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"Raum der Stille"

TU schließt Ruheraum wegen Geschlechtertrennung

DORTMUND Aus für den "Raum der Stille": Das Rektorat der TU Dortmund hat den für Menschen aller Glaubensrichtungen gedachten Rückzugs- und Gebetsraum geschlossen. Muslimische Studierende hatten ihn weitgehend in Beschlag genommen, die Nutzungsordnung missachtet und dabei gegen die Gleichberechtigung von Mann und Frau verstoßen.

TU schließt Ruheraum wegen Geschlechtertrennung

Diese Raumteiler mit Decken dienten laut Rektorat dazu, den Raum in einen größeren, hellen Bereich für Männer und einen kleineren dunklen Bereich für Frauen aufzuteilen.

Der eher schmucklose Raum, in dem Studierende der Technischen Universität Dortmund (TU) bislang die Seele baumeln lassen konnten, liegt im 3. Stock des Physikgebäudes: Das Zimmer mit der Bezeichnung P111a, mit zwei Sofas, ein paar Bücherregalen und einem Wandbild nennt sich „Raum der Stille“. Und um den gibt es jetzt Krach.

Der Raum war 2012 für alle Studierende – unabhängig von ihrer Glaubensausrichtung – zur Verfügung gestellt worden. Weil ihn muslimische Studierende weitgehend in Beschlag genommen, die mit dem Allgemeinen Studierenden-Ausschuss (Asta) abgestimmte Nutzungsordnung missachtet und dabei auch gegen die Gleichberechtigung von Mann und Frau verstoßen haben, ließ das TU-Rektorat den Raum der Stille am 11. Januar schließen – „Aus Sicherheitsgründen“ hieß es auf dem Zettel an der Tür mit dem ausgetauschten Schloss.

"Rigorose und unabgesprochene Schließung"

Die so Ausgesperrten reagierten auf die „rigorose und unabgesprochene Schließung“ mit einer Petition. Sie empfinden „diese Formen der Missachtung als Diskriminierung“ und sehen muslimische Studenten „unter Generalverdacht“ gestellt.

Darauf hat das Rektorat mit einer Stellungnahme auf seiner Internet-Seite geantwortet' type='' href='http://www.tu-dortmund.de/uni/meldungen/2016-02/16-03-02_stille/Antwort-Petition_Raum-der-Stille_020316.pdf. Man habe sich Anfang 2012 bereit erklärt, „versuchsweise allen Studierenden der TU Dortmund gleichermaßen einen Raum für Gebet oder Meditation zur Verfügung zu stellen“. Damit sollte zugleich „die seinerzeit praktizierte, gegen Brandschutzbestimmungen verstoßende und daher nicht mehr hinnehmbare Nutzung von Treppenhäusern als Gebetsstätten durch Mitglieder dieser Studierendengruppe verhindert werden“.

Das Rektorat hatte dem Asta den Raum zunächst befristet für zwei Jahre zur Verwaltung übergeben. Die Nutzungsverordnung sollte die gebotene weltanschauliche Neutralität und Vielfalt der Nutzung sicherstellen.

Raumteiler zur Geschlechtertrennung

Nachdem es bereits einmal aufgrund von Beschwerden anderer Studierender eine vom Asta veranlasste vorübergehende Schließung gegeben hatte, sei man jetzt erneut Beschwerden über „ganz erhebliche Verstöße“ der Nutzungsordnung nachgegangen, so das Rektorat und sei unter anderem auf Raumteiler zur Geschlechtertrennung gestoßen.

Damit sei der Versuch, einen neutralen und allen Glaubensrichtungen in gleicher Weise zur Verfügung stehenden „Raum der Stille“ zu schaffen, gescheitert. Da der Versuchszeitraum ohnehin beendet sei, werde der Raum wieder der Forschung und Lehre zur Verfügung gestellt, kündigt das Rektorat an.

Vorgehen der Uni ohne Absprache mit dem Asta

Die Beschwerden seien leider direkt an das Rektorat und nicht an den Asta gegangen, bedauert der Asta-Vorsitzende Moritz Kordisch, ebenso wie die Schließung, die er auf „die Missachtung der Raumordnung durch Einzelne“ zurückführt.

Gleichzeitig bedauert er das Vorgehen der Universität, „ohne Absprache mit dem Asta den Raum zu schließen“. Kordisch: „Ich als Vorsitzender bin bemüht, den Beschwerden auf den Grund zu gehen und zwischen den Studierenden, die den Raum nutzen möchten, und der Universität zu vermitteln, um eine langfristige Lösung zu finden.“

Auch die Verfasser der von rund 400 Studierenden unterschriebenen Petition wünschen sich „einen Dialog über den Raum der Stille, dessen Schließung und möglicherweise wieder Öffnung“.

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