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Verwaltung legt neues Konzept für Drogenhilfe vor

Stadt will mehr Angebote für Hilfe und Suchtprävention

Dortmund Die Stadt will ihren Einsatz gegen Drogenmissbrauch verstärken. Im Juli soll ein entsprechendes Paket beschlossen werden. Das soll nicht nur ordnungspolitische Maßnahmen enthalten, sondern auch neue Hilfeangebote.

Stadt will mehr Angebote für Hilfe und Suchtprävention

Das Platzangebot des Drogenkonsumraums, zurzeit noch untergebracht in Räumen des früheren Gesundheitsamtes am Eisenmarkt, soll ausgeweitet werden. Foto: Stephan Schütze

Stadt und Polizei sehen Fortschritte im gemeinsamen Kampf gegen die Drogenkriminalität speziell in der Nordstadt. Neben ordnungspolitischen Maßnahmen will die Stadt aber auch die Hilfeangebote für Drogenabhängige ausbauen. Das Maßnahmenkonzept wird in der nächsten Woche im Sozialausschuss vorgestellt und am 12. Juli vom Rat beschlossen werden.

Sozialdezernentin Birgit Zoerner sprach nach der Sitzung des Verwaltungsvorstands am Dienstag von einer wachsenden Herausforderung. Das gilt besonders mit Blick auf Problemgruppen, wie etwa drogenabhängige Zuwanderer aus Südosteuropa. Da wolle man durch den Einsatz weiterer Straßensozialarbeiter, die Rumänisch und Bulgarisch sprechen, erst einmal die genauen Problemlagen ermitteln, kündigte Birgit Zoerner an. Die Diakonie hat dazu bereits ein Konzept vorgelegt.

Das gilt auch für die Überlegung, Zuverdienst-Möglichkeiten für Drogenkranke, vor allem für Teilnehmer am Methadon-Programm, zu schaffen. So könne den Betroffenen auch eine Tagsstruktur vermittelt werden, heißt es im Vorschlag der Verwaltung.

Kein zweiter Drogenkonsumraum

Eine klare Absage gibt es an Überlegungen, einen zweiten Drogenkonsumraum in der Nordstadt einzurichten. Es sei schwer dafür einen Standort zu finden, und wenn überhaupt sei das nicht kurzfristig zu realisieren, heißt es zur Begründung. Stattdessen soll für Drogenabhängige aber eine Aufenthaltsmöglichkeit ähnlich dem Café Berta für Alkoholkranke im Dortmunder Norden geschaffen werden. Neu eingerichtet werden soll auch eine Notschlafstelle für obdachlose Drogenabhängige, die es seit 2003 in Dortmund nicht mehr gibt.

Ausgebaut werden soll aber auf jeden Fall das Angebot im schon bestehenden Drogenkonsumraum in Räumen des früheren Gesundheitsamtes am Eisenmarkt in der City. Wegen des großen Andrangs kommt es hier teilweise zu langen Wartezeiten. Drogenabhängige auf Entzug würden deshalb ins Umfeld des Drogentreffs ausweichen. Mit der Schaffung zusätzlicher Plätze im Drogenkonsumraum will man diesem Problem begegnen. Ohnehin soll der Drogenkonsumraum bald in einem Neubau im Innenhof des neuen Gesundheitsamtes am Grafenhof unterkommen.

Aufklärungsarbeit in Schulen

Als wichtigen Baustein bei der Bekämpfung des Drogenproblems sehen die Experten des Gesundheitsamts aber auch den Ausbau der Suchtprävention an – also die Aufklärung über die Gefahren des Drogenkonsums schon in den Schulen. Mit Blick auf das ausgegebene Ziel „Alle Kinder in Dortmund wachsen – auch unter schwierigen Lebensbedingungen – gesund auf“ will man deshalb in Zusammenarbeit mit der Schulverwaltung das Programm „Klasse2000“ ausbauen. Das erreicht bislang nur 17,8 Prozent aller Grundschulkinder. Es mangelt vor allem an Paten für das Programm, bedauert Birgit Zoerner.

Auf 5000 Menschen wird die Zahl der Drogenabhängigen in Dortmund geschätzt, 1529 gehören zu den Klienten der Dortmunder Drogenberatungsstellen. Mit dieser Quote von 31 Prozent liege man deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 15 Prozent heißt es im Bericht der Verwaltung.

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