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Tempo 50-Schilder auf der B1 aufgestellt

DORTMUND Autofahrer Fuß vom Gas! Für die B1-Anwohner war es eine Sternstunde, manche Autofahrer dagegen trauten ihren Augen nicht: Ab sofort hängen die Tempo 50-Schilder auf den mehr als drei Kilometern Bundesstraße zwischen B54 und B236. Die neue Geschwindigkeitsbegrenzung gilt rund um die Uhr und für alle Kraftfahrzeuge.

Tempo 50-Schilder auf der B1 aufgestellt

Tempo 50 auf der Hermann-Löns-Straße ist den Anwohnern zu schnell.

Das Tiefbauamt hat im Laufe des Mittwochs die 40 Schilder mit den alten Geschwindigkeitsbegrenzungen – 60 bzw. 70 km/h – gegen Tempo 50 ausgetauscht, in einigen Fällen mit dem warnenden Hinweis „Radarkontrolle“. Die wollen Stadt und Polizei mit Radarwagen gemeinsam durchführen. „Das ist wirklich unverhofft“, freute sich Kathrin Böllert, Vorsitzende der lärm- und abgasgeplagten B1-Bürgerinitiative, beim Ortstermin an der Lübkestraße. Zwölf Jahre dauerte der Kampf, bei dem Justizia das letzte Wort sprach – im Sinne der Anwohner. Doch noch vor drei Wochen hatten diese den Eindruck, dass die Stadt nicht reagieren wollte. Und dann ging‘s hopplahopp. „Wir sind positiv überfahren worden“, so Kathrin Böllert.

Forderungen aus den 80-er Jahren

„Ich hoffe, dass die Anwohner die Auswirkungen deutlich spüren werden,“ sagte Bezirksvorsteher Udo Dammer (Innenstadt-Ost). „Dass ich das noch erleben durfte“, freute sich auch sein Vorgänger Helmut Diekneite, heute SPD-Ratsherr für den Bereich Gartenstadt. Schon in den 80-er Jahren habe man Tempo 50 und das Nachtfahrverbot für LKW gefordert.

Veränderte Rahmenbedingungen sorgten für den Sinneswandel bei der Stadt, erklärte Stadtdirektor Ullrich Sierau: die Mautflüchtlinge, die zunehmend von der Autobahn auf die B1 ausweichen, Fortschritte beim Planfeststellungsverfahren für den B1-Tunnel und nicht zuletzt das Urteil im Juni 2006 vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen.

Nächtliches Durchfahrtverbot für LKW

Als nächsten Schritt kündigte Sierau den Luftreinhalteplan an, an dem die Bezirksregierung arbeite. Ebenso wie an den Standorten für die  Hinweisschilder zum nächtlichen LKW-Durchfahrtverbot zwischen 22 und 6 Uhr auf der B 1 (RN berichteten), damit die Brummis möglichst bald die Stadt auf dem Autobahnring umfahren. Der Lieferverkehr ist davon nicht betroffen.

Tempo 50 und Nachtfahrverbot sollen den Lärm bei einer Grundbelastung von 700 Dezibel um vier Dezibel senken. Drei Dezibel bedeuten eine spürbare Halbierung.„Man hat jetzt schon das Gefühl, dass es leiser geworden ist“, meinte am Mittwoch  die Sprecherin der Initiative, Dr. Barbara Kreibich.

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