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Pfusch am U-Turm

Schwere Scheiben stehen auf falschem Material

DORTMUND Seit einer Woche ist der Haupteingang des U-Turms nach langer Bauzeit wieder geöffnet. Und schon tauchen neue Probleme auf. Experten warnen davor, dass 900 Kilogramm schwere Scheiben unsicher befestigt sind.

Schwere Scheiben stehen auf falschem Material

Der U-Turm ist teuer und nicht fertig.

Sieben der 13 Glasscheiben in der Fassade wurden vor zwei Monaten ausgetauscht, weil Risse aufgetreten waren. Die verbliebenen sechs Scheiben weisen nach Informationen unserer Redaktion jedoch ebenfalls erhebliche Baumängel auf und könnten ein Sicherheitsrisiko bergen.Klötzchen tragen Gewicht nicht So stehen die rund 900 Kilogramm schweren Fenster innerhalb des Rahmens wahrscheinlich auf Klötzchen, die nur rund 300 Kilogramm Gewicht tragen können. Unserer Redaktion liegen Plastik-Klötze der ausgetauschten Scheiben vor. Sie zeigen erhebliche Abnutzung und Einkerbungen. Falsches Material an dieser Stelle hat nach Einschätzung von Experten Folgen: Das Glas kann sich durch das dünne Plastik drücken und kommt in Kontakt mit dem Metall. Dadurch wird das Gewicht nicht mehr gleichmäßig auf die Rahmenkonstruktion verteilt. "Wenn das der Fall ist, kommt es zwangsläufig zu Schäden. Dann besteht Bruchgefahr", sagt Udo Pauly, Vorstand der Glaserinnung NRW. Ein Austausch der Scheiben sei alternativlos, um Schäden zu vermeiden.Scheiben werden geprüft

Stefan Selle, Projektmanager für das "U" im zuständigen Planungsbüro Assmann, bestätigt auf Anfrage, dass solche fehlerhaften Klötze beim Ausbau der defekten Scheiben Ende März aufgetaucht seien. Sie seien ausgetauscht worden und würden von einem Gutachter als mögliche Ursache für die Risse geprüft.

Selle betont jedoch: "Es war hier nie Gefahr im Verzug, sonst hätten wir schnell gehandelt." Das Glas am U-Foyer sei so beschaffen, dass es nicht splittere, sondern nur springe.

"Optische Gründe"

Die bereits gerissenen Scheiben seien aus "optischen Gründen" ausgetauscht worden - nicht, weil eine Gefahr von den Scheiben ausgegangen sei.Auf Anfrage zitierte die Stadtverwaltung einen Sachverständigen für Glas im Bauwesen. Seiner Einschätzung zufolge liege keine "potenzielle Gefahr" vor. Unsere Redaktion kann diese Aussage nicht überprüfen, da die Stadtverwaltung den Namen des Sachverständigen nicht nennen wollte.

Baustelle dauert länger Der Austausch der defekten Fenster hatte über ein Jahr gedauert. Und die nächsten Baustellen warten schon. Die neu eingebauten Scheiben haben eine andere Farbe als die alten. "Wir prüfen, ob das ein Mangel ist", so Selle. Für Kopfschütteln sorgt auch die Verspätung der DEW21-Baustelle auf dem U-Turm-Vorplatz: Sie wird wohl erst im August fertig werden. 

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