, hören wir. Die Polizei will den braunen Mob in die U-Bahn setzen und wieder wegschicken. Das bedeutet auch: Im Hauptbahnhof könnte es gleich noch einmal hektisch werden. Bahnreisende sollten also vielleicht doch wieder etwas eher zum Bahnhof gehen...15.56 Uhr: Wir haben mal einen Reporter zum Bahnhof geschickt. Er berichtet: Großes Polizeiaufgebot, aber mittlerweile ist dort alles ruhig. Bahnreisende können also im Moment unbesorgt an- und abreisen. 15.46 Uhr: Während andere Nachrichtenportale über "Straßenschlachten in Dortmund" berichten, können wir dies nicht bestätigen. Es gibt - vor allem in der Nordstadt in der weiteren Umgebung der Versammlungsstätte der Rechten - kleine Scharmützel zwischen Demonstranten und Polizisten. Vereinzelt fliegen Steine auf Streifenwagen, hin und wieder steht ein Müllcontainer auf der Straße. Straßenschlachten sind das jedoch nicht. 15.25 Uhr: Wir haben gerade wieder mit der Polizei gesprochen: Es gab bisher Auseinandersetzungen zwischen Linken und Rechten im Kaiserstraßenviertel, im Bereich Saarbrücker Straße/Weißenburger Straße und am Hauptbahnhof. Ein paar Festnahmen sind aktenkundlich und einige Polizisten sind beim Einschreiten leicht verletzt worden.  So sehen die Kollegen von Videonews24.de die Situation:15.13 Uhr: Auf dem Westenhellweg zwischen Petri-Kirche und Kleppingstraße bietet sich gegen 15 Uhr ein fast normales Bild. Nicht ganz so voll wie sonst an Samstagen, aber von Ausnahmezustand weit entfernt. Die Markthändler auf dem Hansaplatz allerdings haben die Demo-Auswirkungen brutal zu spüren bekommen. Drei von vier Händlern beklagen auf Nachfrage Einnahmeeinbußen von bis zu 70 Prozent. Ein Händler: "Heute haben sich nur die ganz Harten in die Stadt getraut."14.59 Uhr: In weiten Teilen der Innenstadt scheint es ruhiger zu werden. Polizeikräfte fahren in großen Kolonnen jetzt dorthin, wo es noch "brennt". Man sortiert sich neu.14.56 Uhr: Kleines Verkehrs-Update: Größere Behinderungen gibt es im Moment nur in der Nordstadt rund um den Versammlungsplatz der Rechten. Diesen Bereich hat die Polizei hermetisch abgeriegelt. Gut so, denn der braune Mob bekommt in der Stadt so gut wie keine Aufmerksamkeit. Unser Tipp: Die Nordstadt weiterhin großräumig umfahren! Kleinere, kurzfristige Straßensperrungen können allerdings immer und überall vorkommen... 14.43 Uhr:  Die Feuerwehr hat sich im großen Stil auf den Tag vorbereitet. Um 9 Uhr war der Führungsstab zusammen gekommen, um letzte Absprachen für den Brandschutz und Rettungsdienst bei den Demos zu treffen. An gewöhnlichen Samstagen ist man mit 175 Leuten im Dienst. Wegen der besonderen Brisanz sind 68 zusätzliche Einsatzkräfte aktiviert worden. Und noch mehr Leute stehen in Bereitschaft.14.31 Uhr: Der Fahrradcorso hat sein erstes Etappenziel erreicht, die Steinwache. Hier gibt es eine kleine Kundgebung, ehe es weiter geht zum Friedensplatz. Bisher verläuft alles wie geplant. 14.27 Uhr: Aus der Ecke östlichen Innenstadt hören wir von allmählicher Enstpannung. Die Weißenburger Straße ist zwar offiziell noch gesperrt, Anwohner dürfen aber schon wieder rein. Die Polizisten trinken Kaffee. 14.13 Uhr: Der Fahrradcorso ist gegen 14 Uhr gestartet. Wie unsere Reporter vor Ort schätzen, sind etwa 150 bis 200 Menschen im Corso unterwegs. Die Stimmung ist gut, gerade hat der Corso den Brüderweg erreicht. 14.07 Uhr:  Gerade haben wir Grünen-Fraktionschef Mario Krüger auf Handy erreicht. Er war tatsächlich am Hauptbahnhof vor Ort, als die Polizei die Linken-Demo auflöste und die Teilnehmer Richtung Königswall abdrängte. Krüger: "Einzelne Demonstranten versuchten,  über den Busbahnhof  zurück zu kommen und haben angefangen, einen Bulli der Polizei zu demolieren. Da bin ich dazwischen gegangen und hab einen gepackt und gesagt ´Was soll der Scheiß?´ Da haben mich zwei oder drei Leute gepackt und mir einen Schlag auf den Brustkorb und einen auf die Nase gegeben. Nicht mehr und nicht weniger."Festnahmen auf dem Westenhellweg: 13.44 Uhr: Das Tiefbauamt der Stadt ist heute mit 30 Leuten im Einsatz. Laut Stadt-Pressesprecher Hans-Joachim Skupsch steht man mit 20 LKW bereit, um die Polizei bei Bedarf mit Absperr-Material zu versorgen. Aus seiner Sicht läuft der Einsatz bisher relativ gut.13.29 Uhr: Mario Krüger, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Dortmund Stadtrat und gescheiterter OB-Kandidat, ist verletzt worden! Nach ersten Berichten der Kollegen von dpa hat der 52-Jährige einen Hieb oder Tritt oberhalb der Nase bekommen und eine Platzwunde sowie eine Gehirnerschütterung davongetragen. Wir arbeiten an einer Bestätigung der Nachricht. Offenbar ist Krüger dazwischengegangen, als linke Demonstranten die Polizei mit schweren Pflastersteinen angegriffen haben. 13.23 Uhr: In der aufgeheizten Stimmung brodelt die Gerüchteküche. Doch die Polizei gibt vorerst Entwarnung: Dass Rechts- und Linksextremisten aufeinandergeprallt seien, kann der Polizeisprecher bislang nicht bestätigen.13.17 Uhr: "Dortmund stellt sich quer": Die übrig gebliebenen Teilnehmer der Demonstration am Hauptbahnhof haben sich - wie es geplant war - auf dem Weg in Richtung Westpark gemacht. 12.54 Uhr: Die Veranstaltung auf dem Gerichtsplatz ist jetzt offiziell beendet. Laut Polizei waren rund 2000 Zuhörer bei Deichkind & Co. 12.50 Uhr: Die Stimmung in der Innenstadt ist teilweise sehr aufgeheizt. Wir treffen deshalb die redaktionelle Enscheidung, ab sofort nicht mehr über jedes Scharmützel zu berichten. 12.35 Uhr: Erste Festnahmen auf dem Westenhellweg. Einzelne Linksextremisten wurden abgeführt. Die Polizei sperrte für kurze Zeit die Haupteinkaufsstraße - auch nicht zur Freude der Samstags-Einkäufer. Gemütlich ist der City-Bummel heute ganz bestimmt nicht - nicht nur, weil es gerade angefangen hat zu regnen. Auch vom Ostenhellweg hören wir Störungen durch Chaoten. Die Polizei fährt mit Zivilstreifen durch die Fußgängerzone.12.25 Uhr: Verkehrsprobleme in der östlichen Innenstadt. Am Ostentor sperrt ein großes Polizeiaufkommen die Kreuzung. Wer über die Weißenburger Straße in die Nordstadt möchte, sollte eine andere Route wählen.  12.16 Uhr: Auf dem Wall wird es kurzzeitig chaotisch. Die aufgelöste "Bahnhofs-Demo" ist - offenbar entgegen der Absprache - westwärts über den Wall gegangen und dort von der Polizei aufgehalten worden. Linksradikale haben sich mit einem Sprint in die Innenstadt abgesetzt. Der Polizeihubschrauber verfolgt sie aus der Luft. 12.07 Uhr: Der Demonstrationzug am Hauptbahnhof ist überraschend aufgelöst worden - und zwar von den Veranstaltern. Ein Großteil der rund 300 Teilnehmer zieht derzeit in Richtung Südbad. Hier hat die DGB-Veranstaltung "Uns reicht's - Aufmucken gegen Rechts" mittlerweile begonnen. Einige der Demonstranten vom ZOB orientieren sich aber auch in Richtung Hauptbahnhof. Hier kommen weiterhin Rechtsextreme in Gruppen an. 12.00 Uhr: Deichkind covert sich selbst. Ihr Song "Arbeit nervt" heißt heute "Adolf nervt". (via @videopunk)11.57 Uhr: Während Deichkind auf dem Gerichtsplatz richtig rockt, beginnt die Polizei mit Einlass- und Personenkontrollen am Bahnhof. Es kann dauern, bis man reingelassen wird. Bahnreisende sollten früh zum Bahnhof kommen - und der Rest sollte den Bahnhof am besten meiden. Für alle Autofahrer: Die Mallinckrodtstraße ist gesperrt, die Nordstadt weiträumig umfahren! 11.45 Uhr: Das Konzert von Deichkind am Gerichtsplatz beginnt jetzt! 600 bis 700 Zuhörer sind schon da, das Publikum ist extrem jung. Wer zum Gerichtsplatz will: Unten haben wir eine Karte.11.24 Uhr: Im Hauptbahnhof kam es zu ersten Scharmützeln zwischen Rechten und Gegendemonstranten. Erst wurde es laut, dann flogen Bierdosen. Polizei hatte die Lage im Griff und die Rechstradikalen in die U-Bahn gesetzt. Große Irritationen bei den anderen Bahnkunden. Tipp der RN-Redaktion: Wer nicht unbedingt in den Hauptbahnhof muss, sollte es lassen.11.15 Uhr: Die Reden beginnen am Gerichtsplatz. Vor dem zur Bühne umgebauten kleinen Laster stehen mittlerweile rund 500 Zuhörer.11.10 Uhr: Vor dem Hauptbahnhof sammeln sich die Gegendemonstranten:10.51 Uhr: Am Gerichtsplatz wird jetzt die Bühne für den Auftritt von Deichkind vorbereitet. 200 Zuhörer sind schon da, meldet unser Reporter. Wo der Gerichstplatz ist? Wir haben unten eine Karte eingebaut.10.50 Uhr: Es kommt zu ersten größeren Verkehrsbehinderungen, vor allem rund um den Veranstaltungsort der Rechtsradikalen in der Nordstadt: Der Sunderweg ist bis zur Treibstraße in beiden Richtungen gesperrt, die Mallinckrodtstraße bis zur Schützenstraße ebenfalls. Wer mit dem Auto in die Dortmunder Innenstadt fahren will, sollte über die B1 oder aus dem Süden anreisen.10.43 Uhr: Viele Bewohner der Innenstadt werden in der letzten Nacht den Polizeihubschrauber gehört haben. Aufklärung habe man betrieben, sagt die Polizei. Unser Polizei-Reporter Arne Niehörster lässt sich gerade die Lage schildern. Noch ist alles ruhig. 10.36 Uhr: Bisher wimmelt es in der Innenstadt nur so von Polizisten - sie sind in der klaren Überzahl. Noch ist es ruhig. In ein paar Minuten haben wir Bilder vom Hauptbahnhof online. Dort stehen Hundertschaften aus Bayern!10.32 Uhr: Aufmerksame Leser werden gemerkt haben, dass wir die Zahl der Polizisten nach oben korrigiert haben. Offiziell spricht die Polizei von etwa 3000 Einsatzkräften. Wir wissen aus sicherer Quelle: Es sind mindestens 4000.Das sind die Veranstaltungsorte.   

Demos am 4./5. September auf einer größeren Karte anzeigen 

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Mitarbeiter der Ruhr Nachrichten zeigen Gesicht: In Dortmund ist kein Platz für Neonazis.

Mit einer starken Präsenz empfängt die Polizei am Hauptbahnhof ankommende Demonstranten.

Flagge zeigen gegen Rechts.

Eine junge Gegendemonstrantin wird auf dem Westenhellweg festgenommen.

Der Polizeieinsatz behindert Passanten auf dem Westenhellweg.

Am Mittag klickten die ersten Handschellen. Auf dem Westenhellweg nahm die Polizei einzelne Linksextremisten in Gewahrsam.

Chaoten auf dem Ostenhellweg.

Die Band Deichkind ließ sich von der guten Stimmung auf dem Gerichtsplatz förmlich tragen.

Die friedliche Gegendemonstration vor dem Hauptbahnhof.

Von der Polizei abgesperrt und isoliert: Die Neonazis auf einem Parkplatz in der Dortmunder Nordstadt.

Friedlicher und heiterer geht es nicht: Die Fahrrad-Demo am Nachmittag.

Reise nach Jerusalem: Linke Gegendemonstranten vertrieben sich die Zeit vor dem Hauptbahnhof mit einem Spiel.

Festnahme an der Schmiedingstraße .

Die Polizei hatte manche Gegendemonstranten besonders gut im Blick.

Auch den Haupteingang des Bahnhofs sicherte die Polizei mit einigen Hundertschaften.

Der Container auf dem Großmarktgelände brennt lichterloh.

Sir Bob Geldof macht Musik - auf dem Friedensplatz in Dortmund.

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