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Schwiegersöhne mit dem frechen Etwas

Es ist das Wir-Gefühl, das die Fangemeinde so treu zusammenschweißt. "Das Wichtigste sind wir", singen die Wise Guys, "das Jetzt und Hier, und dass wir alle hier zusammen sind!"

Nach knapp 13 Jahren in der aktuellen Besetzung hat die ehemalige Schülerband aus Köln-Sülz eindeutig den Sprung über den Rhein geschafft. Das liegt zum einen daran, so Bariton Daniel Dickopf, dass die fünf A cappella-Sänger nicht mehr länger nur über "den schönen Dom und das leckere Kölsch" singen, zum anderen aber sicher auch daran, dass ihre Auftritte bei zwei Kirchentagen und beim katholischen Weltjugendtag sie in den letzten Jahren auf eher ungewöhnlichem Wege bekannt gemacht haben.

Nun kommen die ehemaligen Kölschen Lokalhelden in die Philharmonie für Westfalen und verkaufen mühelos zwei Konzerte hintereinander komplett aus.

Das Erfolgsrezept der Wise Guys liegt nicht nur in eingängigen Pop-Songs, die von ihnen originell arrangiert, gut gesungen und präsentiert werden. Das können auch andere und erreichen damit die üblichen Verdächtigen zwischen 14 und 49. Die Wise Guys aber sind voll Familien-kompatibel. Zu ihnen strömen die Gleichaltrigen (Mitt- und End-Dreißiger) samt Oma, Opa und den Kindern im Grundschulalter.

Deshalb beginnt das Konzert am Sonntag schon Schüler-freundlich früh um sechs, und deshalb halten die Wise Guys ihren humoristischen Biss auch eher im Zaum. Da gibt's den gesungenen Comic "Buddy Biber" oder das vermeintliche Liebeslied "Sie bricht mir das Herz" über die gefürchtete Zahnärztin. Die Wise Guys texten intelligent und witzig, aber bleiben dabei auch ziemlich harmlos. Den "Klugscheißern", wie die Übersetzung ihres Bandnamens lautet, gelingt der Seiltanz zwischen Schwiegersohn-Image und dem frechen Etwas.

Professionell ausgefeilt haben sie in den zehn Jahren ihrer Karriere die Bühnenshow. Die Wise Guys sind keine begnadeten Tänzer, aber genau daraus wissen sie komödiantisches Kapital zu schöpfen. Die Parodie auf Michael Jacksons Thriller-Video samt Moonwalk ist zwar nicht gerade aktuell, aber eine echte Glanznummer. Und schließlich sind es auch die alten Songs, die die Fans am schnellsten von den Sitzen reißen. Beim Dortmunder Publikum jedenfalls blieben keine Wünsche offen. KM

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