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Tagebuch 4. August 2008

Tag 4: Norwegisches Polarinstitut und Auswertung der gestrigen Proben

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Die Copepoden werden mikroskopisch fotografiert, bestimmt und vermessen.

Vor dem NPI.

8:15 Uhr          Frühstück9:00 Uhr          Treffen der Gruppe an der Rezeption9:30 Uhr          Abfahrt mit Linienbus zum Norwegischen Polarinstitut (NPI)10:15 Uhr        Ankunft am NPI und Empfang durch Dr. Sebastian Gerland,Elin Vinje Jenssen und Fred Inge Presteng10:30 Uhr        Führung durch die Bibliothek und das Kältelabor des NPI11:00 Uhr        Vortrag von Dr. Sebastian Gerland: Klimaveränderung in der Arktis – Was passiert mit dem Meereis?13:30 Uhr        Ende des Vortrages, anschließend Pause bis 17:00 Uhr17:00 Uhr        Treffen an der Hütte der Lehrkräfte mit anschließender Besprechung der zu erledigen Auswertungen der gestrigen Arbeit20:30 Uhr        Ende der Auswertungenab 20:30 Uhr   frei zu gestaltende Zeit Besuch des Norwegischen Polarinstituts in Tromsö Die interessante Führung durch die Bibliothek zeigte uns, dass die Erforschungen der Arktis schon seit mehreren Jahrhunderten erfolgte und die Ergebnisse spärlich aufgezeichnet worden sind, aber heute eine wichtige Bedeutung als Vergleichsdaten besitzen. Das älteste Buch stammte vom Deutschen Wilhelm Barents aus dem 16. Jahrhundert. Nach dieser Führung hatten wir die Ehre eines der Kältelaboratorien zu besichtigen. Die Temperatur lag bei angenehmen -8° C. In diesen Kältelaboratorien werden die Proben der Eisbohrungen untersucht und analysiert. Anschließend gingen wir in einen der Konferenzräume des NPI und Dr. Sebastian Gerland hielt einen informativen Vortrag über die Auswirkungen des Klimawandels auf das Meereis. Dr. Gerland ist Meereis Glaziologe und arbeitet seit 11 Jahren am NPI, nachdem er sechs Jahre am Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven tätig war. Unter Meereis versteht man Eis, das die Ozeane in den Polargebieten kürzere (ab einem Tag) oder längere Zeit (bis zu 10 Jahren) bedeckt. Es wird dabei in junges, einjähriges und mehrjähriges Meereis unterschieden. Dabei kann es wenige Zentimeter dick sein oder aber auch bis zu 2 Meter dick werden. Eisberge jedoch gehören nicht zum Meereis, weil sie von Landgletschern stammen. Das Meereis hat eine große Bedeutung in vielerlei Hinsicht; es hat Einfluss auf das marine Ökosystem, die Rohstoffexploration, den Tourismus, die Transportwege, die indigene Bevölkerung (angepasste Kultur) und das globale Klima (Reflektion der einfallenden Sonnenstrahlen – Indikator für klimatische Veränderungen). Der auf dem Meereis liegende Schnee, der unter bestimmten Bedingungen auch selber zu Meereis werden kann, hat eine besondere Bedeutung für das Eis, da er die Sonnenstrahlen reflektiert (Albedo-Rückkopplungsprozess). Allerdings ist dabei die Schneedicke und die Schneekörnung bzw.   Schneebeschaffenheit entscheidend für die Intensität der Reflektion. Dr. Sebastian Gerland schlussfolgerte aus seinen teilweise noch nicht publizierten Daten, dass die Meereisausbreitung in der Arktis im Rückgang ist (2007 war ein Rekordminimum zu verzeichnen), eine Reduktion der Meereisdicke stattfindet und dass der Schnee eine wichtigere Rolle als bisher angenommen besitzt. Daher sei eine Fortsetzung der Langzeitstudien notwendig, um Prozesse, die für die spätere Entwicklung entscheidend sind, besser verstehen und beeinflussen zu können.  Auswertung der gestrigen Messungen und Proben Nach einer kurzen Besprechung des morgigen Tages und der noch zu erledigenden Aufgaben erfolgte die Einteilung in verschiedene Gruppen, die sich unterschiedlichen Aufgaben widmeten: Zuordnung der gefundenen Pflanzen und Salztoleranz-Analyse der Copepoden. Die zum Teil überraschenden Ergebnisse bildeten einen gelungen Ausklang der heutigen Ereignisse.

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