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Vergewaltigung in Huckarde

Täter hat dunkle Hautfarbe: "XY" stoppt TV-Beitrag

HUCKARDE Am 2. September 2015 wollte die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" über eine Vergewaltigung vom 29. März 2014 in Huckarde berichten. Doch vier Wochen vor dem Sendetermin ist der Beitrag gestrichen worden. Begründung: Der mutmaßliche Täter hat eine dunkle Hautfarbe - ein Bericht über ihn könne Vorurteile gegenüber Ausländern schüren.

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Das Foto zeigt den mutmaßlichen Vergewaltiger in der S-Bahn.

Der Verdächtige wurde in einer S-Bahn fotografiert.

Aktualisierung 13.50 Uhr: 

Kehrtwende beim ZDF: Der TV-Sender hat die Entscheidung der Aktenzeichen XY-Redaktion, eine Fahndung wegen der dunklen Hautfarbe eines mutmaßlichen Vergewaltigers nicht zu senden, revidiert. Der Beitrag über die Tat im März 2014 wird wie geplant am 2. September 2015 gesendet. Weitere Infos hier: ZDF sendet Beitrag jetzt doch 

Erste Meldung 02.37 Uhr:

Den mutmaßlichen Vergewaltiger sucht die Kriminalpolizei seit Ende März 2014 mit einem Foto, das in einer S-Bahn zwischen dem Dortmunder Hauptbahnhof und der Station an der Aspeystraße in Huckarde aufgenommen worden ist. Laut Täterbeschreibung zeigt das Bild einen 30 bis 40 Jahre alten und etwa 1,75 Meter großen Mann. Er wirkte gepflegt und sprach akzentfreies Deutsch, wie Zeugen damals berichteten. Und: Er hat eine dunkle Hautfarbe. Das ist einer der beiden Gründe, warum die XY-Redaktion den Beitrag gestrichen hat. Der zweite Grund: Andere Themen haben den Dortmunder Fall vom Sendeplan verdrängt.

"Kein Öl ins Feuer gießen"

Dass die dunkle Hautfarbe des Tatverdächtigen ein Grund für den Sendestopp ist, begründet Aktenzeichen XY-Chefredakteurin Ina-Maria Reize-Wildemann so: "Wir wollen kein Öl ins Feuer gießen und keine schlechte Stimmung befördern. Das haben diese Menschen nicht verdient." Sie meint Flüchtlinge, über die vor allem im Internet hasserfüllte Kommentare geschrieben werden, und auf deren Unterkünfte in Deutschland Anschläge verübt werden.

Ein schlechter Zeitpunkt

Der für den 2.9.2015 vorbereitete Bericht über einen dunkelhäutigen Vergewaltiger wäre zu einem "schlechten Zeitpunkt" gesendet worden. Der Beitrag hätte eine ohnehin schon vorhandene "schlechte Stimmung" gegenüber Asylbewerbern befördern können. Aktenzeichen XY werde den Beitrag deshalb voraussichtlich im Dezember 2015 oder Anfang 2016 senden.

Fotos zeigen mutmaßlichen Vergewaltiger aus Huckarde

Der gesuchte Mann sitzt in der S-Bahn. Neben ihm liegt eine schwarze Tasche. Die Frau im Vordergrund des Bildes zeigt nicht das spätere Vergewaltigungsopfer.
Das Profil des gesuchten Mannes.
Dieses von einer Videokamera aufgenommene Bild zeigt den Tatverdächtigen sitzend.
In der S2, Einstieg am Hauptbahnhof: Der mutmaßliche Vergewaltiger nimmt Platz.

Was aber, wenn die hasserfüllten Kommentare gegenüber Flüchtlingen bis dahin nicht nachlassen? "Das entscheiden wir dann", sagte die Chefredakteurin, denn "der Zeitpunkt muss richtig sein." Die Entscheidung über einen neuen Sendetermin treffen das ZDF als Sender und die XY-Redaktion der Securitel Film- und Fernsehproduktions- und Verlagsgesellschaft in Ismaning. Gesendet wird Aktenzeichen XY aus dem ZDF-Studio in Unterföhring (München). In den vergangenen 45 Jahre berichtete die beliebte Serie über 4411 nicht aufgeklärte Kriminalfälle. Nach Zuschauerhinweisen konnte die Polizei davon 1803 aufklären.

Polizei bedauert die Entscheidung

Auf eine Aufklärung des Verbrechens vom 29. März 2014 auf einem Verbindungsweg im Stadtteil Huckarde hoffte nach anderthalb Jahren vergeblicher Ermittlungen auch die Dortmunder Kriminalpolizei. Das Polizeipräsidium an der Markgrafenstraße in Dortmund nahm den Sendestopp nicht einfach zur Kenntnis, sondern intervenierte. Allerdings vergeblich. Polizeisprecher Oliver Peiler über die Entscheidung: "„Die Dortmunder Polizei hat weder die Absicht, noch die Möglichkeit, einen Entscheidungsprozess in einer Redaktion zu beeinflussen. Erst wenn alle klassischen Ermittlungsmethoden ausgeschöpft sind, greifen wir zum Mittel der Öffentlichkeitsfahndung. Daher finden wir es sehr bedauerlich, dass die weitere Aufklärung des Falles nicht möglich erscheint.“

Vergewaltigung in Huckarde: Bilder vom Tatort

Eine Schülerin, unterwegs auf dem Verbindungsweg, auf dem am 29. März 2014 eine 21-jährige Frau vergewaltigt wurde.
Über diese Brücke ging das spätere Vergewaltigungs-Opfer, um einen Verbindungsweg zu erreichen. Längst spürte sie, dass sie erkannt wird.
Blick auf den Tatort in Huckarde. Von außen ist das Gelände kaum einsehbar.
Vor der Tat kam der Unbekannte der Frau in diesem Bereich entgegen. Zuvor hatte er sie überholt.
In diesem Tunnel vergewaltigte der unbekannte Mann die 21-jährige Frau.
Der Verbindugsweg (rechts) führt von der S-Bahnstation zur Rahmer Straße.
Eine S-Bahn passiert den Tatort.
"Man hat jetzt Angst um seine Kinder": Die Mütter Bianca Grützmacher (links) und Manuela Reinholz aus Huckarde machen sich Sorgen.
Über diesen Weg ging die 21-Jährige, um dann auf einer Brücke die Gleise zu überqueren.
Der S-Bahnhof in Huckarde.
Der S-Bahnhof in Huckarde: Von hier aus verfolgte der unbekannte Täter die 21-jährige Frau, um sie später zu vergewaltigen.
Das Opfer war am Bahnsteig rechts ausgestiegen. Von dort aus verfolgte der Unbekannte die junge Frau.
Der Täter verfolgte sein Opfer, eine 21-jährige Frau, am 29. März 2014 vom S-Bahnhof Huckarde aus.
Blick auf den S-Bahnhof in Huckarde. Hier war das Opfer aus der S-Bahn ausgestiegen.
Blick auf den S-Bahnhof Huckarde: Von hier aus verfolgte der Täter sein Opfer.
Der Täter lauerte dem Opfer am Ende dieses Tunnels auf.
Eine Schülerin, unterwegs auf dem Verbindungsweg, auf dem am 29. März 2014 eine 21-jährige Frau vergewaltigt wurde.
Blick auf den Tatort, der direkt neben den Gleisen liegt. Von außen ist der Bereich kaum einsehbar.
Blick auf den Tatort: Unter dieser Unterführung wurde die junge Frau vergewaltigt.
Eine Schülerin, unterwegs auf dem Verbindungsweg, auf dem am 29. März 2014 eine 21-jährige Frau vergewaltigt wurde.
Hinter dieser Unterführung lauerte der Täter auf sein Opfer.
Dieser Verbindungsweg ist auch ein Schulweg: Tagsüber nutzten ihn Jungen und Mädchen der Gustav-Heinemann-Gesamtschule. Auch abends an Wochenenden nutzen Jugendliche die Strecke, um zur S-Bahn zu gehen.
Dieser Verbindungsweg ist auch ein Schulweg: Tagsüber nutzten ihn Jungen und Mädchen der Gustav-Heinemann-Gesamtschule. Auch abends an Wochenenden nutzen Jugendliche die Strecke, um zur S-Bahn zu gehen.
Dieser Verbindungsweg führt von der S-Bahnstation an der Aspeystraße in Huckarde zur Rahmer Straße. Vergewaltigt wurde die 21-Jährige unter der Unterführung (hinten rechts).

Vergewaltigung in Huckarde -

Täterbeschreibung 


Ein Kommentar:

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Das Foto zeigt den mutmaßlichen Vergewaltiger in der S-Bahn.

Der Verdächtige wurde in einer S-Bahn fotografiert.

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