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Fahrdienst für Pflegeheim-Bewohner

Stadt denkt über Arbeitslose als Rikscha-Fahrer nach

DORTMUND Langzeitarbeitslose könnten in Dortmund bald Pflegeheim-Bewohner auf E-Rikschas durch die Stadt kutschieren. Die Stadtverwaltung prüft derzeit die Machbarkeit eines solchen Projekts mit dem Titel "Radeln ohne Alter". Was halten Sie von der Idee? Stimmen Sie ab!

Stadt denkt über Arbeitslose als Rikscha-Fahrer nach

In Essen fahren Senioren per Rikscha zu den Schauplätzen ihrer Kindheit.

Derzeit prüft die Stadt die Idee auf ihre Machbarkeit vor Ort. Das ließ Sozialdezernentin Birgit Zoerner die Mitglieder des Sozialausschusses in der jüngsten Sitzung wissen. Die Anregung dazu kam von der gemeinsamen Fraktion Die Linke & Piraten. Deren stellvertretende Vorsitzende Nadja Reigl jubiliert, dass ihr Vorstoß nicht auf taube Ohren stieß.

Langzeitarbeitslose fahren Senioren spazieren, die meisten von ihnen Bewohner aus Pflegeheimen, die selber schon lange nicht mehr in der Lage sind, in die Pedale zu treten. Wie soll das vonstattengehen? Dass es geht, beweisen nicht nur die „hyggeligen (gemütlichen) Dänen“, wo „Radeln ohne Alter“ bereits in 111 Städten umgesetzt wird, auch in Finnland, Schweden, Norwegen und inzwischen an elf Standorten in Deutschland kommen Heimbewohner auf diese Weise an die frische Luft. „Das Recht auf Wind im Haar“ ist dazu entsprechend der Internetauftritt des Projektes betitelt.

Essener radeln schon

Die Essener sind übrigens schon weiter als die Dortmunder. Knapp 40 Kilometer westlich radeln Leistungsempfänger in Form von Ein-Euro-Jobs (Arbeitsgelegenheiten) mit den Senioren durch die Landschaft, in Berlin sind es Ehrenamtliche.

Nun gibt es in Dortmund über 14.000 Langzeitarbeitslose und gut 35.000 hochbetagte Menschen, die 80 Jahre oder älter sind. Über 17.000 von ihnen sind pflegebedürftig, an die 5300 wiederum davon leben in Heimen. Wenigstens ein Teil der Menschen auf beiden Seiten – Langzeitarbeitslose und Pflegebedürftige – könnte vom E-Radl-Projekt profitieren. Und die Umwelt auch, dank der Förderung der Elektro-Mobilität.

Viele „Wenn“ und „Aber“

Laut Sozialdezernentin Birgit Zoerner ist die Schaffung öffentlich geförderter sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze grundsätzlich über dieses Projekt möglich, anstelle von Ein-Euro-Jobs so wie in Essen.

Denkbar sei, ein solches Projekt im Rahmen des Service Centers lokale Arbeit (SCA) durchzuführen – unter der Voraussetzung, dass dies bewilligt werde, es einen geeigneten Träger gebe und an dessen Infrastruktur angeknüpft werden könne, so Zoerner. Also noch stehen viele „Wenn“ und „Aber“ zwischen E-Rikschas, Langzeitarbeitslosen und Altenheimbewohnern.

Die fünf Leitprinzipien hinter dem Projekt „Radeln ohne Alter“ sind:

  • Großzügigkeit, nach dem Motto: „Wir schenken Menschen Zeit“.
  • Geschichten, die die Älteren erzählen, aber auch solche, die diese von den Fahrern hören wollen.
  • Beziehung, die durch die Gegenseitigkeit des Erzählens entsteht.
  • Zeit nehmen, um die Umgebung wahrzunehmen.
  • Der Begriff „ohne Alter“ drückt die Idee aus, dass das Leben nicht einfach mit einem festgelegten Alter aufhört.

DORTMUND 2014 war für den Dortmunder Arbeitsmarkt ein gutes Jahr: Die durchschnittliche Arbeitslosenquote sank von 13,2 Prozent im Vorjahr auf 12,8 Prozent. Der Mittelwert kaschiert jedoch die enormen Unterschiede im Stadtgebiet: Während unter den Syburgern nur jeder 50. keinen Job hat, ist am Nordmarkt jeder vierte arbeitslos. Wie schneidet ihr Stadtteil ab? Finden Sie es heraus - auf unserer Überblickskarte.mehr...

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