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Demo-Tag am 28. März

Rechtsextreme und Nazi-Gegner demonstrieren in Dorstfeld

DORSTFELD Auf Dorstfeld kommt am 28. März ein brisanter Demo-Marathon zu: Genau zehn Jahre nach der Tötung des Dortmunder Punkers Thomas Schulz durch einen Neonazi haben sowohl Rechtsextreme als auch Nazi-Gegner Kundgebungen im Dorstfelder Zentrum angemeldet.

Rechtsextreme und Nazi-Gegner demonstrieren in Dorstfeld

Rund 300 Nazi-Gegner demonstrierten am Freitagabend in Dorstfeld. Die Polizei war mit einem Großaufgebot da.

Innerhalb weniger Stunden wird der Wilhelmplatz am 28. März - einem Samstag - zum Schauplatz zweier grundverschiedener Veranstaltungen:

  • Zuerst hält dort die Antifaschistische Union auf einem Gedenkmarsch für Thomas Schulz von der S-Bahn-Station Dorstfeld zur Kampstraße (Start: 14 Uhr) eine Zwischenkundgebung ab. Die Organisatoren rechnen mit etwa 300 Teilnehmern. Danach ziehen die Nazi-Gegner über die Rheinische Straße weiter in die Innenstadt
  • Kurze Zeit später ist der Platz das Ziel eines Demozugs von Neonazis aus Huckarde, die dort nach ihrer Abschlusskundgebung ein Rechtsrock-Konzert feiern wollen. Dazu werden rund 200 Teilnehmer erwartet. Die Polizei versucht, beide Kundgebungen zu verbieten - bisher aber ohne Erfolg.

In Dorstfeld wohnt der harte Kern der Nazi-Szene

Den Nazi-Gegnern ist es extrem wichtig, durch das Dorstfelder Zentrum zu ziehen. Dort wohnt der harte Kern der Dortmunder Nazi-Szene. Am Freitag hatte eine Pressemitteilung der Antifaschistischen Union für Aufsehen gesorgt. Darin warfen die Anmelder der Polizei vor, sie nicht durch das Dorstfelder Zentrum ziehen zu lassen. "Eine solche Entscheidung wäre eine Kapitulation vor den Neonazis", sagte Pressesprecher Michael Laskowiak unserer Redaktion. Die Polizei verwies hingegen auf die noch laufenden Verhandlungen über die Route.

Am Freitagnachmittag bewilligte die Polizei schließlich die Demo-Route der Nazi-Gegner. Das heißt: Am Nachmittag des 28.3. wird voraussichtlich über Stunden ein Großaufgebot der Polizei im Dorstfelder Zentrum unterwegs sein, um die beiden Lager voneinander zu trennen. Dabei ist auch mit Verkehrsbehinderungen im Stadtbahn-Netz und auf den betroffenen Straßen zu rechnen. Zuletzt gab es im Januar eine Anti-Nazi-Demo in Dorstfeld.

Neonazi erstach Punker an der Kampstraße

Am 28. März jährt sich zum zehnten Mal der Tot des Dortmunder Punkers Thomas Schulz. Schulz war 2005 an der Kampstraße vom stadtbekannten Neonazi Sven K. erstochen worden. K. wurde deswegen zwar wegen Totschlags zu sieben Jahren Haftstrafe verurteilt. Im September 2010 wurde er jedoch auf Bewährung vorzeitig entlassen. Sven K. zeigte sich jedoch alles andere als geläutert. Unter anderem schlug er 2011 zwei Jugendliche mit ausländischen Wurzeln auf dem Weihnachtsmarkt zusammen, auch war er beim Neonazi-Angriff auf die linke Kneipe "Hirsch-Q" dabei.

Zu den Jahrestagen der Punker-Tötung hatte es in den vergangenen Jahren wiederholt Gedenkveranstaltungen aus der linken Szene für Schulz gegeben. Nun versuchen erstmals auch die Neonazis, das Datum zu besetzen. 

Die Demo-Route der Nazi-Gegner:

 

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