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Hiobsbotschaft für Anleger

RWE schockt Dortmunder Stadtwerke

DORTMUND Eine Schockwelle rollte am Mittwoch durch die Führungsetage bei den Dortmunder Stadtwerken (DSW21), ausgelöst durch die Ankündigung des Energieriesen RWE, in diesem Jahr die Dividende fast komplett zu streichen. Wir erklären, welche Auswirkungen das für die Stadtwerke hat.

RWE schockt Dortmunder Stadtwerke

Das RWE-Logo an der Zentrale der RWE Vertrieb AG am Freistuhl.

Für DSW21, die mit 23,6 Millionen Aktien an RWE beteiligt und damit größter kommunaler Einzelaktionär sind, bedeutet das einen Verlust von rund 20 Millionen Euro. Wie dieser Verlust ausgeglichen werden soll – noch weiß es keiner. „Wir hatten zwar das eine oder andere erwartet“, sagte DSW-Finanzprokurist Jörg Jacoby auf Anfrage unserer Redaktion, „aber eine Null-Dividende nicht.“

Die RWE-Dividende, die bereits im vergangenen Jahr halbiert worden war, trug bislang dazu bei, die Verluste bei Bus und Bahn auszugleichen. Noch ganz unter dem Eindruck der Hiobsbotschaft wusste Jacoby vier Stunden später keine Antwort auf die Frage, was für Gegenmaßnahmen DSW ergreifen wolle: „Die Frage, wie wir das ausgleichen, ist schwierig, sehr schwierig.“

Töchter könnten zur Kasse gebeten werden

Die Antwort werde DSW in den nächsten Monaten beschäftigen. Möglicherweise werden auch die Stadtwerke-Töchter verstärkt zur Kasse gebeten. Die Zeiten für den städtischen Konzern DSW sind ohnehin schwer. Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe stehen in den nächsten neun Jahren für die Stadtbahnfahrzeuge und die Infrastruktur an, niedrige Zinsen auf dem Kapitalmarkt zwingen zu deutlich höheren Pensionsrückstellungen.

Seit zwei Jahren läuft deshalb das Sparprogramm „Projekt Zukunft“, mit dem DSW strukturell 30 Millionen Euro einsparen will. Das sei ganz gut angelaufen, so DSW-Sprecher Bernd Winkelmann. Nun kommen noch mal 20 Millionen Euro als Verlust obendrauf. Die Welt bei DSW21 werde sich weiterdrehen, sagte Finanzprokurist Jacoby, „wir werden das stemmen“.

Auch wenn es in der nächsten Woche noch einmal Gespräche der beiden kommunalen RWE-Aktionärsverbände geben werde und die kommunalen Anteilseigner rund 24 Prozent der RWE-Aktien halten, glaubt Jacoby nicht an eine Rücknahme des RWE-Vorstandsbeschlusses: „So etwas wieder einzufangen, ist schwer.“ 

Zur Stärkung des RWE-Konzerns 

DSW21 geht davon aus, dass die Dividendenstreichung eine einmalige Sache zur Stärkung des RWE-Konzerns ist. Erst 2009 beziehungsweise 2014 hatte DSW21 noch 2,4 Millionen Euro RWE-Aktien nachgekauft zu einem durchschnittlichen Kurs von 46 Euro. Am Mittwoch lag der Wert der Aktie bei etwas über 10 Euro. Damit wird auch eine erneute Wertberichtigung für das Ergebnis des Konzerns Stadtwerke in diesem wieder Jahr ein Thema.

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