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Abzocke

Rentnerin musste 1000 Euro an Schlüsseldienst zahlen

Hombruch. Ein Moment der Unachtsamkeit ist Elisabeth Bredemeier teuer zu stehen gekommen. Nachdem sich die Hombrucherin aus ihrer Wohnung ausgesperrt hatte, rief sie einen Schlüsseldienst. Doch anstatt einfach die Tür zu öffnen, baute der Monteur direkt ein neues Schloss ein - und verlangte eine horrende Summe.

Rentnerin musste 1000 Euro an Schlüsseldienst zahlen

Augen auf beim Schlüsseldienst. Viele verlangen unerlaubt enorme Kosten von ihren Kunden. Foto: Dieter Menne (Archivbild)

Es war nur ein kurzer Moment, in dem Elisabeth Bredemeier unachtsam war. Mit einem Ruck zog sie die Haustür am frühen Morgen um 6 Uhr hinter sich zu. Die Bewohnerin hatte keine Wahl. Der Schlüsseldienst musste her.

Eine Nachbarin half, einen wohnortsnahen Schlüsseldienst an der Löttringhauser Straße 86 ausfindig zu machen. Der besagte Schlüsseldienst trudelte eine Stunde später, allerdings aus Hagen, ein. Bevor er sich an die Arbeit machte, um die Tür zu öffnen, nannte er die zu erwartenden Kosten, Pauschalen und Gebühren für den Einsatz.

Schlüsseldienst montierte ganzes Schloss aus

Aus unerklärlichen Gründen konnte der Schlüsseldienst die Wohnungstür nicht öffnen. Die Bewohnerin musste sich bereit erklären, dass der Beschlag und das gesamte Schloss abmontiert werden. Der Monteur setzte ein neues Zylinderschloss ein und übergab der Bewohnerin fünf Schlüssel. Dann sagte er, er käme später wieder, um den Türbeschlag zu montieren. Auch das Zylinderschloss sei nur vorläufig.

Bevor der Schlüsseldienst von dannen zog, stellte er eine saftige Rechnung aus. „Ich erklärte ihm sofort, dass ich nur 650 Euro bar zu Hause hätte.“ Der Monteur sagte, er passe die Rechnung dem Umstand an und nahm ihr die 650 Euro in bar ab.

Reine Türöffnung kostet zwischen 75 und 100 Euro Euro

„Schon allein mit dieser Rechnung wurde die Dame ordentlich übers Ohr gehauen“, sagt Verbraucherberaterin Ilona Schwieger. „Im Normalfall reicht eine reine Türöffnung aus, um wieder in die Wohnung zu kommen. Die kostet zwischen 75 und 100 Euro. Ein Austausch des Schlosses ist in der Regel gar nicht notwendig. Leider gibt es unseriöse Schlüsseldienste, die ihre Kunden in der Notsituation ausbeuten.“

Gegen 14 Uhr erschien der Schlüsseldienst erneut, um den neuen Türbeschlag zu montieren und noch einmal mitzuteilen, dass das Schloss erneut ausgetauscht werden müsse. Mit der Montur des Beschlags kam die nächste Rechnung. 450 Euro sollte Elisabeth Bredemeier nun zahlen. „Da war ich dann sehr ungehalten wegen der hohen Summen und habe ihn gefragt, was er sich dabei denke. Von dem Geld können andere einen ganzen Monat von leben.“

Daraufhin meinte der Monteur, man könne sich ohne Rechnung auf 350 Euro einigen. In ihrer Not nahm Elisabeth Bredemeier das Angebot an und zahlte zusätzlich die 350 Euro in bar ohne Rechnung. 1000 Euro hatte sie an dem durch den Schlüsseldienst verloren.

Es vergingen vier Werktage und das Wochenende. Dann rief der Monteur erneut an. Er würde nun vorbeikommen, um das neue Schloss zu montieren. Über die finanziellen Belange wüsste die Bewohnerin Bescheid.

Viele Kunden zahlen aus Angst enorme Summen

Wie angekündigt stand er vor der Tür, doch die Bewohnerin öffnete nicht. Auch auf die vielen Anrufe reagierte sie nicht mehr. Sie war es leid. „Das Problem ist, dass unseriöse Schlüsseldienste ihre Verbraucher so weit nötigen, dass die aus Angst diese enormen Summen zahlen“, sagt Verbraucherberaterin Ilona Schwieger. „In einem solchen Fall ist es ratsam, sofort die Polizei zu rufen. Ist die Summe jedoch bereits gezahlt, ist es schwierig, das Geld zurückzubekommen.“

Auch Elisabeth Bredemeier hat die Polizei gerufen. Doch geholfen haben sie nicht. Dann fuhr sie zu der besagten Adresse des Schlüsseldienstes an der Löttringhauser Straße. Statt eines Schlüsseldienstes befindet sich dort nur ein Haus im Bauzustand. Ein paar Mal hat der Monteur die 79-Jährige mit Anrufen belästigt. Einmal kam er persönlich vorbei. „Ich war dann so wütend und habe ihm deutlich gemacht, dass er nicht mehr reinkommt. Die Notsituation anderer Leute auszunutzen, ist wirklich das Allerletzte. Seitdem bin ich sehr vorsichtig geworden. Ich engagier mich für Hospiz- und Tierschutzarbeit. Dort wäre das Geld besser angelegt gewesen.“

DORTMUND Seit Intown wieder die Schlüsselgewalt über den Dorstfelder Hannibal übernahm, müssen die Mieter einen Sicherheitsdienst des umstrittenen Verwalters darum bitten, die Wohnungen betreten zu dürfen. Bruno Joly war einer der ersten Mieter, der das am Montag versucht hat. Er berichtet im Interview über seine Erfahrungen.mehr...

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