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Tagesmütter warten seit Wochen auf ihr Geld

DORTMUND Wegen einer Computerumstellung im Jugendamt müssen rund 500 Dortmunder Tagesmütter seit Wochen auf ihr Geld warten. Zwischen einem und drei Euro Aufwandsentschädigung pro Kind und Stunde stehen den geschulten Tageseltern zu, die von Fabido (Familienergänzende Bildungseinrichtungen für Kinder in Dortmund) vermittelt werden.

Tagesmütter warten seit Wochen auf ihr Geld

Claudia Vogt-Kernig hat eine Tagesmutter gefunden, der sie ihre 20 Monate alte Tochter Lara anvertrauen kann. Nun droht die bewährte Kraft mit Kündigung, weil sie seit August keinen Cent vom Jugendamt gesehen hat.

Einer Fremden das Kostbarste anzuvertrauen, was man hat – sein Kind –, setzt viel voraus. Claudia Vogt-Kernig hat jemanden gefunden, dem sie ihre 20-monatige Tochter Lara guten Gewissens viele Stunden am Tag überlässt. Doch jetzt droht die bewährte Tagesmutter ihren Dienst einzustellen. Denn sie arbeitet seit August, ohne bislang einen Cent der vorgesehenen Aufwandsentschädigung bekommen zu haben. "Den Betreuungsvertrag haben wir bereits im Juni abgeschlossen", sagen die Vogts. Bis Dezember will ihre Tagesmutter noch abwarten, hat aber vorsorglich zum Februar gekündigt, falls auch dann noch kein Geld eingegangen sein sollte.

Beim Jugendamt, zuständig für den Einzug der Elternbeiträge und die Bezahlung der rund 500 Tagesmütter, die Fabido vermittelt und schult, ist das Problem bekannt. „Wir hängen mit der Sachbearbeitung nach“, sagt der stellvertretende Leiter Hans-Jürgen Harder. Grund sei die Umstellung auf ein neues Berechnungssystem.  „Wir arbeiten mit Hochdruck und zwei zusätzlichen Kräften an dem Problem“, erklärte Harder.

Zwei Monate in Verzug

Etwa zwei Monate betrage der Rückstand, bedauert Harder. Allerdings sei der unglückliche Umstand allen Betroffenen schriftlich mitgeteilt worden. Und bei finanziellen Engpässen würde die Bearbeitung vorgezogen und die Aufwandsentschädigung so schnell wie möglich überwiesen. Zwischen 1 und 3 Euro pro Stunde und Kind – je nach Qualifikation – stehen den Tagesmüttern zu. Vier statt zwei Mitarbeiter wie normalerweise versuchen derzeit, den Rückstand aufzuholen. „Dass Unzufriedenheit besteht, ist uns klar. Die Frauen sind viele Stunden am Tag fest gebunden und rechnen mit dem Geld“, so Harder. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran.“ Ende dieses Monats „sind wir ein erhebliches Stück weiter“, hofft Harder. Mehr will er sich nicht versprechen. So wird Laras Tagesmutter wohl weiter warten müssen...

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