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An der B54

Streit um Gabionenwand geht in die nächste Runde

BRÜNNINGHAUSEN Mächtig Zündstoff gab es am Dienstag im Bürgerdienste-Ausschuss der Stadt Dortmund. Das Streitthema: die beschmierte Gabionenwand an der B54, die vielen Bürgern und Mitgliedern im Ausschuss schon seit längerer Zeit ein Dorn im Auge ist. Wie soll es mit der Wand weitergehen? Darüber gehen im Ausschuss die Meinungen weit auseinander.

Streit um Gabionenwand geht in die nächste Runde

Gabionenwand an der B54 / Wilder Wein an dieser von Grafitti übermalten Wand will nicht wachsen. Foto: Dieter Menne Foto: Dieter Menne Dortmund

Nicht nur Friedrich-Wilhelm Weber (CDU) hatte am Dienstag im Bürgerdienste-Ausschuss die Nase gestrichen voll. Ebenso die übrigen Ausschussmitglieder. Die Vorsitzende Christiane Krause (CDU) drohte gar Handgreiflichkeiten an, wenn auch im übertragenen Sinne: „Wir werden Dr. Falk beim nächsten Mal in die Zange nehmen.“

Dr. Christian Falk, Leiter der Stadtentwässerung, ist nach Meinung des Ausschusses taub auf den Ohren, wenn es um die beschmierte Gabionenwand an der B54 geht. Nun, am Dienstag müssen ihm die Ohren geklingelt haben. Falk, der an der Sitzung nicht teilgenommen hat, ist für die Gabionenwand an der B54 verantwortlich und hatte schon vor einem Jahr vom Ausschuss den Auftrag bekommen, das Problem mit den Schmierereien zu lösen. Ohne Ergebnis.

Visitenkarte für Dortmund

„Ich finde das nicht mehr lustig“, schimpfte Friedrich-Wilhelm Weber, „im vierten Jahr befassen wir uns nun schon mit der unendlichen Geschichte. Ich hatte beim letzten Mal die Hoffnung, dass sich was tut. Jetzt schlägt uns die Wand weiter als Unordnung entgegen.“ Und Christiane Krause soufflierte: „Ich halte es für eine Frechheit, wie damit umgegangen wird.“ Die Wand sei schließlich eine Visitenkarte, wenn man von Süden nach Dortmund komme.

Zur Erinnerung: Wilder Wein, insgesamt 500 selbstkletternde Reben, sollten über die Graffiti wachsen. Das entpuppte sich jedoch als Schnapsidee, weil der Wein immer wieder niedergetreten wurde, während weiter Schmierereien auf dem mehrere hundert Quadratmeter großen Steinwall wucherten. Und bei der Politik spross Jahr für Jahr der Verdruss. Bis er sich am Dienstag einmal mehr entlud. „Keine der 500 Weinpflanzen ist mehr zu erkennen. Das ist keine nachhaltige Lösung“, wetterte Weber. Dabei habe die Politik mehrere Vorschläge gemacht.

Der Fraktion Linke & Piraten dagegen geht die „Lappalie“ um die Gabionenwand „auf den Keks“, sagte Thomas Zweier, „ich kenne keinen in Dortmund, der mit 80 bis 100 Sachen auf der B54 in die Stadt rein rast und dann denkt ,Oh, da ist eine verdreckte Gabionenwand“.

Doch auch die Grünen, so Svenja Noltemeyer, „haben die Faxen dicke. Das ist ein Schandfleck. Und es ist peinlich, dass die Verwaltung das nicht hinkriegt.“ Noltemeyer hatte ein paar neue – nicht ganz ernst gemeinte – Vorschläge für Dr. Falk bei der Hand, damit er das Problem nicht wieder an die Wand fährt: Man könnte die B54 zur Einbahnstraße machen – stadtauswärts. Oder die Emscher – sie meinte wohl die Schondelle – „umleiten und einen Wasserfall über die Wand laufen lassen. Oder sie schwarzgelb anmalen.“ Oder für die Grünen eher ungewöhnlich dieser Vorschlag: „Man könnte die Wand auch einfach privatisieren.

Vorschlag zur Privatisierung

Damit konnten sich sogar Linke &Piraten anfreunden, die sich dann doch zur Diskussion um die Lappalie hinreißen ließen. Zweier: „Wir könnten da eine Werbefläche draus machen.“ Auch eine Verhüllungsaktion des Künstlers Christo konnte er sich vorstellen. Für eine gemeinsame Pflanzaktion, die Christiane Krause in den Sinn kam, ist es am Ende der Wachstumsperiode aktuell zu spät.

Edeltraud Kleinhans (SPD) wollte gleich einen Rechenschaftsbericht darüber fordern, „was die Verwaltung macht und was nicht: „Ich habe keine Lust, das Graffiti ewig wegzumachen. Ich finde das unmöglich, dass der Friedrich das immer einfordern muss.“

Um „ernsthaft Druck zu machen“, so Krause, soll Dr. Falk in der nächsten Sitzung im Ausschuss mit einem Konzept antreten. Fruchtet das nicht – trotz der Zange – könnte als nächster sein Vorgesetzter, Baudezernent Martin Lürwer den Frust abbekommen. Friedrich Weber: „Wenn wir nicht an diesem Thema dranbleiben, ist das eine Kapitulation vor den Schmutzfinken. Und das wollen wir nicht.“

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