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Staatsanwalt fordert sechseinhalb Jahre Haft für Hammerattacke auf Cousine

Schädel eingeschlagen

Die lebensgefährliche Hammerattacke auf eine junge Frau in Nette bleibt für alle Beteiligten ein Rätsel. In seinem letzten Wort vor dem Urteil hat sich der 24-jährige Angeklagte am Dienstag entschuldigt.

Dortmund

von Martin von Braunschweig

, 03.07.2018
Staatsanwalt fordert sechseinhalb Jahre Haft für Hammerattacke auf Cousine

Der Angeklagte neben seinem Verteidiger Hans Reinhardt. © Martin von Braunschweig

„Es tut mir unendlich leid, auch ich gehe jeden Tag durch die Hölle“, weinte der Fahrzeuglackierer. Seine Cousine saß ihm gegenüber und hatte ebenfalls Tränen in den Augen. Rolf Quittmann, der Anwalt der 20 Jahre alten Schülerin, war zuvor mit dem Angeklagten hart ins Gericht gegangen.

„Ihr Verhalten hier vor Gericht war eine ganze schwache Leistung“, sagte Quittmann. Der Angeklagte habe bis heute keine schlüssige Erklärung für sein Verhalten abgeliefert. Außerdem, so Quittmann, „nehme ich Ihnen Ihre Tränen nicht so richtig ab.“

Eins ist inzwischen jedenfalls klar: Anders als noch am ersten Verhandlungstag von dem Angeklagten behauptet, hat es niemals ein Liebesverhältnis zwischen den Verwandten gegeben. „Damit haben Sie meiner Mandantin noch einmal weh getan“, so Quittmann. Sein Fazit: „Die Narben im Gesicht werden bleiben, das ist aber nicht so schlimm. Viel schlimmer sind die Narben, die man nicht sieht.“ Nämlich die auf der Seele der Schülerin.

Staatsanwalt Felix Giesenregen geht davon aus, dass Hintergrund der Bluttat ein Verdacht war, in den sich der Angeklagte schließlich hinein steigerte. Offenbar hatte sich der Kleindealer eingeredet, seine Cousine sei für das Verschwinden von 15 Gramm Marihuana verantwortlich. Also lockte der 24-Jährige die Schülerin am 11. Januar auf den Spielplatz und griff sie dann urplötzlich von hinten mit dem Hammer an.

Geschlossene Drogen-Entziehungsklinik

Für diese Tat hat der Staatsanwalt am Dienstag sechs Jahre und sechs Monate Haft beantragt. Einen Teil der Strafe soll der Fahrzeuglackierer in einer geschlossenen Drogen-Entziehungsklinik verbüßen, um an seinem größten persönlichen Problem zu arbeiten. Opferanwalt Quittmann stellte selbst keinen konkreten Strafantrag.

Verteidiger Hans Reinhardt hielt die Forderung des Staatsanwalts für angemessen, glaubt jedoch, dass auch sechs Jahre Haft ausreichen. Das Urteil soll Mitte Juli gesprochen werden.

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