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Spring ab, wir halten Dich

hörde Ihre Familie liegt in Trümmern und in der Schule checken sie auch nichts mehr. Gehänselt von Klassenkameraden reagieren sie aggressiv. Die Flucht führt in die Kontaktlosigkeit. Und das Gehirn schreit nach Betäubung. So kann's Kiffern gehen.

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Angelina Hagen (links) geht in Schulen und Jugendtreffs "Klinken putzen": Die Sozialpädagogin möchte auf dem Drogenzug fahrenden Jugendlichen zu einem Gespräch mit ihrer Kollegin Katja Barthel (rechts) bewegen. RN-Fotos Bandermann

Doch der in den 60ern und 70ern auch von Pädagogen verharmloste "Joint" ist längst zu einem bedrohlichen Begleiter geworden, der zwischen "weichen" und "harten" Drogen nicht mehr unterscheiden lässt:

"Wir kennen Kiffer mit den Entzugserscheinungen eines Heroinabhängigen, weil die heute konsumierte Zehn-Gramm-Tagesdosis einen vielfach stärkeren Wirkstoff als vor Jahren enthält", warnt der Leiter des Therapiezentrums Ostberge, Ludwig Kießling (Foto), vor einem lockeren Umgang mit diesem Thema. Das vor zwei Jahren angeschobenen und zwischenzeitlich aus Geldmangel ins Stocken geratene Projekt "Spring ab vom Drogenzug" (wir berichteten) möchte der Verbund sozialtherapeutischer Einrichtungen (VSE) "Am Schallacker" in Hörde mit zwei neuen Kolleginnen beschleunigen. Die Sozialpädagogin Angelina Hagen besucht mit schnell konsumierbaren Informationen die Schulen und Jugendtreffs, um für den Absprung und den Ausstieg zu werben.

Dabei können sie zahlreiche erfolgreich vorbereitete Absprünge verweisen. "Wir hören zum Beispiel von Lehrern, dass ein Schüler, der nichts mehr mitbekommen hat, den Einstieg ins normale Leben wiedergefunden hat", so Kießling. "Alle Jugendlichen mit einem Satz zu erreichen ist schwer", berichtet Angelina über die hohen Hürden. "Deshalb arbeite ich intuitiv, ich will nur kurz informieren."

Kommt sie an bei den ausstiegswilligen Jugendlichen, die oft gerade einmal 13 Jahre alt sind, übernimmt in den VSE-Räumen Am Schallacker 2 a die Pädagogin Katja Barthel das Gespräch: "Ich bin der Lotse, der das Hilfesystem kennt", sagt sie über ihren Job, der ein schnelles Tempo vorgibt.

Denn der VSE will vor allem eins: Zügig helfen. Das spart übrigens auch Geld: "Harte" Kiffer brauchen bis zu 600 Euro im Monat. Geld, das sie sich illegal beschaffen. ban

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