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Staatsanwalt fordert hohe Haftstrafen für Mord an Kosmetikhändler

Garagenmord

Fast drei Jahre nach dem Tod des Kosmetikartikel-Händlers Ulvi K. aus der Dortmunder Nordstadt ist der Prozess um den Garagenmord am Schwurgericht auf die Zielgerade eingebogen.

Dortmund

21.06.2018
Staatsanwalt fordert hohe Haftstrafen für Mord an Kosmetikhändler

Den beiden Angeklagten drohen hohe Haftstrafen. © Martin von Braunschweig

Staatsanwalt Henner Kruse hat für die beiden georgischen Angeklagten Haftstrafen von zwölfeinhalb und 13 Jahren beantragt – wegen Raubes mit Todesfolge.

Ulvi K. starb im September 2015 in seiner Garage. Seine Peiniger hatten ihn verprügelt und anschließend auf einem Stuhl mit Klebeband gefesselt. Selbst der Kopf des Verletzten wurde dabei umwickelt. K. erstickte schließlich qualvoll.

Staatsanwalt geht weiter von drei Tätern aus

Als die Verhandlung vor dem Schwurgericht begann, hatten noch drei Verdächtige auf der Anklagebank gesessen. Nach dem ersten Verhandlungstag hatte sich einer der Männer in seiner Zelle im Bochumer Gefängnis selbst das Leben genommen. In einem Abschiedsbrief hatte er alle Schuld auf sich genommen und die beiden übrigen Angeklagten entlastet. Staatsanwalt Henner Kruse geht indes davon aus, dass alle drei an der Tat beteiligt waren.

An beiden Armen von Ulvi K. wurden Griffspuren festgestellt, wie sie entstehen, wenn ein Mann mit viel Kraft festgehalten wird. Der Staatsanwalt hält es für unmöglich, dass ein Täter alleine das verletzte Opfer auf den Stuhl gesetzt, festgehalten und gleichzeitig mit rund 21 Metern Klebeband gefesselt haben kann.

Urteil soll am Montag verkündet werden

Bei dem Streit zwischen den Angeklagten und Ulvi K. soll es um Hehlerware gegangen sein. Die Georgier zogen damals als Ladendiebe durch die Supermärkte der Region. Dabei hatten sie es vor allem auf Kosmetikartikel und Zahnpasta abgesehen. In Ulvi K. sollen sie einen willigen Abnehmer gefunden haben. Der Händler soll die gestohlenen Artikel später in seinem Geschäft verkauft haben.

Die Richter wollen ihr Urteil am kommenden Montag verkünden. Es wird die letzte Entscheidung des in den Ruhestand wechselnden langjährigen Vorsitzenden Wolfgang Meyer sein.

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