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SPD-Fraktionschef Ernst Prüsse: "Ich habe keine Angst"

DORTMUND Auf bequeme Mehrheiten der SPD im Rat kann sich Fraktions-Chef Ernst Prüsse schon seit 1999 nicht mehr stützen. Doch die Kommunalwahl 2009 wird voraussichtlich eine der schwersten für die Sozialdemokraten. Gaby Kolle sprach mit dem 61-Jährigen, der auch nach der Wahl Fraktionschef bleiben will, über die Risiken und politische Gegner.

SPD-Fraktionschef Ernst Prüsse: "Ich habe keine Angst"

SPD-Fraktionschef Ernst Prüsse: "Ich fühle die Linken nicht bei mir im Nacken".

Ich habe keine Angst vor der Kommunalwahl. Auch der Oberbürgermeister-Kandidat, den wir jetzt als Unterbezirksvorstand vorgeschlagen haben, ist für mich kein Risiko.

Ich biete keine Angriffsfläche für die Opposition. Also wenn ich als Demokrat nicht über verschiedene Sachverhalte diskutieren darf, dann frage ich mich, was ich da noch will. Ich habe anfangs das eine oder andere Problem gesehen, das haben wir ausdiskutiert. Ich habe mich sicherlich weit aus dem Fenster gelehnt, da stehe ich auch zu. Nichtsdestotrotz sehe ich es als Aufgabe eines Fraktionsvorsitzenden an, die Partei über verschiedene Sachverhalte warnend zu informieren . . .

: . . . und darüber zu diskutieren. Am Ende haben wir uns einstimmig im Unterbezirksvorstand dazu entschlossen, Herrn Dr. Langemeyer wieder als OB-Kandidaten vorzuschlagen.

: Ich weiß gar nicht, ob ich das will. Jede Partei muss ihr Klientel bedienen. Ich finde das schon in Ordnung, dass jede Partei einen eigenständigen OB-Kandidaten oder -Kandidatin aufstellt. Dann haben die Bürger eine echte Alternative.

: Die Linken fühle ich nicht bei mir im Nacken. Außer Polemik habe ich von denen noch nichts an konstruktiver Politik im Rat erlebt. Ich kann natürlich wie die Linken viele Wünsche äußern. Aber mit der alten Leier bei der Frage der Finanzierung – das eine zu verkaufen, das andere zu verstaatlichen – damit ist uns nicht gedient.

: Für das so genannte bürgerliche Lager ist es ein Armutszeugnis, wenn CDU und FDP sich nicht in der Lage sehen, einen Kandidaten aufzubauen. Und wenn sie meinen, sie müssten einen gemeinsamen Kandidaten aufstellen, dann sollen sie doch gleich zusammengehen, dann brauchen wir die FDP nicht mehr.

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