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BVB-Profis mit Bengalos

Pyrotechnik: Ermittlungen gegen Großkreutz und Barrios

DORTMUND Die BVB-Profis Kevin Großkreutz und Lucas Barrios haben während des Autokorsos am 13. Mai mit brennenden bengalischen Fackeln hantiert. Die Staatsanwaltschaft ermittelte. Bestraft werden sie nicht - im Gegensatz zu den Fans, die nun Stadionverbot haben.

Pyrotechnik: Ermittlungen gegen Großkreutz und Barrios

Pyrotechnik beim BVB-Autokorso: Nach dem Double-Sieg hantierten die Profis Kevin Großkreutz (Bild) und Lucas Barrios mit brennenden Fackeln. Die Staatsanwaltschaft ermittelte.

Während 50 Fans nach dem Abbrennen von bengalischen Fackeln auf dem Alten Markt in der Dortmunder Innenstadt von Borussia Dortmund mit einem Stadionverbot sanktioniert worden sind, kommen zwei Spieler ungeschoren davon: Kevin Großkreutz und Lucas Barrios haben am 13. Mai beim Meisterkorso auf dem Mannschaftswagen brennende Bengalos geschwungen. Die Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren eingeleitet, das mittlerweile jedoch eingestellt ist.

BVB-Profis brennen Pyrotechnik ab

BVB-Profi Kevin Großkreutz feiert den Double-Sieg mit der Mannschaft. Beim Autokorso hantierte er mit Pyrotechnik. Die Fans jubeln.
Großkreutz singt und schwingt die Fackel.
In der Zwischenzeit hat Großkreutz die Pyrotechnik an Lucas Barrios weitergegeben.
Dieselbe Situation aus einer anderen Perspektive. Kevin Großkreutz mit dem Bengalo.
Jetzt hat Barrios die Fackel.
Lucas Barrios hält das bengalische Feuer.

Ein Polizeivideo, Fotos und Youtube-Filme dokumentieren die Szene. Der BVB-Wagen bahnt sich seinen Weg über den Schwanenwall. Als der LKW in Höhe der Kaiserstraße ist, erkennen Einsatzkräfte einer Hundertschaft aus der Distanz den Funkenflug vom Autokorso hinunter auf die Straße und leiten ein Ermittlungsverfahren ein.

Gegenüber den Ruhr Nachrichten bestätigte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen. „Wir haben das Verfahren jedoch eingestellt, weil wir nicht mehr erkennen konnten, ob die Bengalos strafrechtlich relevant sind“, sagte Staatsanwalt Henner Kruse. Auf den sichergestellten Überresten der Fackeln war nicht mehr erkennbar, ob die Bengalos von der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) in Berlin für den europäischen Markt zugelassen worden sind.

Zudem sei kein Vorsatz und wegen des Abstands zur Menschenmenge keine konkrete Gefahr erkennbar gewesen, ergänzte Oberstaatsanwältin Dr. Ina Holznagel, „die Spieler haben Glück gehabt“. Pyrotechnik, die von der BAM registriert ist, trägt ein CE-Kennzeichen und eine Registriernummer. Wer Pyrotechnik anwendet, muss bei einer Berufsgenossenschaft einen Lehrgang absolvieren und einen „Befähigungsschein“ erwerben. Dass Großkreutz und Barrios diesen Schein besitzen, ist fraglich. Doch selbst Inhaber des Scheins dürfen die Fackel nicht in einer Menschenmenge abbrennen, wenn davon eine Gefahr ausgeht. Allein das ist laut Sprengstoffgesetz eine Straftat. In diesem Fall sehen die Ermittler offenbar eine ausreichend große Distanz zur Menschenmasse auf der Straße. Ein Fan hatte die Fackel am Schwanenwall den beiden Spielern, die auf dem BVB-Truck standen, gegeben. Bengalische Fackeln können Rauchgasvergiftungen und schwere Verbrennungen auslösen.

BVB-Sprecher Sascha Fligge kündigte an, dass mit der Mannschaft in den kommenden Wochen ein Gespräch über die Pyrotechnik-Problematik geführt werden wird. "Wir wollen so etwas nicht sehen. Unsere Spieler wissen das auch längst", sagte er. Wegen des Einsatzes von Pyrotechnik in deutschen Fußballstadien laste auf den Vereinen ein erheblicher politischer Druck.

Ein Stehplatzverbot auf der Südtribüne schwebe wie ein Damoklesschwert über dem BVB. "Ein Stehplatzverbot würde uns treffen wie eine Keule - und wir wollen das Kulturgut Südtribüne als größte Stehplatztribüne Europas auf jeden Fall erhalten", sagte Fligge. Weitere Pyrotechnik-Vorfälle könnten einen Ausschluss von Fans zur Folge haben.

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