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Freizeitstätte Rahm

Straftäter berichten Jugendlichen vom Umgang mit der Schuld

RAHM Ungewöhnlicher Besuch in der Freizeitstätte Rahm: Straftäter berichteten den Jugendlichen am Mittwoch von ihren Erfahrungen im Gefängnis und ihrem Umgang mit Schuld. Bei den Jugendlichen zeigte diese Schocktherapie Wirkung.

Straftäter berichten Jugendlichen vom Umgang mit der Schuld

Gabi Schröter und Norbert Wemmer (Jugendfreizeitstätte Rahm) hatten Straftäter eingeladen. Die Jugendlichen lauschten gespannt den Geschichten der Häftlinge.

„Im Knast bist du ganz alleine“, weiß Thomas Schwengers vom Schwerter Jugendamt, der gemeinsam mit Straftätern am Mittwoch in der Jugendfreizeitstätte Rahm zu Gast war.„Viele Jugendliche glauben, das Gefängnis sei so etwas wie ein Jugendheim. Doch wenn sie dann plötzlich 23 Stunden am Tag einsam auf der Zelle hocken, keine freie Entscheidung mehr treffen können, dann geht plötzlich das Kopfkino los.“ Um möglichst viele Jugendliche vor dieser Erfahrung zu bewahren, engagiert Schwengers sich bei „Prisma“ (Initiative für Jugendhilfe und Kriminalprävention).

 Regelmäßig besucht er gemeinsam mit Gefangenen Freizeitstätten und Schulen. Am Mittwoch war die Gruppe in der Jugendfreizeitstätte (JFS) Rahm zu Besuch. Organisiert hatte die Aktion JFS-Mitarbeiter Norbert Wemmer im Rahmen der offenen Jugendarbeit. Über 30 Jugendliche aus den Freizeitstätten Rahm, Marten und Lütgendortmund nutzten die Gelegenheit, sich aus erster Hand über das Leben im Knast, den Weg dorthin und die daraus resultierende soziale Isolation zu informieren.

 „Es geht uns weniger darum, den Gefängnis-Alltag zu beschreiben“, sagt Schwengers. Viel wichtiger sei die Frage, wie die Täter mit ihrer Schuld umgingen, so der Pädagoge weiter. Genau dieses Thema treibt auch den 22-jährigen Ercan* an, bei Prisma mitzumachen. „Ich weiß, dass ich keine meiner Taten rückgängig machen kann. Ich will aber versuchen, andere Jugendliche vor einer kriminellen Karriere zu bewahren, und so ein Stück weit wieder etwas gut zu machen.“ Dass das funktionieren kann, weiß auch Thomas Schwengers: „Die Jungs können die harte Realität des Gefängnis-Lebens natürlich viel deutlicher rüber bringen als ein Sozialarbeiter.“  

 Das bestätigt Nico*, ebenfalls 22 Jahre alt und Häftling in Iserlohn: „Erst denken die Kids, das ist eine Spaßveranstaltung. Mal Zombies gucken. Doch das geht schnell vorbei. Wir haben schon häufig erlebt, dass Jugendliche richtig geschockt waren, wenn wir von unseren Erlebnissen erzählen. Da fließen dann schon mal Tränen.“ Quasi eine Schocktherapie, die offenbar ihre Wirkung nicht verfehlt, wie die 16-jährige Laura Schmettkordt aus der JFS-Rahm versichert: „Es war schon krass, was die Jungs zu berichten hatten. So will ich niemals enden.“  

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