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Konzertierte Bekämpfungsaktion

Ratten flüchten von Thier-Baustelle

DORTMUND Anwohner des oberen Westenhellwegs und der Silberstraße beobachten seit einigen Wochen nächtliches Treiben auf ihren Hinterhöfen. Vermutlich Flüchtlinge von der Thier-Baustelle – Ratten, vertrieben von den Baggerschaufeln.

Ratten flüchten von Thier-Baustelle

Die Dortmunder sollen Ratten bekämpfen.

Unter den alten Gemäuern der Thier-Brauerei lebten die Nager wie im Paradies. Dort gähnt jetzt nur noch eine große Baugrube. Also ziehen die Ratten weiter, u.a. auf einem öffentlichen Hinterhof-Parkplatz am Westenhellweg. Eine 35-jährige Anwohnerin, die dort seit 2004 lebt, glaubte zunächst an einen Marder, der seit November wiederholt Kabel und Leitungen an ihrem Auto anfraß. Erst ein Fachmann, den sie schließlich hinzuzog, erkannte, dass der Kot im Motorraum von einer Ratte stammt.

Die Anwohnerin und ihr Mann legten sich nachts auf die Lauer – und siehe da, erst kam eine Ratte, dann huschten zehn mit ihren kralligen Pfoten über den Asphalt und schnupperten an den Mülltonnen. Manchmal, erzählt sie, liegt morgens eine Ratte überfahren auf dem Parkplatz. Erst vor zwei Tagen wieder. Wenn die Anwohnerin abends den Abfall hinunterbringt, ist ihr mulmig. „Der Experte hat mir gesagt, wenn ich zehn Ratten sehe, sind da tausend.“ Da es sich um eine öffentliche Fläche handelt, hat die 35-Jährige das Ordnungsamt verständigt. Amtsleiter Ortwin Schäfer kann sich durchaus vorstellen, dass die Ratten von der Thier-Baustelle kommen. Die Mülltonnen auf dem Parkplatz und die Abluft-Vorrichtungen der umliegenden Gastronomie zögen die Nager an. „Das war beim Bau des Konzerthauses ähnlich.“ Die pelzigen Vierbeiner würden aus ihren angestammten Gängen vertrieben, so Schäfer.  Auch bei der Sprengung alter Gebäude kämen, sobald sich die Staubwolke verzogen hat, die Ratten aus ihren Löchern.

Der Ordnungsamtsleiter will sich kümmern und das Tiefbauamt verständigen, das für die Rattenbekämpfung auf öffentlichen (Wege-)Flächen und in der Kanalisation zuständig ist. Denkbar sei eine konzertierte Rattenbekämpfungsaktion auch mit den Eigentümern der umliegenden Gebäude.

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