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So lasst uns die Perlen aufheben ...

Interview: 25 Jahre Familienhilfe in Hörde

Hörde Die Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche in Hörde feiert am 11. Juni ihr 25-jähriges Bestehen. Im Gespräch mit Redakteur Peter Bandermann blickt der Diplom-Psychologe und Psychotherapeut Hans-Jürgen Fuss (59) auf zweieinhalb Jahrzehnte zurück. Herr Fuss, die Beratungsstelle wird 25. Was wünscht man sich da? Fuss: Zeit. Früher konnte ich in der Mittagspause noch den Lokalteil der Zeitung lesen, um für uns relevante Themen zu entdecken. Heute geht das nicht mehr. Wir jonglieren mit zu vielen Ringen. Wie war die Arbeit vor 25 Jahren - wie ist sie heute? Fuss: Das Spektrum der Probleme ist vielschichtiger geworden, sie gehen mehr in die Breite und in die Tiefe. Wir haben es mit Kindern zu tun, die von einer seelischen Behinderung bedroht sind oder bereits darunter leiden - vor dem Hintergrund immer größer werdenden schulischen Drucks. Eine normale und gesunde Entwicklung junger Menschen ist schwieriger geworden. Welche Namen haben diese Probleme? Fuss: Das Anerkennungsdefizit-Syndrom «ADS», seit langem die Legasthenie und jetzt im Schlepptau die Dyskalkulie. Das sind ernst zu nehmende Themen, weil sie die ganze Familie betreffen. Kinder leiden nicht nur unter Leistungsdruck, sondern auch unter dem Liebeskummer ihrer Eltern. Wozu raten Sie, wenn die Ehe kaputt ist? Fuss: Ich kann Eltern die Verantwortung für eine Entscheidung nicht abnehmen, schon gar nicht moralisierend mit erhobenem Zeigefinger. Eltern müssen das selbst formulieren. Wir moderieren und helfen dabei, Gefühle und Gedanken auszudrücken. Und die Kinder begegnen Ihnen als ... Fuss: ... schwarze Schafe, Sündenböcke und Blitzableiter. Das geht so weit, dass sie ein sehr defizitäres Selbstbild haben und ihre Existenz in Frage stellen. Wir sammeln dann die positiven Punkte ihres Lebens ein und reihen sie nach dem Motto «Ich bin wertvoll, weil ...» wie bei einer Perlenkette aneinander. Eine Liste, die von Gespräch zu Gespräch länger wird ...

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