Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Spritklau: Immer mehr Leute tanken und türmen

DORTMUND Tanken, ohne zu zahlen: Wegen steigender Spritpreise häufen sich in Dortmund die Fälle von Tankbetrug. „Im ersten Halbjahr haben wir 370 Fälle von Tankbetrug registriert, im Vergleichszeitraum 2007 waren es nur 266“, sagt Polizeisprecher Oliver Peiler.

/
Der Tank ist voll, das Kennzeichen verdeckt: Gleich machen sich die Täter aus dem Staub.

Tankbetrügereien nehmen in Dortmund zu. Bild zeigt den Pächter der Bavaria Petrol-Tankstelle an der Bornstraße, Harry Retzlaff (53).

Zahlen, die offenbar nur die Spitze des Eisbergs bilden. Nach RN-Informationen zeigt nicht jeder Pächter die Diebe an. Verena Horstkötter macht sich die Mühe. Noch. „Inzwischen rufe ich fast jeden Tag die Polizei. Seit die Spritpreise so stark angezogen sind, fahren immer mehr Menschen weg, ohne zu zahlen“, berichtet die 35-Jährige, die die Aral-Tankstelle am Brackeler Hellweg leitet. Für die Pächterin eine Menge Schreibkram. Dabei geht es nicht immer um große Summen – manchmal sind es auch nur 10 Euro, die die Autofahrer schuldig bleiben.

Harry Retzlaff, Pächter der Bavaria Petrol-Tankstelle an der Bornstraße, spart sich schon seit Jahren die Strafanträge. „Das ist wirkungslos. Am Ende stellt die Staatsanwaltschaft die Verfahren ohnehin ein – wegen Geringfügigkeit.“ Der 53-Jährige beauftragt mittlerweile ein privates Inkasso-Unternehmen mit der Suche nach den Betrügern. „Für die Täter wird das teurer, aber ich bekomme mein Geld relativ schnell wieder.“   Eine hochauflösende Kamera-Überwachung macht es den „Wegfahrern“ bei ihm schwer. Viele Diebe versuchen nur auf primitive Art (zum Beispiel mit Klebestreifen auf den Kennzeichen), die Ermittler auf die falsche Spur zu führen. Meist vergeblich. „Die Erfolgsquote des Unternehmens ist groß“, weiß Retzlaff. Das sprach sich offenbar herum – statt drei pro Woche tanken noch zwei pro Monat „auf lau“. „Wegen der Spritpreise werden es jetzt aber wieder mehr – vor allem am Monatsende“, verrät Retzlaff.

Ein weiterer Trend, der die beiden Pächter ärgert: Fahrer tanken voll und sagen an der Kasse: "Ich habe kein Geld dabei." Mit einem Pfand ist das nicht mehr zu regeln: Meist ist ein teures Lastschrift-Verfahren die Folge. Ist das Konto leer, werden schnell über 200 Euro zusätzlich fällig. Das Gesetz sieht empfindliche Strafen vor. „Beim Ersttäter kann das fast ein ganzes Netto-Gehalt sein, im Wiederholungsfall droht Haft“, erklärt eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. 

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Update 10:50 - Nach Unfall mit Lkw

Vollsperrung auf der B236

Dortmund Nach einem Unfall mit einem Lkw ist auf der B236 ein Teil der Strecke in Richtung Lünen gesperrt. Schon ab der B1 müssen Autofahrer mit Stau rechnen.mehr...

23 Menschen in der Nacht evakuiert

Mehrfamilienhaus nach Brand in der Norstadt unbewohnbar

DORTMUND Komplett ausgebrannt ist in der Nacht der Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses in der Dortmunder Nordstadt. 23 Bewohner mussten das Haus verlassen - und können auch nicht zurück. mehr...

Aplerbecker Hallenbad immer barrierefreier

Liftsystem erleichtert den Zugang ins Wasserbecken

APLERBECK Auf dem Weg zur Barrierefreiheit ist das Aplerbecker Hallenbad einen wichtigen Schritt weiter: Mit einem Liftsystem, das körperlich beeinträchtigten Badegästen den Weg ins Wasserbecken erleichtert.mehr...

Obdachloser soll Bußgeld zahlen

Knöllchen für die Nacht auf Dortmunds Straßen

Dortmund Obdachlose müssen in Dortmund Strafe zahlen, wenn sie draußen übernachten. Es gibt zwar Notunterkünfte, doch viele schlafen nur ungern dort. Helfer befürchten, dass die Stadt die Obdachlosen aus der City verdrängen will.mehr...

Ärger beim Hausbau

Dortmunder wartet seit Jahren auf sein neues Heim

BRECHTEN Marc Neubauer ist mehr als verärgert: Seit über drei Jahren ist die Planung seines neuen Heims in Dortmund-Brechten beschlossene Sache und der Hausbau hat auch begonnen. Fertig ist das Haus immer noch nicht. Der Ärger ist groß. mehr...

Rachmaninow-Konzert der Philharmoniker

Gabriel Feltz erklärt seine Partitur der „Toteninsel“

Dortmund Vor dem Rachmaninow-Konzert der Philharmoniker am Dienstag und Mittwoch erläutert Generalmusikdirektor Gabriel Feltz seine Partitur und seine Gedanken zu Rachmaninows „Die Toteninsel“. Mit einer Originalaufnahme des Werks von Gabriel Feltz zum Reinhören.mehr...