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Stadtgeschichte im Tunnel

DORTMUND Noch fünfeinhalb Monate bis zum Start der Stadtbahn im Ost-West-Tunnel. Doch die ersten Bahnen rollen bereits in wenigen Wochen.

Stadtgeschichte im Tunnel

Die Sitzbänke warten im Untergeschoss des Bahnhofs Kampstraße schon auf die U-Bahn-Nutzer.

Im Dezember beginnt der Probebetrieb, verkündete Wolfgang Voss vom Stadtbahnbauamt den Vertretern der Bezirksvertretungen aus Innenstadt-West und -Ost. Die nutzten am Mittwoch eine der letzten Gelegenheiten, die zweieinhalb Kilometer unterirdische Strecke zwischen Unionstraße und Ostentor entlang der Gleise zu Fuß zu erwandern.

Im Mittelpunkt des Interesses standen dabei die künftigen U-Bahnhöfe, die allesamt individuell künstlerisch gestaltet sind. Die Industriegeschichte der einstigen Brauer- und Stahlbau-Meile Rheinische Straße prägt so die Wandgestaltung der Station Unionstraße, die an der Oberfläche durch unterschiedlich farbige Zugänge auffällt – Farben, die sich im Innern in der Bodengestaltung wieder finden. Und weil zur Arbeit auch die Freizeit gehört, schmücken die Wände in der benachbarten Station Westentor nach dem Konzept des Dortmunder Büros LTK neben bunten Linien Stadtarchiv-Bilder von Vergnügungsstätten aus Alt-Dortmund – von denen mit der „Walhalla“ eine der bekanntesten ebenfalls an der Rheinischen Straße lag. An der Kampstraße sind es in Anlehnung an die nahe Bibliothek die „Neuen Medien“, die Leitfaden der Gestaltung sind. Hier zeichnete das Dortmunder Büro Kopka und Theil verantwortlich.

Bestens bekannt ist bereits die Station Reinoldikirche, dessen Zwischenebene für die neuen Stadtbahn-Fahrzeuge allerdings aufwendig umgebaut werden musste. Stadtgeschichte auch im Osten: Ansichten der alten Dortmunder Stadtbefestigung mit Türmen und Toren prägen die Wandgestaltung, die wie an der Unionstraße vom Bochumer Architekturbüro Willers entwickelt wurde – und bei den Bezirksvertretern viel Beifall fand.

Die hörten auch die gute Nachricht, dass die Restarbeiten bis zur Inbetriebnahme der neuen Tunnelstrecke am 27. April 2008 nicht nur gut im Zeitplan, sondern auch im Kostenrahmen liegen. Aller Voraussicht nach werden die Ausgaben am Ende unter den veranschlagten 193 Mio. Euro liegen, erklärte Wolfgang Voss.

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