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Envio-Prozess

Richter wälzen Akten um Akten

DORTMUND Weiter geht's im Prozess um die PCB-Skandalfirma Envio: Dort hat am Mittwoch die Detail-Arbeit begonnen. Und schon jetzt steht fest: Alle Beteiligten brauchen einen langen Atem.

Richter wälzen Akten um Akten

Envio-Chef Dirk Neupert (l.), hier mit Anwalt Prof. Dr. Ralf Neuhaus, ist der Hauptangeklagte.

Bevor die ersten Arbeiter als Zeugen gehört werden, wollen die Richter klären, „wie und wann die Anlage im Dortmunder Hafen genehmigt wurde“, sagte Richter Thomas Kelm. Nur so könne festgestellt werden, was im Laufe der Jahre verändert wurde und wie es zu den angeblichen Sicherheitsmängeln und zu der in der Anklage aufgeführten PCB-Verseuchung von 51 Arbeitern kommen konnte.

 Insgesamt geht es um Dokumente aus 16 Aktenordnern, die verlesen werden sollen. Begonnen wurde mit den ersten Genehmigungen für die Envio-Vorgängerfirma, datiert vom 1. Dezember 1985. In den Unterlagen zur „Planung einer Anlage zur Vorbehandlung von PCB belastetem Abfall“ war jedes noch so kleine Detail aufgelistet:  Personalausstattung, Sicherheitsvorkehrungen, Transportabläufe, Anzahl der Feuerschlöscher und Rauchverbots-Schilder: Alles wurde geregelt. Richter Kelm: „Wir müssen das alles ganz genau in Augenschein nehmen.“Während die Richter seitenweise Aktenordner wälzen, lesen die Verteidiger der vier Ex-Envio-Manager, unter ihnen der frühere Geschäftsführer Dirk Neupert, die Unterlagen auf ihren Laptops mit. Ehemalige Mitarbeiter sind am zweiten Verhandlungstag nicht im Gerichtssaal.

Das Zuschauerinteresse war ebenfalls deutlich geringer als noch beim Prozessauftakt. Daran dürfte sich in den kommenden Wochen wenig ändern. Denn an den nächsten sechs Prozesstagen sollen weitere Akten verlesen werden.

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