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Bert-Brecht-Gymnasium

Schüler begeisterten mit Theater im Schauspielhaus

KIRCHLINDE Der Literaturkurs des Bert-Brecht-Gymnasiums führte eine Neufassung von Thomas Manns "Mario und der Zauberer" im Schauspielhaus auf. Der ein oder andere Schauspieler ist dabei offenbar so richtig auf den Geschmack großer Bühnen gekommen.

Schüler begeisterten mit Theater im Schauspielhaus

Die Schauspieler des Bert-Brecht-Gymnasiums eroberten mit »Mario und der Zauberer« die Bühne des Dortmunder Theaters.

Es hätte eigentlich nicht besser laufen können: Mit ihrer Neufassung von Thomas Manns „Mario und der Zauberer“ traf der Literaturkurs des Bert-Brechte-Gymnasiums (BBG) nicht nur den Geschmack der Mitschüler. Auch das Flair des gestrigen Fußballspiels fingen sie ein – vor dessen unglücklichem Ausgang.Die Müllers sind eine deutsche Familie auf Italienurlaub im beschaulichen Torre di Venere. Mutter, Vater und die zwei, sich herrlich zankenden, Geschwister Timmi und Maria. Allerdings: Thomas Manns Novelle spielt zu Zeiten Mussolinis. Die Deutschen Touristen sind also in Italien nicht wirklich willkommen.

Um dem Urlaub doch noch einen Höhepunkt zu verleihen, besuchen die Müllers die Show eines berühmten Zauberers. Auch der befreundete Kellner Mario sitzt im Publikum. Doch die Show wird alles andere als unterhaltsam.  Zauberer Cipolla (großartig: Kirill Ivanchenko aus der Jahrgangsstufe Q1) nutzt seine Hypnosefähigkeiten, um das Publikum zu demütigen, zieht es aber gleichzeitig mit geschickter Rhetorik in seinen Bann. Als Cipolla die Liebe Marios zur hübschen Silvestra zum Gespött macht, eskaliert die Situation: Mario erschießt den Zauberer.

 Soweit zur Handlung des Stückes rund um Fremdenfeindlichkeit und Faschismus. Um diese Geschichte zu erzählen, nutzten die Nachwuchsschauspieler die Möglichkeiten der großen Bühne erstaunlich gut aus. Von Ton- und Lichtanlage bis zur Drehbühne verschenkte die Inszenierung keine der Chancen, die das Schauspielhaus bietet.Schulleiter Wolfgang Hardering ist stolz auf die vom Kurs selbst umgeschriebene Fassung der Novelle: „Das war modernstes Theater. Sogar Videoelemente wurden eingebunden.“ 

 Mit denen wird das Stück nach dem eigentlichen Ende der Novelle noch etwas weitererzählt. Die Aussage Manns – ein Plädoyer gegen den Nationalismus – wird so noch deutlicher.  Ans „Blaumachen“ habe im Literaturkurs übrigens die ganze Zeit über keiner gedacht. „Es gab keine Fehlzeiten. Die Schüler hatten wohl wirklich Spaß“, erzählt Daniel Schröder. Er und seine Lehrer-Kollegin Sarah Rekop haben währen der halbjährigen Vorbereitungszeit den Kurs geleitet.

 Die harte Arbeit hat sich für die Schüler gelohnt: Nicht nur haben sie ein wirklich sehenswertes Stück auf die Bühne gebracht. Sie sind auch um eine einzigartige Erfahrung reicher. „Wenn mir jemand jetzt ein Angebot machen würde, Schauspieler zu werden, würde ich ernsthaft darüber nachdenken“, sagt Hauptdarsteller Kirill augenzwinkernd nach der Vorstellung.  Den richtigen Weg, mit Nervosität umzugehen, hat er immerhin schon gefunden: „Ich stelle mir einfach vor, ich spiele nur für meine Freunde.“ So spricht wohl ein zukünftiger Profi.    

Zweite Aufführung


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