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Riesiges Einkaufszentrum

Thier-Galerie öffnet Donnerstag

DORTMUND Umzingelt von den Einkaufscentern anderer Städte zieht Dortmund am Donnerstag endlich nach: Auf 33.000 Quadratmetern Fläche eröffnen in der Thier-Galerie mehr als 150 Läden, Restaurants und Dienstleitungsbetriebe.

Thier-Galerie öffnet Donnerstag

Blick ins Innere: Die Dortmunder Thier Galerie kurz vor der Eröffnung.

Der Standort ist symbolisch für den Wandel der Stadt: Auf der Fläche einer ehemaligen Brauerei namens Thier eröffnet das 300-Millionen-Euro-Projekt der Hamburger ECE Projektmanagement GmbH. Eine eigenständige große Brauerei hat Dortmund schon lange nicht mehr zu bieten, dafür hat sich die Stadt zur Handelsmetropole gemausert.

Die Haupteinkaufsstraße Westenhellweg gehört regelmäßig zu den Top Zehn der meistfrequentierten Einkaufstraßen, die Spitzenmieten von bis zu 215 Euro pro Quadratmeter sind im Bundesvergleich ebenfalls top.Ab Donnerstag werden rund 150 Geschäfte mehr in der City um die Gunst der Kunden buhlen.In der Galerie sind viele der üblichen Verdächtigen zu finden, die bereits in der Innenstadt residieren wie H & M, Thalia, Douglas, New Yorker. Manche Marken gibt es bereits rund um den Westenhellweg, aber eben noch nicht mit eigenem Laden wie etwa Depot, Gant, oder Napapijri.

 Der kleine, inhabergeführte Laden ist hingegen kaum in dem neuen Konsumtempel zu finden. „Für den ist schon die Investition in den Ladenbau ein finanzielles Risiko“, sagt Alexander Otto, Chef von ECE, im Exklusivinterview mit unserer online-Redaktion. „Wir kommen den kleinen Händlern bei der Miete durchaus entgegen, da wir sie gern im Center haben wollen“, so der 44-Jährige, der in Havard und Oxford studiert hat. Dennoch sei die Miete inklusive der Nebenkosten keine Kleinigkeit.

 Diese Kosten können Ankermieter Primark nicht schocken. „Das ist eine preisgünstige Marke aus Irland mit guter Qualität“, erklärt Alexander Otto. Er ist sicher, dass die gut angenommen wird. Die preiswerte Trendmode hat es bei der jungen, modeorientierten Klientel schon zu einer Art Kultstatus gebracht. Kleidungsstücke und Accessoires des Labels werden bei Internetauktionen zuweilen für den doppelten Preis verkauft. In Gelsenkirchen sollen Busladungen von Kunden vor Primark abgesetzt werden.  Vor so viel geballter Konkurrenz müssten die Dortmunder Innenstadt-Händler eigentlich zittern. Tun sie aber nicht. Sie geben sich betont entspannt, setzen auf die Kunden aus dem Umland, die die Thier-Galerie in Scharen anlocken soll. Guido Terörde, Dortmunder Filialleiter bei C&A, spricht für viele Händler: „Ich glaube, dass die Thier-Galerie Dortmund einen richtigen Schub geben wird. Die Stadt hat sich in den vergangenen Jahren schon phänomenal entwickelt. Das ist jetzt das i-Tüpfelchen.“

 In kleineren Kommunen musste sich der hanseatisch höfliche Herr Otto hingegen schon als „Kleinstadtschreck“ titulieren lassen. Die dortigen Händler fürchten, von seinen großen Shoppingpalästen platt gemacht zu werden. Otto sieht das anders. Durch den Bau einer Innenstadt-Galerie gehe häufig ein „Ruck“ durch den bestehenden Handel. Lange geplante Investitionen würden umgesetzt, der Ladenbau modernisiert, die Fußgängerzonen aufgewertet. Auch in Dortmund war dieser Ruck zu spüren. Häuser wie Kaufhof oder Karstadt optimierten ihre Sortimente, setzten auf neue Marken und manche Immobilie wurde aufpoliert. Das findet Otto gut, eine funktionierende Innenstadt ist ihm wichtig. „Unsere Center sind viel zu klein, um das gesamte Angebot, das ein Besucher nachfragt, vorhalten zu können.“

 ECE lässt die Expansion mittlerweile in Deutschland langsamer als im Ausland angehen, setzt hier eher auf die Modernisierung bestehender Häuser. Dennoch sieht Otto etwa in Bochumer Innenstadt noch „Riesenpotenzial“, da der Ruhrpark für die Innenstadtentwicklung nicht sehr förderlich gewesen sei. Doch erst einmal eröffnet ECE die Thier-Galerie. Mehr Besucher als zu einem BVB-Heimspiel werden dazu erwartet. Bis zu 120.000 Menschen.

Die Thier-Galerie eröffnet am 15. September um 8 Uhr morgens und hat bis 22 Uhr geöffnet. Danach ist die Kernöffnungszeit montags bis donnerstags von 10 bis 20 Uhr, Freitag und Samstag von 10 bis 22 Uhr. Zum Parken stehen 730 Parkplätze zur Verfügung. In den ersten drei Stunden kostet das Parken pro Stunde einen Euro, danach 1,50 Euro.

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