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Raubzug bleibt voller Rätsel

Der Angeklagte schlug die Hände vors Gesicht, fing an zu weinen: "Ich habe alles gesagt", presste er gestern vor dem Landgericht hervor. Als der Richter dann das Urteil verkündete, blieb der 21-jährige Pakistani ruhig: Zwei Jahre und zehn Monate wegen schweren Raubs und vorsätzlicher Körperverletzung erwarten den nicht Vorbestraften. Die Staatsanwaltschaft hatte immerhin fünf Jahre gefordert, seine Verteidigerin eine Bewährungsstrafe.

Auch wenn das Urteil gesprochen wurde - es bleiben viele Fragen offen. "Wir wissen vom Kerngeschehen der Tat, aber die genaueren Umstände sind nicht nachprüfbar", sagte der Richter. Denn das Opfer, ein 25-jähriger Pakistani, ist unauffindbar. Möglicherweise habe er sich ins Ausland abgesetzt, hieß es gestern. Er musste am 4. Juli vier Stunden lang Todesängste ausstehen: Zusammen mit drei Mittätern drang der 21-Jährige in die Wohnung des 25-Jährigen in der Nordstadt ein - bewaffnet waren sie vermutlich mit einer ungeladenen Schreckschusspistole. Die Männer fesselten ihr Opfer mit Handschellen, klebten ihm Mund und Augen mit einem Klebeband zu. 10 000 Euro vermuteten sie bei ihm - letztendlich fanden sie 350 Euro, elektronische Gegenstände und gefälschte Pässe.

Der Angeklagte hatte die Tat während des Prozesses eingeräumt. Und erklärt, dass er das Geld dafür benötigte, um seinen kleinen Sohn wieder nach Deutschland zu holen. Den hatten er und seine Frau zu den Großeltern nach Pakistan gebracht. Warum, wurde auch gestern nicht ganz klar. Das Gericht ließ anklingen, dass es bei dem Überfall vielleicht gar nicht um das Geld gegangen war, sondern eventuell um Geschäfte mit gefälschten Pässen. Der Richter fasste zusammen: "Es lässt sich nur spekulieren." if

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