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Vorwürfe gegen Altenheim-Betreiber

Senioren mit Psychopharmaka ruhiggestellt?

KÖRNE Alte, demente Altenheim-Bewohner sollen in Körne mit Medikamenten ruhiggestellt worden sein: Der Verein Dortmunder Selbsthilfe wirft den Verantwortlichen im Alloheim am Bertholdshof die missbräuchliche Vergabe von Psychopharmaka vor und will den Staatsanwalt einschalten. Wir klären die acht wichtigsten Fragen zu diesem Fall.

Senioren mit Psychopharmaka ruhiggestellt?

Im Alloheim in Körne, Am Bertholdshof, soll eine Bewohnerin mit massiver Höherdosierung eines Psychopharmakon versorgt worden sein. Die Heimaufsicht der Stadt stellte bei der Medikamentenvergabe keine Fehler fest.

Was ist passiert?

Die Dortmunder Selbsthilfe hat einen Brief an Sozialdezernentin Birgit Zoerner geschrieben. Darin erhebt der Verein schwere Vorwürfe gegen das Alloheim am Bertholdshof in Körne. Die Einrichtung soll Bewohner mit zu hoch dosierten Psychopharmaka ruhiggestellt haben.

Gibt es einen konkreten Fall? 

Ja. Dietrich Lacker und Marianne Haddick von der Selbsthilfe sagen, sie wüssten aus gesicherter Quelle, dass 2014 für eine Bewohnerin des Alloheims in Körne sechs Rezepte ausgestellt worden seien für das Medikament Neuroleptika Pipamperon zu jeweils 300 Milliliter. Als zu verabreichende Tages-Höchstdosis seien zwei Milliliter verordnet worden, so die Selbsthilfe. Wäre der Heimbewohnerin das Psychopharmakon täglich verabreicht worden, wären im Verlaufe des Jahres 730 Milliliter nötig gewesen. „Warum dann sechs Flaschen à 300 Milliliter, insgesamt 1800 Milliliter?“, fragt Dietrich Lacker.

Hat das Medikament Nebenwirkungen?

Dieses Medikament soll bei Höherdosierungen zu Bewegungsstörungen führen. Dazu gibt es viele weitere Nebenwirkungen, die in dem Schreiben explizit aufgeführt werden, darunter Übelkeit bis zum Erbrechen, Herzrhythmusstörungen, Depression und Krampfanfälle.

Was sagt das Alloheim zu den Vorwürfen? 

Der Selbsthilfe sei aus dem Alloheim mitgeteilt worden, man habe den Angehörigen der Heimbewohnerin gesagt, nicht nur ihre Angehörige im Heim habe aus den für sie vorgesehenen Psychopharmaka-Flaschen ihre Dosis erhalten, auch anderen Bewohnern sei daraus dieses Mittel verabreicht worden.

Was möchte die Selbsthilfe Dortmund von der Stadt? 

Die Selbsthilfe stellt der Heimaufsicht der Stadt jetzt unbequeme Fragen: War dies also eine Schutzbehauptung der Einrichtung, um eine Überdosierung zu vertuschen? Welche anderen Heimbewohner haben das Medikament erhalten und auf wessen Verordnung hin? Wurden für die anderen vielleicht keine Rezepte ausgestellt und eingelöst?

Gibt es schon eine Reaktion vom Alloheim?

Ja. Wir haben natürlich nachgehakt. Johannes Knake, Regionalleiter der Alloheim-Senioren-Residenzen, einem privaten Heimbetreiber aus Düsseldorf, teilte auf Anfrage mit, es habe alles seine Richtigkeit. Die Rezeptierung sei Thema des Arztes. Mehrfach jährlich schauten die Behörden den Heimen bei der Medikamentenvergabe zu. Im März sei der Medizinische Dienst der Krankenkassen vor Ort gewesen, im Juni die Heimaufsicht. Und: Die Gesamtmenge sei bewohnerbezogen ausgegeben worden.

Was sagt die Stadt zu diesem Fall?

Einer entsprechenden Beschwerde sei intensiv nachgegangen worden. Das Prüfergebnis sei dem Bevollmächtigten des Beschwerdeführers bekanntgegeben worden. „Mit Blick auf die einschlägigen datenschutzrechtlichen Gegebenheiten wird sich die Stadt im Detail zu diesem Einzelfall nicht äußern“, sagte Stadtsprecher Michael Meinders auf Nachfrage. Er sagt weiter, durch Heimaufsicht und Heimträger seien verschiedene Maßnahmen ergriffen worden, um sicherzustellen, dass sich Versäumnisse nicht wiederholen. Und: Es habe bei der individuellen Medikamentenversorgung keine Fehler gegeben. Menschen hätten tatsächlich nur die ärztlicherseits angeordneten Medikamente in der vorgegebenen Menge und Frequenz erhalten.

Wie geht es jetzt weiter?

Die Selbsthilfe will den Staatsanwalt einschalten, wenn es die städtische Heimaufsicht nicht tut. Die Heimaufsicht erstattet keine Anzeige.

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