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Hoffnung für den Kurler Bahnhof

Schwerter Firma will Empfangsgebäude übernehmen

Kurl Drei Komponenten bestimmen das Gesamtbild des Kurler Bahnhofs: der Vorplatz, das denkmalgeschützte Emfangsgebäude und der Bahnsteig. Für alle drei gibt‘s eine neue Hoffnung.

Schwerter Firma will Empfangsgebäude übernehmen

Zersprungene oder abgedeckte Fenster, ein maroder Gesamteindruck – das Bahnhofsgebäude in Kurl wirkt alles andere als einladend. Das könnte sich mittelfristig ändern. Foto: Andreas Schröter

Es tut sich was in Sachen Kurler Bahnhof. Die Stadt bemüht sich derzeit darum, den Park&Ride-Parkplatz vor dem Bahnhof (den Mühlackerplatz) zu kaufen und zu sanieren. Das bestätigte Winfried Sagolla vom Stadtplanungsamt auf Anfrage dieser Readktion. Auch Herbert Niehage (SPD) hatte das bereits in der Sitzung der Bezirksvertretung Scharnhorst in der vorigen Woche berichtet.

Der Widerspruch zu einem Beschluss des Bauausschusses, dass die Stadt sich nicht mehr auf Bahnhofseigentum engagieren wolle, erkläre sich wie folgt, so Sagolla: „Durch eine Vereinbarung zwischen Land NRW und DB AG aus der letzten Dekade ist die Bahn nicht mehr zuständig für die Anlage von P&R-Anlagen, sondern die Städte. In diesem Fall übernehmen wir also nicht Aufgaben der Bahn.“

Bahnhof und Vorplatz in Kurl marode

Wenig Hoffnung für Mühlackerplatz in Kurl

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Anders sei es bei unterlassenen Instandsetzungen an Bahnbrücken, Pflegemaßnahmen (zum Beispiel Grünschnitt) auf Bahngelände und so weiter. Das seien Dinge, die die Bahn zu erledigen habe. Allerdings werde es nach Auskunft Herbert Niehages noch zwei oder drei Jahre dauern, bis sich auf dem Mühlackerplatz etwas tue. Auch ein Fahrradhaus soll dann dort gebaut werden.

Bäckerei oder Gastronomie geplant

Davon unabhängig plant die Firma „Fensterbahnhof Westhofen“ inzwischen den Kauf des denkmalgeschützten Empfangsgebäudes, um dort eine Bäckerei oder eine Gastronomie unterzubringen.

Der Fensterbahnhof Westhofen ist eine Firma für Haustüren, Rolläden, Fenster, Markisen etc., die ihren Betrieb seit 2002 im über 100 Jahre alten Bahnhof in Schwerte-Westhofen hat.

Die Geschäftsführer Rolf Hohmann und Michael Pfingsten können sich ein Engagement in Kurl aus zweierlei Gründen vorstellen. Zum einen wittern sie dort ein Geschäft, zum anderen haben sie nach eigenen Angaben ein Faible für alte Bahnhofsgebäude.

Im Inneren einige Änderungen nötig

Problem in Kurl seien natürlich die Denkmalschutzauflagen. Von außen möchten sie das Gebäude so erhalten, wie es ist. Aber innen wären schon einige Änderungen nötig, damit dort etwas Zeitgemäßes entstehen könne – zum Beispiel Dachfenster.

„Wenn es die nicht gibt, haben Sie eine Dunkelkammer“, so Pfingsten. Und von den angeblich erhaltenswerten Holzvertäfelungen im Innern sei fast überhaupt nichts mehr da.

Symbolischer Preis?

Rolf Hohmann und Michael Pfingsten hoffen, dass ihnen die Bahn das marode Gebäude für einen symbolischen Preis überlässt, denn die Investitionen, die anschließend fällig würden, belaufen sich nach ersten Gutachten auf rund 1,2 Millionen Euro. „Wir hoffen aber, dass wir das noch drücken können“, so Michael Pfingsten.

Mündliche Zusagen seitens der Bahn haben die beiden Bahnhofsliebhaber, allerdings nur für das Gebäude, nicht für das Grundstück. Wichtig sei auch, so Hohmann, dass ein paar Parkplätze für die Gastronomie bereitgestellt werden, also dass nicht die gesamte Fläche auf dem Mühlackerplatz als Park&Ride-Fläche ausgewiesen werde.

Wenn alles gut geht, könne der Umbau irgendwann im kommenden Jahr beginnen. Vermutlich müssen dann auch alle Versorgungsleitungen für Strom, Ab- und Frischwasser sowie Gas gelegt werden, weil das derzeit alles über die Bahn läuft.

Erhöhung des Bahnsteigs geplant

Veränderungen gibt‘s im Zuge des RRX-Ausbaus auch auf dem Bahnsteig, der auf 220 Meter verlängert wird.

Der heutige Zugang durch das Bahnhofsgebäude wird durch eine Rampe an der östlichen und südlichen Seite des Gebäudes vom Mühlackerplatz aus durch eine Treppe und einen Aufzug auf den Bahnsteig ersetzt. Der heutige Durchgang durch das Bahnhofsgebäudes wird verschlossen.

Geplant ist zudem eine leichte Erhöhung des Bahnsteigs (auf 76 Zentimeter). Es wird taktile Leitstreifen sowie eine modernere Beleuchtung geben. Auch das Blindenleitsystem und die Bahnsteigausstattung sollen erneuert werden. Die Anregungen, so teilt die Bahn weiter mit, aus der Beteiligung der Behinderten verbände und des Behindertenpolitischen Netzwerkes seien in die Planung eingegangen.

Bürgerinitiative weiter aktiv

Die Bürgerinitiative zur Rettung des Kurler Bahnhofs um Claus Peiler und Herbert Niehage setzt sich seit vielen Jahren für das Empfangsgebäude ein. Nach einigen Jahren des Stillstands wittern die Mitglieder nun wieder Morgenluft. Claus Peiler bedankt sich besonders auch beim SPD-Bundestagsmitglied Sabine Poschmann für die tatkräftige Unterstützung.

In den ersten Jahren der 1847 in Betrieb gegangenen Cöln-Mindener Eisenbahn bestand in Kurl nur ein einfacher Haltepunkt. Der Fahrkartenverkauf wurde in der nahegelegenen Gaststätte Zur Mühle durchgeführt.

1908 wurde auf der Nordseite der Gleisanlagen ein neues Empfangsgebäude errichtet, das heute nur noch als Durchgang zu den Gleisen dient.

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