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Eichenprozessionsspinner im Fredenbaumpark

Stadt lässt befallene Bäume absaugen

Dortmund „Raupenalarm“ im Fredenbaum-Park: Dort sind mehrere Bäume vom Eichenprozessionsspinner befallen. Die Stadt lässt die Bäume jetzt absaugen, weil die aggressiven Raupen unter anderem mit ihren Brennhaaren für Menschen gefährlich sein können.

Stadt lässt befallene Bäume absaugen

So sehen die Raupen des Eichenprozessionsspinners aus. Die Brennhaare sind für Menschen gefährlich. Foto: Oliver Schaper

Wie bei Baumkontrollen des Tiefbauamtes festgestellt wurde, sind im Fredenbaum-Park mehrere Bäume stark von den aggressiven Raupen befallen, unter anderem rund um die Grillplätze des Parks. Die Experten des Grünbereichs beim Tiefbauamt haben die betroffenen Bereiche mit Warnbaken und Absperrband großräumig markiert und abgesperrt.

Das Tiefbauamt hat nun ein Fachunternehmen mit dem Absaugen der Gespinste beschäftigt. Auch das Big Tipi befindet sich innerhalb eines gesperrten Bereichs und bleibt voraussichtlich bis Freitagabend, 8. Juni, geschlossen, falls beim Absaugen keine zusätzlichen Gespinste entdeckt werden.

Die Gefahr, die von den Raupen ausgeht, ist nicht zu unterschätzen: In einem bestimmten Larvenstadium bilden die Raupen Brennhaare aus, die bei Berührung für den Menschen unangenehme Folgen haben. Sie reichen von Juckreiz und Hautrötungen bis zur Bindehautentzündung.

Wissenswertes zu den Eichenprozessionsspinner

Nicht nur Menschen sind von den Eichenprozessionsspinnern gefährdet. Auch Haustiere können unter den Härchen der Raupe leiden. Das starke Eiweißgift der Schmetterlingsraupen kann dabei vor allem die Schleimhäute der Nase und Augen sowie das Maul der Tiere angreifen. In diesem Fall sollte der Hund gründlich abgeduscht werden, um die giftigen Haare auch aus dem Fell zu entfernen, raten Experten.
Besonders empfindlich reagieren Pollen- oder Hausstaubmilbenallergiker. Bei ihnen kann der Eichenprozessionsspinner sogar einen allergischen Schock auslösen – die Beschwerden können mit Kortison und Antihistaminika behandelt werden.
Trotz der für Menschen schädlichen Wirkung ist der Eichenprozessionsspinner ein wertvoller Bestandteil der Natur. Befallene und kahlgefressene Bäume erholen sich in der Regel. Die Raupen und später die Falter sind Teile verschiedener Nahrungsketten. Natürliche Feinde sind Wanzen, Raupenfliegen, Schlupfwespen und räuberische Käfer wie zum Beispiel der Puppenräuber.
Grundsätzlich gilt der Rat: Nester und Raupen auf keinen Fall berühren und in betroffenen Gebieten beim Spaziergang oder Aufenthalt im Garten möglichst dicht schließende Kleidung tragen. Ausschließlich Schädlingsbekämpfer sollten die Nester beseitigen.
Die Raupen des Eichenprozessionsspinners bilden feine Härchen an ihrem Körper. Diese können die Tierchen verlieren und mit dem Wind weit verteilt werden. Das Problem: Die Härchen sind giftig. Wer damit in Berührung kommt, kann zum Beispiel Hautausschlag bekommen, Fieber und gereizte Augen.
Oft werden die auffälligen Gespinste der Gespinstmotte mit dem Nest des Eichenprozessionsspinners verwechselt. Man erkennt die Gespinnstmotten an ihren Nestern, die sich wie weiße Schleier über einen ganzen Strauch oder Baum legen können.
Man erkennt die Raupen der Gespinstmotten an ihrer hellgrauen Färbung, die je nach Art von unterschiedlich vielen Reihen schwarzer Punkte durchzogen ist. Auffälligstes Unterscheidungsmerkmal: Gespinstmottenraupen haben keine Haare. Für den Menschen sind sie harmlos.
Die Raupen sind vollständig mit den Brennhaaren überzogen. Sie ziehen in teils großen Gruppen über die Gehölze und fressen sie kahl. Die Raupen sind zunächst gelblich-braun, werden dann aber grau-blau bis schwarz.
Man erkennt Eichenprozessionsspinner daran, dass ihre weißen Gespinste einem Nest ähneln, das am Stamm des Baumes hängt. Der Name rührt daher, dass die Tiere primär Eichen befallen und sich in hier in Kolonnen bewegen. In schlimmen Jahren sind sie aber zum Beispiel auch Hainbuchen zu finden.
Zwar verpuppen sich die Raupen bis Anfang Juli, aber ihre Nester mit Resten von den Häuten inklusive der Brennhaare können lange am Gehölz erhalten bleiben – und damit auch die Gefahr für den Menschen.
Haare, die sich von den Eichenprozessionsspinnern gelöst haben, können über viele Meter durch die Luft fliegen. Menschen sollten bei Kontakt möglichst schnell die Bekleidung ausziehen, duschen und die Augen unter fließendem Wasser ausspülen. Der Giftstoff wird erst bei einer Waschtemperatur von mindestens 60 Grad zerstört.

Dabei ist nicht nur der direkte Kontakt mit den Raupen gefährlich. Weil die Härchen leicht brechen, werden sie vom Wind verbreitet und gelangen so in Kontakt mit Menschen. Gelangen sie in die Atemwege, kann dies sogar zu Entzündungen und Atemnot führen.

Betroffene Bäume werden abgesaugt

Die Besucher des Fredenbaum-Parks werden deshalb dringend gebeten, die abgesperrten Bereiche zu meiden. Anfang nächster Woche sollen die sackartigen Nester, die wie große Spinnenweben wirken, von einer Fachfirma entfernt werden. Die Bäume werden dazu regelrecht abgesaugt.

Stadt lässt befallene Bäume absaugen

Auch der Bereich rund um den Grillplatz im Fredenbaum ist weiträumig abgesperrt. Foto: Volmerich

Erstmals aufgetreten waren Eichenprozessionsspinner im Sommer vergangenen Jahres auf einer Grünfläche an der Beethovenstraße am Rande des Fredenbaum-Parks. Ansonsten blieb Dortmund von dem Phänomen, das in vielen Städten für Probleme sorgt, bislang verschont.

Eichenprozessionsspinner sind dieses Jahr früh dran

Nun ist neben der Fläche an der Beethovenstraße auch der Park selbst betroffen. Meldungen aus anderen Bereichen der Stadt gibt es noch nicht, berichtete Martin Rüthers, Grün-Bereichleiter im Tiefbauamt. Die Baumkontrolleure werden aber verstärkt auf möglichen Schädlingsbefall acht. Die Raupen sind in diesem Jahr wegen des warmen Wetters sehr früh geschlüpft.

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