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Tastensturm auf olympischem Niveau

Tastensturm auf olympischem Niveau

Gestern morgen um halb fünf hatte die südkoreanische Pianistin Hyo-Sun Lim (Foto) noch ihrem Landsmann Park Taehwan vor dem Fernsehschirm zugeschaut, als der beim 400 Meter-Freistil-Schwimmwettkampf in Peking olympisches Gold holte. Knapp sieben Stunden später hätte die Studentin aus Hannover bei der 6. Sommermatinee im Sonnenenergieforum im Westfalenpark selbst eine Goldmedaille verdient gehabt. Für technisch brillantes, schnelles und gefühlvolles Klavierspiel in einem Programm der letzten Sonaten.

Einen sehr schönen Anschlag hat die Preisträgerin des Bonner Beethoven-Wettbewerbs. Mozarts letzte Klaviersonate, die "Jagd-Sonate" KV 576, lebte vom brillanten Ton und der technischen Makellosigkeit der Asiatin. Hyo-Sun Lim riskierte viel, steigerte sich im letzten Satz dieser Sonate und auch der von Chopin in rasant schnelle Tempi hinein - in Läufen mit Tönen, die wie an einer Schnur aufgezogen klangen.

Kontraste liebt die Südkoreanerin: Die langsamen Sätze beider Sonaten machte sie zu Nocturnes, tauchte in die Stimmungen der Musik mit zärtlichem Anschlag tief ein. Eine geschmeidige Eleganz im Ton gab die Studentin, die zweifelsfrei zu den besten Musikern der beliebten Sommermatinee-Reihe gehört, dem ersten Satz der Chopin-Sonate. Dass diese junge Pianistin eine unerhört große Kraft hat, hörte man in Schumanns Humoreske, die unter den Händen der ehemaligen Schülerin von Prof. Arnulf von Arnim eine fast sinfonische Klangfülle hatte.

Mehr ein Kaleidoskop von Momentaufnahmen war der Schumannsche Tastensturm, mit vielen schönen Momenten und auch viel Seele.

Bei dieser Sommermatinee hat das Kulturbüro einen Besucherrekord mit mehr als 160 Zuhörern aufgestellt. Es hat sich wohl auch herumgesprochen, dass das Niveau der Konzerte in diesem Jahr ungewöhnlich hoch ist. Drei weitere Matineen folgen bis 31. August. JG

kulturbuero.dortmund.de

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